Ausstellung "Antisemitismus in der DDR" in Trier

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Ausstellung „Antisemitismus in der DDR“ vom 13. August bis 7. September in Trier mit umfangreichem Begleitprogramm

Ausstellungsplakat der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier und der Aktion Dritte Welt Saar

 

Bis heute hält sich der hartnäckige Mythos, in der DDR habe es keinen Antisemitismus gegeben. Schließlich hatte der DDR Staat seine gesamte Bevölkerung offiziell zu Antifaschisten erklärt. Da passten antisemitische Vorurteile nicht ins Bild.

Doch eine wirkliche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit fand zu keinem Zeitpunkt statt. Weder im privaten, noch im öffentlichen Raum. Im Bezug auf Israel wurde aus der anfänglichen Unterstützung sehr schnell ein eigener Ressentimentkomplex, der Antizionismus. Die Ausstellung basiert auf der Forschungsarbeit von 76 Jugendlichen in acht ostdeutschen Städten. Unter wissenschaftlicher Anleitung recherchierten sie zum Thema Antisemitismus und Antizionismus. Sie untersuchten, wie mit den jüdischen Friedhöfen umgegangen wurde, in welche Art Antizionismus in Politik und Medien präsent war und wie es um die Akzeptanz der jüdischen Gemeinden aussah. Es ist das erste Mal, das die kontrovers diskutierte Ausstellung auch in Westdeutschland gezeigt wird.

Die Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung wird vom 13. August bis 7. September 2008 gezeigt von der VHS Trier - in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier und der Aktion 3. Welt Saar. Eröffnet wird die Veranstaltung am 13. August von Prof. Dr. Arno Lustiger. Der Historiker und Auschwitz-Überlebende wird in seinem Vortrag über „Stalin und die Juden. Antisemitismus und Antizionismus in der Sowjetunion“ referieren. Weitere Vorträge an den nachfolgenden Tagen bilden das Rahmenprogramm zur Ausstellung.

Die Ausstellung findet 2008 statt. Sie ist Montag bis Freitag im Atrium der VHS Trier, Domfreihof 1b, 54290 Trier von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen, Samstag und Sonntag von 10 bis 13 Uhr.

Begleitprogramm zur Ausstellung

13.08.2008
Eröffnung mit einem Vortrag von Prof. Dr. hc. Arno Lustiger, Frankfurt/Main: Stalin und die Juden. Antisemitismus und Antizionismus in der Sowjetunion

15.08.2008
Vortrag: Olaf Kistenmacher, MA, Historiker, Hamburg: Was ist neu am „neuen Antisemitismus“? Antizionismus in der KPD der Weimarer Republik

21.08.2008
Vortrag: Dr. Klaus Gensicke, Politikwissenschafler, Berlin: Antisemitische „Befreiungsbewegung“ und die Nationsozialisten: Das Beispiel des Großmufti von Jerusalem

25.08.2008
Vortrag: Dr. Thomas Haury, Soziologe und Historiker, Freiburg: Das Verhältnis von Antizionismus und Antisemitismus in der DDR

27.08.2008
Vortrag: Johannes Platz, Historiker, Trier: Antiamerikanismus, projektive Kapitalismuskritik und Antisemitismus in der aktuellen Antiglobalisierungsbewegung

01.09.2008
Vortrag: Christoph Goergen und Christian Hirsch, IN DEN LAUF - Fußball, Fans, Kultur. Eine Gruppe der Aktion 3.Welt Saar: Fußball und Antisemitismus. Über das seltsame Schweigen von Fans und Fußballfunktionären

02.09.2008
Vortrag: Klaus Blees: Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3. Welt Saar, Trier: Kampfbegriff „Islamophobie“: Wie Antisemitismus verharmlost wird und IslamkritikerInnen mundtot gemacht werden

Alle Vorträge jeweils um 20 Uhr im Vortragssaal in der VHS Trier.

 

Kontakt

Amadeu Antonio Stiftung
Novalisstraße 12
10115 Berlin
 

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Tel.:  ++49 (0)30. 240 886 10
Fax:  ++49 (0)30. 240 886 22

 

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