„Wir sind bunt!“ Bands auf festen Füßen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Spenden gegen Rechtsextremismus

 
Gefördertes Projekt

"Wir sind bunt und machen weiter!"

 

Die Initiative BAFF der evangelischen Kirchengemeinde Joachimsthal machte auch im Juli wieder deutlich: Joachimsthal ist bunt und lässt sich nicht beirren – auch nicht von der Zerstörung symbolträchtiger Blümchen.

 

Von Teresa Sündermann

 

„BAFF – Bands auf festen Füßen“ sucht seit über 20 Jahren im brandenburgischen Joachimsthal nach Mitteln und Wegen Toleranz und Vielfalt unter Jugendlichen stark zu machen. Jedes Jahr wählen die Teilnehmer_innen eigenständig ein Jahresmotto aus, unter welchem sie neben den Musikprojekten verschiedene Aktionen dazu durchführen und immer wieder gibt es Sabotageversuche.

So auch dieses Jahr. Unter dem Motto „Wir sind bunt!“ pflanzten sie im Frühling als sichtbares Zeichen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus dem örtlichen Flüchtlingswohnheim ein buntes Blumenbeet vor der Kirche.

Dieses Beet wurde an Himmelfahrt zerstört und die Eingangstür der Kirche mit Fäkalien beschmiert. Der Frust war erstmal groß: „Als wir gehört haben, dass unser Beet kaputt ist, haben wir gedacht: Schon wieder. Können die das nicht einfach lassen. Es ist doch unnötig“, so eine der Jugendlichen. Doch Vielfalt provoziert -  selbst in Form bunter Beete: „Wenn schon ein Blumenbeet mit dem Motto „Wir sind bunt“  eine Provokation ist, dann ist das erschreckend.  Eigentlich haben wir uns das vorher schon gedacht. Deshalb war es nicht mal eine große Überraschung. Wir denken natürlich darüber nach, wer so dumm und so unreif ist und was in deren Köpfen vorgeht. Warum soll man sich so was Dummes gefallen lassen?“

Also hieß es Weitermachen. Die Jugendlichen haben nicht nur das Beet neuangelegt, im Juli fand auch das Konzert „Musik im Park“ vor der Kirche statt. Die derzeit sechs Bands und drei Tanzgruppen konnten zeigen, was sie in den letzten Monaten erarbeitet und geprobt haben. Auch Geflüchtete aus den Unterkünften von Althüttendorf und Joachimsthal haben bei den Auftritten mitgemacht und ein Schneider aus Syrien nähte die Kostüme der Tänzerinnen.

Die Jugendlichen sind fest entschlossen: „Aufzugeben würde nur Schwäche zeigen. Sie haben nicht gewonnen und sie werden nicht gewinnen. Wir haben unser Blumenbeet ja nicht speziell an sie gerichtet, sondern vor allem an die Flüchtlinge. Und für die soll es bleiben und auch wachsen.“

 

Im musikalischen Projekt BAFF erfahren die Kinder und Jugendlichen ein gemeinschaftliches Zusammensein und einen respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang untereinander. Sie sollen in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden, sodass für Rechtsextreme keine Anknüpfungspunkte zu finden sind. Das Projekt wird seit vielen Jahren von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert.

 

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