"Das lassen wir uns nicht nehmen"

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"Das lassen wir uns nicht nehmen"

 

Die Flüchtlingshilfe Königshain-Wiederau wurde mit dem Sächsischem Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet.

von Mick Prinz

Unterwegs auf der A13 von Berlin nach Dresden zur diesjährigen Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie. Eine nicht wirklich einprägsame Strecke, wären da nicht die vielen Wegweiser mit Namen von symbolträchtigen Orten der jüngsten deutschen Geschichte: Hoyerswerda, Freital, Bautzen, Meißen – all diese Städte wecken Erinnerungen an rassistische Übergriffe, Gewalt und Ausgrenzung.

Allein für das Jahr 2016 zählt die Chronik flüchtlingsfeindlicher Übergriffe 180 Angriffe auf Asylsuchende und ihre Unterkünfte – ausschließlich für den Freistaat Sachsen wohlgemerkt. Dass es in Sachsen aber auch zahlreiche Initiativen, Kommunen und Projekte gibt, die sich mit Geflüchteten solidarisieren, unterstreicht der jährlich ausgelobte Sächsische Förderpreis für Demokratie. Zum zehnjährigen Jubiläum bewarben sich 76 Projekte auf die Auszeichnung – sechs von ihnen wurden für den Preis nominiert und im November in Dresden ausgezeichnet.

Durchsetzen konnte sich die Flüchtlingshilfe Königshain-Wiederau mit dem Projekt »Niemand flieht freiwillig«. Die Initiative ist ein Paradebeispiel dafür, wie zivilgesellschaftliche Initiativen auf geflüchtete Menschen zugehen können. Schon vor der Ankunft der ersten Geflüchteten formierte sich im letzten Jahr eine Gruppe engagierter Anwohner_innen, um gemeinsam Ideen zu bündeln und Konzepte für eine geeignete Unterstützung der Geflüchteten zu entwickeln. Als dann kurz vor dem letztjährigen Weihnachtsfest die ersten Schutzsuchenden ankamen, wurde nicht gezögert. Das Miteinander stand im Vordergrund, so dass täglich zahlreiche der ca. 30 Helfer_innen den Angekommenen mit Rat und Tat zur Seite standen.

Als im Februar diesen Jahres die Geflüchteten verlegt werden sollten, protestierte die auf mittlerweile 150 Unterstützer_innen angewachsene Flüchtlingshilfe. Mit Erfolg. Partnerschaften wurden ins Leben gerufen und fast sämtliche Geflüchtete kamen bei Anwohner_innen unter. »Die gelebte Gemeinschaft hat uns allen geholfen. Das lassen wir uns nicht nehmen!« – so der Tenor einer Kommune, die zeigt, was Menschlichkeit ausmacht. Inzwischen wohnen alle Geflüchteten in Wohnungen in und um den Ort herum. »Rückblickend sind viele ehemalige Campbewohner Teil unserer Familien geworden und nicht mehr wegzudenken.« So beweist Königshain- Wiederau: Sächsische Verhältnisse gehen auch anders.

 

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