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Pointierter Lehrer-Wegweiser durch 60 Jahre Filmgeschichte



Lieber „Das Leben ist schön“ oder „Nackt unter Wölfen“? Lehrer zeigen gern Filme, um Themen zu vertiefen. Schüler sehen sie gern, weil sie Abwechslung in den Unterricht bringen. Zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust ist die Auswahl riesig – aber mit welchem Film lässt sich was vermitteln? Eine pointierte, kommentierte und mit Arbeitsmaterialien ausgestattete Auswahl bietet die Broschüre „Sehen. Deuten. Handeln. Filme über Nationalsozialismus und Holocaust im Unterricht“ der Amadeu Antonio Stiftung.


Von Simone Rafael

Das Filmheft „Sehen. Deuten. Handeln. Filme über Nationalsozialismus und Holocaust im Unterricht“ wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer, die zu den Themenbereichen Nationalsozialismus, Holocaust und Gedenk- und Erinnerungskultur mit Filmen im Unterricht arbeiten wollen. Es bietet sowohl eine Auswahl von Filmen unter verschiedenen Kriterien als auch praxisnahe Methoden für eine reflektierte Arbeit mit dem Medium Film im Schulunterricht. Die Auswahl von Spiel- und Dokumentarfilmen ermöglicht – je nach Klassenstufe und Einarbeitung in den Themenbereich – unterschiedliche Annäherungen an das Thema: Sie können der Informationsvermittlung dienen, aber auch zur Auseinandersetzung einladen, wie die historischen Sachverhalte inhaltlich wie auch filmhandwerklich thematisiert werden oder eine Reflexion verschiedener Handlungsperspektiven ermöglichen.

Im Filmheft wird die Auswahl der Filme ausführlich erläutert und grundlegende Arbeitsmethoden vorgestellt. Im Hauptteil werden 13 Filme empfohlen und mit einer inhaltlichen Kurzbeschreibung, produktionstechnischen Eckdaten und einer Altersempfehlung vorgestellt. Dazu gibt es eine Zusammenstellung leicht zugänglichen Hintergrundmaterials (Links, Literatur) zur Vorbereitung und Vertiefung jedes einzelnen Films und Angaben zum kostengünstigsten Verleih oder Erwerb der Filme. Außerdem gibt es zu jedem Film „Beobachtungsaufträge“ für Schülerinnen und Schüler, die sich als Arbeitsblätter direkt aus dem Heft kopiert lassen. Den Abschluss macht eine Sammlung grundlegender Links und Literatur zu medienpädagogischer Arbeit.

Ausgewählt wurden vom Redaktionsteam um Dagi Knellessen und Berit Lusebrink inhaltlich und filmästhetisch wertvolle Filme, die aber auch praktische Kriterien wie eine im Schulunterricht händelbare Länge oder eine leichte Verfügbarkeit zum Beispiel über die Landesfilmdienste erfüllen. Im Heft finden sich historische Spielfilme, die das zeitgeschichtliche Ereignis als fiktionale Erzählung thematisieren, und klassische Dokumentarfilme, die mit Quellen und Zeitzeugen arbeiten.

Im Bereich Nationalsozialismus und Holocaust werden sechs zeitgeschichtliche Spielfilme vorgestellt, die ausschnitthaft die über 60-jährige Filmgeschichte des Genres zu diesen Themen anhand internationaler Produktionen nachzeichnen – von Chaplins „Der große Diktator (USA 1940) bis Roman Polanskis „Der Pianist“ (Frankreich, Deutschland, Polen, Großbritannien 2002).

In der Rubrik Gedenk- und Erinnerungskultur finden sich sechs deutsche Dokumentarfilmproduktionen, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind und sich mit Opfern und Verfolgten des Nationalsozialismus, Überlebenden und Rückkehrern und familiäre Auseinandersetzung mit der Täterschaft beschäftigen – von Rolf Bickels und Dietrich Wagners „Der Frankfurter Auschwitz-Prozess“ (2005) bis zu Yoash Tataris „Mein Vater der Mörder. Eine Tochter klagt an“. Dazu kommt Alain Renais’ Kurzdokumentation über die Vernichtung der europäischen Juden von 1955, die bis heute nichts an Eindringlichkeit verloren hat.

„Sehen. Deuten. Handeln. Filme über Nationalsozialismus und Holocaust im Unterricht“ bietet knapp zusammengefasste, sachliche und kenntnisreich zusammengetragene Informationen, die die Arbeit mit Filmen über dieses Thema nicht nur erleichtern, sondern durch die Arbeitsaufträge auch die verschiedenen inhaltlichen und künstlerischen Dimensionen der filmischen Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex fassbar machen.


Bestellen:
Die Broschüre kann für 3,50 Euro bei der Amadeu Antonio Stiftung bestellt werden.
Kontakt:
berit.lusebrink (at) amadeu-antonio-stiftung.de
Tel.: 030. 240 886 13

Das Filmheft ist ein Ergebnis des Projekts „Zukunft der Erinnerung“ der Amadeu Antonio Sitftung, das im Rahmen des Förderprogramms „Geschichte und Menschenrechte“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert wurde.

 

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