Förderbilanz 2009: 53 couragierte Initiativen

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Förderbilanz 2009: 53 couragierte Initiativen

 


2009 konnte die Amadeu Antonio Stiftung durch Spenden in Höhe von 148.609,29 und den Erträgen aus dem Stiftungskapital 53 Projekte, Initiativen und Organisationen fördern, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren und für Menschrechte und Minderheiten im Alltag eintreten.


Mit 63.126,17 Euro wurde dabei aus zweckgebundenen Spenden der stern-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ das Neonazisaussteigerprojekt EXIT mit der höchsten Zuwendung gefördert. Seit der Gründung vor 10 Jahren hat EXIT 390 Aussteiger, viele Männer und einige Frauen, bei ihrem Ausstieg aus der rechtsextremen Szene begleitet. Den Großteil der geförderten Initiativen machen Jugendprojekte aus. 2009 fielen besonders die Projekte von Kirchengemeinden gegen Rechtsextremismus auf. Der Förderschwerpunkt der Stiftung war 2009 die Kampagne „Kein Ort für Neonazis in Thüringen“. Mit dieser außerordentlich erfolgreichen Kampagne hat die Amadeu Antonio Stiftung dazu beigetragen, dass die NPD zum Glück knapp den Einzug in den Landtag von Thüringen verpasst hat. Der Förderschwerpunkt wird 2010 das Engagement gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum sein.

Besonders förderwürdig: das Engagement von Jugendlichen


Viele der geförderten Projekte durch die Stiftung waren selbstständig von Jugendlichen organisiert, wie zum Beispiel die Initiative „Nackt geboren“ aus Kiel, die im Rahmen eines Jugendtheaterprojekt über Vorurteile und Rassismus in der Innenstadt von Kiel informiert haben. „Jugendlichen in ihrem Engagement für demokratische Kultur zu stärken und ihnen zu vermitteln, dass ihr Engagement etwas bewirkt, ist eines unserer wichtigsten Förderziele“, so Stiftungskoordinator Timo Reinfrank bei der Vorstellung der Stiftungsbilanz 2009.

Stärkeres Engagement von kirchlichen Gruppen gegen Rechtsextremismus

2009 fiel auch besonders das Engagement von kirchlichen Gruppen und Gemeinden aus dem Westen der Republik gegen Rechtsextremismus auf, die sich auf der Grundlage des ihres kirchlichen Menschenbildes gegen Rechtsextremismus engagieren, wie beispielsweise der Diözesanverband Würzburg mit der Kampagne „Rabatz – lautstark gegen Rassismus und für Toleranz“ oder Kampagne „Anstoß“ der Katholische Junge Gemeinde Bayern e.V.

Förderschwerpunkt 2010: Engagement gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum

Verstärkt hat auch 2009 die Amadeu Antonio Stiftung Initiativen im ländlichen Raum gefördert, vor allem in Brandenburg und Sachsen, wie beispielweise das Projekt: „SoundWahl“ – ein Projekt gegen die NPD-Schulhof-CD in Brandenburg oder ein Vernetzungstreffen von Bürgerinitiativen des Kulturbüros Sachsen. Dazu Reinfrank „Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im ländlichen Raum wird auch 2010 ein wichtiger Förderschwerpunkt der Stiftung bleiben. Gerade hier ist besonders intensive Unterstützung von Nöten, da die Akteure hier häufig weitgehend allein gelassen werden von der kommunalen Politik und Verwaltung. Immer noch ist die Angst vor dem schlechten Ruf in der Presse groß Dabei wird durch die Ignoranz der zuständigen Behörden das Problem eher größer als kleiner.“ Die Stiftung fördert gerade im ländlichen Raum nicht nur Initiativen, sondern begleitet sie längerfristig mit Rat, Kontakten und Einbindung in überregionale Vernetzungsstrukturen.

Herzlichen Dank an Stifter und Spender


Der Dank für die vielen Jugendprojekte, Aufklärungsaktionen, Infoveranstaltungen, kommunalen Projekte, Flugblattverteilungen, und bunten Kampagnen gebührt den Spenderinnen und Spendern, Stifterinnen und Stiftern der Stiftung: “Wir sagen auch in ihrem Namen noch mal herzlichen Dank und freuen uns über weitere Unterstützung im Jahr 2010.“, so Reinfrank

Alle 2009 geförderten Initiativen, Personen und Projekte durch die Amadeu Antonio Stiftung im Überblick:

