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Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Aktiventreffen der Berliner SOR-SMC-Schulen; Foto: SOR-SMC

15 Jahre „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“


Mehr als 700 Schulen und damit rund 500.000 Schülerinnen und Schüler gehören dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ an – das größte Schulnetzwerk überhaupt. Zum 15-jährigen Bestehen gratuliert die Amadeu Antonio Stiftung ihrem langjährigen Projekt- und Kooperationspartner.

1995 übernahm der Verein „Aktion Courage“ die Idee der „Schule ohne Rassismus“ aus Belgien und den Niederlanden. Heute ist das Projekt in Deutschland riesig. Zahlreiche Zeitzeugen, erfolgreiche Sportvereine und Musikgruppen und auch allerlei Prominente aus der Politik und den Medien unterstützen die Schulen durch Patenschaften: So finden sich etwa Benno Führmann, Gesine Schwan, Julia Jentsch und Jan Delay auf der langen Liste der Unterstützenden.

Selbstverpflichtung

Eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ zu sein bedeutet nicht, dass es an der Schule keine Diskriminierungen mehr gibt und nun alle die Beine hoch legen können. Der Titel ist vielmehr eine Selbstverpflichtung aller Beteiligten, aufmerksam zu sein und sich gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen. Erst wenn 70 Prozent aller SchülerInnen, LehrerInnen und sonstigen MitarbeiterInnen der Schule diese Erklärung unterschrieben haben, ist die Schule dabei. Zudem müssen regelmäßig Projekttage zum Thema stattfinden.

Ein gutes Beispiel ist die Johann-Gottfried-Herder-Oberschule in Berlin. Hier bereiten Schülerinnen und Schüler einen jährlichen Projekttag vor, an dem Vorträge und Seminar zu verschiedenen Formen der Diskriminierung und zu Demokratie abgehalten werden.

Referentinnen und Referenten sind nicht nur externe ExpertInnen, sondern auch die älteren Schülerinnen und Schüler, die somit eine Multiplikatorenrolle einnehmen. Die Landeskoordination Berlin ist dabei für die Schülerinnen und Schüler die Verbindungsstelle zu den kompetenten Kooperationspartnern. „Die Jugendlichen haben hierdurch die Möglichkeit mit Fachleuten aus allen möglichen Bereichen zusammenzuarbeiten. Es bestehen etwa Kontakte zu Theaterpädagogen, dem Flüchtlingsrat und dem Lesben- und Schwulenverband“, erzählt Ingo Grastorf aus der Landeskoordination Berlin.

Überregionales Netzwerk

Neben der Organisation von Projekten an ihrer eigenen Schule bietet das Netzwerk vielen Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, sich überregional, auf Landes- oder auch Bundesebene in Aktionen einzubringen. Die meisten Bundesländer haben inzwischen eine Landeskoordinierungsstelle.

Auch auf Bundesebene ist einiges los. Beispielhaft für die Arbeit hier ist die Schülerzeitung Q-rage, die jährlich vom Netzwerk herausgegeben wird, der tageszeitung (taz) beiliegt und an alle Sekundarschulen in Deutschland verteilt wird. In der Redaktionsgruppe der Q-rage kommen rund 20 engagierte Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland zusammen. Sie konzipieren und schreiben, unterstützt von professionellen Journalistinnen und Journalisten, ihre eigene Zeitung. 2009 thematisierten sie etwa Diskriminierung aufgrund von Behinderungen. Die Bundeskoordination greift Themen auf, die die Schülerinnen und Schüler bewegen aber bisher nicht oder kaum thematisiert wurden. So wurde gerade ein Themenheft zu „Rechtsextemismus in der Einwanderungsgesellschaft“ veröffentlicht.

Die Leiterin des Projektes Sanem Kleff ist stolz auf die bisherigen Ergebnisse: „Wir haben viel erreicht, für die Zukunft wünschen wir uns noch mehr Größe und Kraft“. Zum 15-jährigen Jubiläum veranstaltet die Bundeskoordination am 13. Juni einen feierlichen Festakt im Jüdischen Museum Berlin mit dreihundert Gästen aus allen Courage-Schulen. Auch die Amadeu Antonio Stiftung wünscht alles Gute!

Von Lisa Doppler
 

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