Berührungsängste abbauen: Sommerfest des Ökohaus Rostock

Spenden gegen Rechtsextremismus

 
Gefördertes Projekt

Berührungsängste abbauen: Sommerfest des Ökohaus Rostock

Besucher_innen des Festes und Bewohner_innen der Flüchtlingsunterkünfte tanzen gemeinsam. Foto: © Ökohaus Rostock e.V.

 

Im Juli fand das 15. Sommerfest des Vereins Ökohaus e.V. auf dem Gelände einer vom Verein betriebenen Flüchtlingsunterkunft statt. Interessierte konnten sich bei Rundgängen ein Bild der Lebensumstände und der Lebenswirklichkeit in den Unterkünften machen. Beim Rahmenprogramm konnten Bewohner_innen zeigen, welche Talente in ihnen schlummern.  Ein toller Weg um Vorurteile und Berührungsängste abzubauen, den die Amadeu Antonio Stiftung mit einer Projektförderung gern unterstützt hat.

Von Milan Swarowsky

Der Ökohaus e.V. betreut derzeit zwei Gemeinschaftsunterkünfte für  geflüchtete Menschen in Rostock. Ein besonderes Anliegen ist es dem Verein, den Geflüchteten auf Augenhöhe zu begegnen. Sie sollen nicht den Eindruck bekommen, dass sie in der Unterkunft eingesperrt sind oder ihnen vorgeschrieben wird, was sie zu tun haben. Betreut werden die Bewohner_innen der Unterkünfte von einem bunten Team aus Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen, von denen viele auch selber einen Migrationshintergrund haben. So kann auch bei sprachlichen oder kulturellen Hürden gut auf Bewohner_innen eingegangen werden.

Die Besucher_innen konnten sich unter anderem bei Capoeira, einem Tisch-Kickerturnier oder Kinderschminken auf dem Festgelände vergnügen.  Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr auch ein Zelt in dem sich nur Frauen und Mädchen treffen konnten.

Zur Idee des Frauen- und Mädchenzeltes erklärt Sven Meister, Sozialarbeiter in der Flüchtlingsunterkunft: „Uns war aufgefallen, dass die geflüchteten Männer in den vergangen Jahren immer ausgiebig gefeiert haben, doch die Frauen fast nie tanzten oder bei anderen Aktivitäten teilnahmen“. Aus kulturellen Gründen war es den Frauen unangenehm gewesen, wenn fremde Männer sie bei diesen Aktivitäten sehen. Das nun entstandene Zelt war von außen nicht einsehbar und wurde daher von allen Frauen und Mädchen gut angenommen. „Die Besucherinnen des Festes tanzten und diskutierten darin gemeineinsam mit den Bewohnerinnen der Flüchtlingsunterkünfte. Die Stimmung war ausgelassen, die Frauen hatten zusammen Spaß“ stellte Meister erfreut fest.

Die Führungen durch die Flüchtlingsunterkunft führten auch am Veranstaltungsraumvorbei. Dort stellte eine Frau aus Syrien, die gemeinsam mit ihrer Tochter in der Flüchtlingsunterkunft wohnt, ihre Malereien aus. Die Bilder stießen auf zahlreiches Interesse. Ein Mann war so von den Bildern begeistert, dass er seine Hilfe für weitere Ausstellungen auch in Museen anbot.

Durch Kooperationsprojekte mit Musiklehrer_innen haben interessierte Bewohner_innen die  Möglichkeit Musikinstrumente zu erlernen.  Ein junges Mädchen welches so Gitarre lernen konnte rundete das Programm des Sommerfestes, neben Beiträgen einer lokalen Hiphop-Band und einer arabischen Orgel, musikalisch ab.

Auf der "Mein Zeichen gegen Rassismus in Rostock"-Wand konnten sich die Besucher_innen des Festes gegen Rassismus in der Hansestadt positionieren. Viele Besucher_innen haben so ein starkes Zeichen gesetzt. Rundum ein gelungenes Fest – das, wie viele andere Bereiche des Vereins, seinen Erfolg den vielen ehrenamtlichen Helfer_innen verdankt.

 

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