1. Bildungs- und Solidaritätswerk Anna Seghers e.V. Wiesbaden: Projekt „Demokratiefeindliche Tendenzen im Stadtteil“
2. Katholische Junge Gemeinde Bayern e.V.: Kampagne „Anstoß“
3. MIKO e.V. Strausberg: „Spur der Steine – Vom Verschwinden der jüdischen Grabsteine in Strausberg“
4. Schulzentrum Blumenthal, Bremen: Rassismus und Vorurteile im Stadtteil bekämpfen“
5. Shukura - Mobiles Team zur Prävention sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen der Arbeitswohlfahrt gGmbH: Handreichung: „Der Missbrauch des Themas sexualisierte Gewalt an Kindern durch moderne Nazis“
6. Miteinander e.V.: Mobiles Beratungsteam Magdeburg – Konferenz über Alltagsrassismus in Sachsen-Anhalt
7. Wadi e.V.: Informations- und Diskussionsveranstaltung zur UN-Antirassismuskonferenz in Durban
8. Jüdische Gemeinde Cottbus e.V.: Gegen Vorurteile - ein Training für Jugendliche
9. Diözesanverband Würzburg der Katholischen jungen Gemeinde: „Rabatz – lautstark gegen Rassismus und für Toleranz“
10. Alternative Jugend Südthüringen/Infoladen Notausgang e.V.: Informationstour zu rechtsextremen Parteien und Organisationen in Thüringen
11. Kreuzberger Musikalische Aktion e.V.: „SoundWahl“ – ein Projekt gegen die NPD-Schulhof-CD
12. Bürgerstiftung Barnim Uckermark: Barnimer Förderpreis für Demokratie
13. Hausprojekt Erfurt e.V.: Auseinandersetzung mit Antiziganismus
14. KoKont Jena: Lehrerworkshop „Rechte Symbole und Parolen – erkennen und adäquat reagieren“
15. Cultiv. Gesellschaft für internationale Kulturprojekte: „Ich suche mir einen Raum. Jugendkultur gegen Rechtsextremismus“
16. Treibhaus e.V. Döbeln: „Meine Stimme gegen Nazis“
17. OASE Pankow e.V.: Theaterprojekt „real life: Deutschland“
18. Flüchtlingsrat Brandenburg: Report „Keine Bewegung! Die Residenzpflicht für Flüchtlinge – Bestandsaufnahme und Kritik“
19. YOUgend e.V.: Projekt www.mitte-gegen-rechts.de
20. Initiative „Nackt geboren“ Kiel: Jugendprojekt gegen Vorurteile und Rassismus
21. Laut gegen Nazis e.V.: Förderung der Veranstaltung 10 Jahre „Laut gegen Nazis“
22. Jugendarbeit in Berlin-Lichtenberg e.V.: Förderung des Projekts „livin’n concrete“
23. Verband Deutscher Sinti Roma, Landesverband Baden-Württemberg: „Alltagsorientierung und Lebenswirklichkeit von Jugendlichen“
24. Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt: Seminar „Wohnungslose und sozial Randständige als Opfer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und rechter Gewalt“
25. Kulturbüro Sachsen e.V.: Treffen von Bürgerinitiativen gegen Rechtsextremismus: 20 Jahre bürgerschaftliches Engagement für Demokratische Grundwerte“
26. Infogruppe Rosenheim/Verein für bodenständige Kultur e.V.: Konzert „good night – white pride“
27. Gruppe Surpasser Weimar: Auseinandersetzung mit Rechtextremismus und Nationalismus Pfarramt Marbach-Salomonsborn: „Radeln gegen Rechts“
28. Infoladen Arnstadt: Sensibilisierung und Aufklärung über den „8. Thüringentag der nationalen Jugend“
29. Staatlich Berufsbildendes Schulzentrum Jena-Göschwitz: Projekttage
30. OASE Pankow e.V./ Interkulturelles Haus Pankow: Theaterprojekt „real life: Deutschland“
31. Initiative Kabelbruch: Information über das NPD-Festival in Gera: „Rock für Deutschland“
32. Evangelische Jugend Erfurt: „Rock gegen Rechts“
33. Gruppe NASE: Förderung eines Aufkleberprojektes
34. Jugend-Aktions- und Projektwerkstatt: Projekt gegen Rechtsextremismus
35. Förderverein Schule der Phantasie Weimar e.V.: „Braun ist nicht meine Farbe“
36. Kulturverein Stadtmauerturm e.V. Bad Langensalza: Ausstellung Klagetor
37. Evangelische Kirchengemeinde Joachimsthal: Jugendprojekt „BAFF – Courage“
38. Bildungswerk BLITZ e.V.: Informationen über das „Braune Haus“ in Jena
39. Aufandhalt e.V.: Beratungstätigkeiten für Opfer rechter Gewalt
40. Staatliche Berufsbildende Schule Sömmerda: „Aktionen gegen Rechtsextremismus“
41. Antidiskriminierungsbüro Sachsen: Ein Projekt zur Bestandsaufnahme des „Alltagsrassismus in Sachsen“
42. Verein für demokratische Kultur e.V. Berlin: Seminar und Diskussionsveranstaltung „100 Tage nach den Kommunalwahlen in sieben Bundesländern: Handlungsstrategien gegen Rechtsextreme in kommunalen Gremien“
43. Förderverein Heinz-Brandt-OS Weißensee von Berlin e.V.: Stadtführerprojekt „Überwachsen und Vergessen?“
44. RAA Sachsen – Beratungsstelle Chemnitz: Info-Containers über Thor Steinar Laden und rechtsextreme Kleidungscodes
45. Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt: Hilfe für Opfer rechtsextremer Gewalt
46. LOBBI West: Unterstützung nach einem Naziübergriff
47. Vive le Courage e.V.: Unterstützung bei Sicherungsmaßnahmen gegen rechtsextreme Angriffe
48. Opferperspektive e.V.: : Hilfe für Opfer rechtsextremer Gewalt
49. Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt: Förderung des antirassistischen Filmprojekts „Integration in Burg?“
50. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hagenow: Integrationsprojekte für Aussiedler AWO Ludwigslust: Förderung einer Mädchengruppe im Jugendtreff HAI
51. Kreissportverbund Ludwigslust e.V.: Projekt „Fußball-Lichter“
52. Schülerrat Angergymnasium Jena: „Rock gegen Rechts“
53. Blitz Bildungswerk e.V.: „Rechte Symbole und Parolen – erkennen und adäquat reagieren“

 

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