Plakataktion vor "Braunem Haus"

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Plakataktion vor "Braunem Haus" in Jena

 

Das „Braune Haus" in der Jenaischen Straße in Lobeda-Altstadt bekommt offenen Widerspruch. Mit einer Plakataktion demonstrieren Jenaer Bürgerinnen und Bürger, dass sie eine rechtsextremistische Agitationszentrale direkt vor ihrer Haustür nicht dulden wollen.


Jetzt bekommen die Rechtsextremen öffentlichen Widerspruch, und zwar dicht vor der Haustür: am Freitag, den 14. August, um 18.00 Uhr lädt der Initiativkreis „Was tun gegen das ‚Braune Haus'?!" im Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Bürgerinnen und Bürger ein, an der Gestaltung einer großen Werbetafel eingangs der Jenaischen Straße (Haus Nr. 37) teilzunehmen.
„Mit dem Motto KEIN ORT FÜR NEONAZIS - AUCH NICHT IN JENA möchten wir laut und deutlich sagen, dass wir Rechtsextremismus, Verherrlichung der Nazizeit, Antisemitismus und Hetze gegen Ausländer nicht stillschweigend hinnehmen wollen", so Jannis Lemke von der Initiativgruppe, die die Werbetafel für 20 Tage gemietet hat.
Optischer Hintergrund der deutlichen Ansage sind Plakate, die die Amadeu Antonio Stiftung zur Bekämpfung von Neonazis im Thüringer Landtagswahlkampf herausgebracht hat. Die Stiftung unterstützt das Jenaer Werbetafel-Projekt auch durch einen Förderbeitrag für die Miete der Werbetafeln. „Diese Aktion ist ein erster Schritt, die Agitationszentrale „Braunes Haus" öffentlich zu skandalisieren, weitere Schritte werden folgen", sagt Dr. Gisela Horn vom Initiativkreis.
 
Bisher überprüfen die Behörden der Stadt Jena, ob die rechtsextremen Betreiber die baurechtlichen Vorschriften eingehalten haben. „Das reicht aber noch nicht aus. Wir brauchen ein Engagement aller Bürgerinnen und Bürger, um gemeinsam zu zeigen, dass es in Jena keinen Platz für Neonazis geben darf“, so Horn weiter. „Das Problem geht ganz Jena und nicht nur den Stadtteil Lobeda-Altstadt an“, fügt Sabine Lötzsch von der Lobedaer Initiative für Zivilcourage hinzu. Es muss öffentlich skandalisiert und aufgeklärt werden, was die Neonazis in diesem Haus treiben.
 
Seit die Neonazis das Haus in der Jenaischen Str. 25 nahe der Straßenbahnhaltestelle ,,Lobeda" 2002 erwarben, leben in dem ,,nationalen Wohn- und Schulungsobjekt" nicht nur André Kapke, führender Kader der Kameradschaft ,,Nationaler Widerstand Jena" (NWJ) und der Liedermacher Maximilian Lemke, der regelmäßig bei rechtsextremen Veranstaltungen auftritt. Auch Ralf Wohlleben, stellvertretender Landesvorsitzender der NPD, hat hier noch eine Postadresse. Der Vorsitzende der Jugendorganisation der NPD in Thüringen, der JN, Christian Kaiser wohnt hier.
Die Räumlichkeiten werden ebenso für Feiern der Neonazis zur Verfügung gestellt. Die Jenaer Burschenschaft Normannia führt hier regelmäßig eigene Veranstaltungen durch. Häufig finden Konzertveranstaltungen von rechtsextremen Skinheadbands und Liedermachern ebenso wie Schulungs- und Vernetzungstreffen von Kameradschaften, der NPD und deren Jugendorganisation JN (,,Junge Nationaldemokraten") statt.
Das ehemalige Gaststättenobjekt erhielt seinen Namen nicht zufällig: im Internet bezeichnen die Nazis die Immobilie als ,,Braunes Haus" in Anlehnung an die Bezeichnung von Hitlers Wohnung in München. Wiederholt gingen vom ,,Braunen Haus" rechtsextremistische Straftaten aus. Trotzdem wurde bis heute nicht ernsthaft versucht, mit polizeilichen und juristischen Mitteln dem Nazihaus beizukommen.
 
 

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