Workshop: „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“

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Workshop: „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“

 

Beginn eines wichtigen Dialoges von Historiker_innen und Mitarbeiter_innen der politischen Bildung


Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung), Patrice Poutrus, Enrico Heitzer (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) und Martin Jander hatten eingeladen, etwa 20 Kolleginnen und Kollegen waren dem Aufruf gefolgt. Wir trafen uns am 26. und 27. Januar 2017, um über neue Entwicklungen und Perspektiven in der Forschung und öffentlichen Verhandlung der DDR-Geschichte zu sprechen und zu streiten. Zwei Enquetekommissionen des Bundestages haben eine große Anzahl von Studien hervorgebracht. Die Mauer, die Stasi, die DDR-Opposition und viele Themen mehr sind gut erforscht und werden öffentlich interessiert wahrgenommen, dennoch gibt es viele blinde Flecken.

Die Teilnehmer_innen des Workshops waren eingeladen, aus Ihrer Perspektive zu einer von vier Fragen einen Beitrag vorzustellen: 1.) Die DDR nach dem Nationalsozialismus; 2.) Das Bild der Bundesrepublik von der DDR vor ihrem Ende; 3.) Das Bild der DDR vom Nationalsozialismus; 4). Desiderata und kritische Einwände zur DDR-Forschung seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten.

Der prominenteste Teilnehmer unseres Workshops war der Historiker Jeffrey Herf  (University of Maryland, History Department). Er hat jahrelang viele Akten der SED, des DDR-Außen- und Verteidigungsministeriums u. v. a. durchstöbert und kann nun in allen Details nachweisen (J. Herf., „Undeclared Wars with Israel“, Cambridge 2016), wie die DDR sich nicht nur propagandistisch, sondern auch durch Waffenlieferungen, Ausbildung von Militärspezialist_innen, Pflege von Guerillakämpfer_innen und vielem mehr an den Kriegen gegen Israel beteiligte. Der DDR-Antifaschismus richtete sich nicht nur propagandistisch, sondern auch militärisch gegen Staat und Gesellschaft der Holocaustüberlebenden.

Nicht nur Herfs Darstellung, auch die Vorträge von Gabriel Berger, Dorothee Wierling, Harry Waibel, Ines Reich, Klaus Bästlein, Gerd Kühling, Katharina Lenski, Enrico Heitzer und Raiko Hannemann wurden engagiert diskutiert. Regina Scheer und Cornelia Siebeck kamen aus Zeitmangel nicht mehr zu Wort. Anetta Kahane appellierte an die Teilnehmer_innen der Runde, alles in ihrer Macht stehende zu tun, das erneute Aufflammen von Rassismus und Antisemitismus sowie Geschichtsbildern, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit legitimieren, nicht zu unterschätzen.

Zeit war der einzige Mangel dieses Workshops. Ausgezeichnete Vorträge und strittige Debattenbeiträge gab es an diesen beiden Tagen in Hülle und Fülle. Alle Teilnehmer_innen waren der Auffassung, dass man den begonnenen Dialog und Streit fortführen soll. Ob und wie und in welcher Form das möglich wird, ist noch nicht entschieden. Interessierte wenden sich bitte an: Martin Jander (martinjander@t-online.de)

 

 

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