„Angsträume“ – Opfer rechter Gewalt in Thüringen

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„Angsträume“ – Opfer rechter Gewalt in Thüringen

 

 
Rechte Gewalt geschieht mitten unter uns und trotzdem berichten Medien nur in den wenigsten Fällen davon. Eine Ausstellung der Opferberatung ezra macht diese Gewalt sichtbar.



Nach Aufdeckung der Morde des NSU wurde erwartet, dass sich die Neonazi-Szene in Thüringen vorübergehend der öffentlichen Aufmerksamkeit entzieht und ruhiger agiert. Doch lokale Demokratieprojekte und die Opferberatung ezra beobachten genau das Gegenteil. In Thüringen präsentiert sich eine selbstbewusste und gewaltbereite Szene. Neben bundesweiten Großveranstaltungen und Rechtsrock-Konzerten macht die lokale Szene mit Übergriffen und Anschlägen auf sich aufmerksam. Die Gewalttaten haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Rechte Gewalt geschieht mitten unter uns – im ländlichen Raum, in Städten, auf Straßen und Plätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die als Wanderausstellung konzipierte Dokumentation „Angsträume“ basiert auf 15 Fällen rechter Gewalt in Thüringen. Beispielhaft zeigen sie einen Querschnitt verschieden motivierter Angriffe und Formen von rechter Gewalt. Oft werden in der Öffentlichkeit oft nur die erschreckendsten Beispiele rassistisch motivierter Gewalt thematisiert, beispielsweise wenn sie Menschenleben fordern. Dabei hat rechte Gewalt viele Gesichter. Einige Formen von Gewalt werden dauerhaft, andere subtiler oder bedrohlicher ausgeübt.

Ständiger Begleiter: Todesangst

Für die Betroffenen ist das Gewalterlebnis oft ein gravierender Einschnitt in den Alltag. Neben erheblichen und teilweise bleibenden Verletzungen ist auch die seelische Belastung enorm hoch. Erlittene Demütigungen, ein Gefühl des Ausgeliefertseins und Todesangst werden dauerhafte Begleiter. Für die Betroffenen entstehen persönliche „Angsträume“ - sowohl individuell erlebt, als auch in Form eines permanenten Bedrohungsszenarios für ganze Gruppen.

Solange die Öffentlichkeit diese Fälle nicht wahrnimmt und eine Bedrohung durch rechte Gewalttäter ernst nimmt, stärkt sie die Täter, die sich in der Anonymität sicher fühlen. Die Ausstellung „Angsträume“ nimmt die Perspektive der Betroffenen ein und ruft zur Unterstützung durch Mitmenschen auf. Alltägliche rechte Gewalt bleibt oft unbeachtet und unsichtbar, Ausstellungen wie „Angsträume“ bieten die Chance, diese ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Denn rechte Gewalt in der Kommune darf nicht verschwiegen oder verharmlost werden, die Betroffenen brauchen Solidarität und Sicherheit.

Das von der Mobilen Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen (ezra) ins Leben gerufene Projekt wurde im Rahmen des Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung finanziell gefördert.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Februar in der Stadtverwaltung Weimar (Schwanseestraße 17) zu sehen. Eine Ausleihe der Ausstellung ist direkt bei der Opferberatung ezra möglich.
 

 

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