Mit Argumenten gegen polenfeindliche Parolen: RAA veröffentlicht neues Infoblatt

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Fakt ist... - Argumente gegen Polenfeindlichkeit

Deutsch-polnische Grenze, Foto von Dirk Vorderstraße, via flickr, cc

Deutsch-polnische Grenze, Foto von Dirk Vorderstraße, via flickr, cc

 


Wie reagieren, wenn die NPD polenfeindliche Parolen vom Stapel lässt? Das beantwortet das Projekt "perspetywa" mit einem kurzen und leicht verständlichen Infoblatt.

Anlässlich der bevorstehenden Landtags- und Kreistagswahlen und der deshalb allgegenwärtigen NPD-Wahlwerbung, bei der polenfeindliche Parolen wie „Polen offen? Arbeit futsch! Auto weg!“ leider keine Seltenheit sind, hat die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern e. V. ein Infoblatt erstellt. Thematisiert wird kurz und knapp, was gegen diese Parolen, mit denen die Rechtsextremen versuchen gegen Polen und die Polen Stimmung zu machen, spricht.

Sachliche Argumente statt Parolen

„Sachliche Argumente und Fakten machen sehr schnell deutlich, dass solche Parolen an der Wirklichkeit vorbeigehen“, sagt Christian Utpatel, Geschäftsführer der RAA. Im Blickpunkt stehen die Themen: Arbeitnehmerfreizügigkeit, Kriminalität im Grenzraum, der Bau polnischer Atomkraftwerke in Grenznähe, der Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße 104 und die Inanspruchnahme von Sozialleistungen durch polnische Bürgerinnen und Bürger.

Argumentationshilfe


So betont die RAA in ihrem Infoblatt beispielsweise, dass es in vielen Branchen bereits Mindestlöhne gibt, die auch für polnische Bürgerinnen und Bürger gelten, oder informiert über die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit. „Auch, dass Kindergeld erwerbsortabhängig ist und wer in Polen arbeitet und in Deutschland wohnt, sein Kindergeld aus Polen bekommt, wissen die wenigsten“, sagt Niels Gatzke, Leiter des RAA-Projektes „perspektywa“ gegen polenbezogene Ressentiments und Polenfeindlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern. „Uns ist bewusst, dass man gegen die Wirkung von einfachen Parolen schwer ankommt. Dennoch ist es unser Ziel, mit dem Infoblatt allen demokratisch gesinnten Bürgerinnen und Bürgern in Mecklenburg-Vorpommern einen kleinen Baustein gegen Polenfeindlichkeit an die Hand zu geben“, so Gatzke weiter. Christian Utpatel ergänzt: „Die meisten Menschen in der Grenzregion sind sich bewusst, dass die rechtsextreme Propaganda auch bei diesem Thema reine Stimmungsmache ist, aber sind unsicher, wenn es um Fakten und Argumente geht. Hier wollen wir unterstützen.“

Das Infoblatt steht unter www.raa-mv.de im Download zur Verfügung oder kann per Email unter perspektywa@raa-mv.de in gedruckter Form unter Angabe der Postanschrift bestellt werden.

Das Projekt „perspektywa“ wird von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern e. V. in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung durchgeführt und durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ sowie die Freudenberg Stiftung gefördert.
 

 

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