Das war 2012

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

 

 

Das war 2012 - der AAS Jahresrückblick

Foto: CherryPoint, cc

 

Die Amadeu Antonio Stiftung blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2012 zurück: Denn hinter uns liegen zwölf Monate voller bewegender Nachrichten und erschütternder Skandale. Neben zahlreichen gewalttätigen Übergriffen durch Rechtsextreme auf Parteibüros, Migranten und engagierten Demokraten waren es auch die scheinbar nicht enden wollenden Skandale und Pannen rund um die NSU-Aufklärung. Aber auch die zahlreichen Fälle von „Racial Profiling“ und Alltagsrassismus haben uns beschäftigt. Dennoch haben uns die vielen demokratischen Projekte, Gespräche und Begegnungen mit mutigen Menschen sowie Initiativen, die sich gegen rechte Umtriebe wehren, darin bestärkt auch im nächsten Jahr weiter zu Ermutigen, Beraten und zu Fördern. Die Amadeu Antonio Stiftung dankt allen Spenderinnen und Spendern, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie Freundinnen und Freunden für die gute Zusammenarbeit, die im kommenden Jahr 2013 hoffentlich fortgesetzt wird!

 

Januar

© Zeitfixierer

 

Auch im neuen Jahr marschieren Neonazis wieder in deutschen Städten auf und verbreiten ihre menschenverachtenden Parolen, wie in Dessau und Magdeburg (Foto).

Die Amadeu Antonio Stiftung stellt zusammen mit Wolfgang Thierse im Bundestag ihre Broschüre »Kinder haben Rechte« vor.

 

Februar

© Jürgen Pollak

 

In Dresden beteiligt sich die Amadeu Antonio Stiftung an der Mobilisierung gegen Europas größten Naziaufmarsch. Mehrere Tausend Menschen verhindern mit kreativen Aktionen und Sitzblockaden die Demonstration der Neonazis.

Wenige Tate später finden am 23. Februar in Berlin die Zentralen Gedenkfeierlichkeiten für die Opfer der NSU- Mordserie statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel bat dabei die Familien der Opfer um Verzeihung. Zeitgleich gab es bundesweit eine Schweigeminute, bei der alle Räder stillstanden. Dennoch kommt es jetzt darauf an, dass es nicht nur bei diesem symbolträchtigen Signal bleibt, sondern es eine wirkliche, konsequente Aufarbeitung der Taten gibt und sich die Gesellschaft mit dem Kernproblem auseinandersetzt, welches Rassismus heißt.

 

März

Kein Ort für Neonazis
 

Die Stadt Kiel wird mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung »Kein Ort für Neonazis«. Am 2. März wurden die Blechschilder von Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) der Öffentlichkeit präsentiert. Das erste "Kein Ort für Neonazis - Kiel gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus"-Schild hat der Oberbürgermeister persönlich am Rathaus befestigt. Mit 500 Blechschildern an öffentlichen und privaten Gebäuden in der ganzen Stadt wird dauerhaft ein deutliches Zeichen gegen Neonazis gesetzt.

 

April

 

Die Klage des Pirnaer Vereins „Alternativen Kultur- und Bildungszentrums Sächsische Schweiz e.V.“ (AKuBiZ) gegen die „Extremismusklausel“ vor dem Dresdner Verwaltungsgericht hat Erfolg. Das Gericht kommt dabei zu dem Schluss, dass die Klausel rechtswidrig ist. Das Urteil ist damit ein erster Teilerfolg für alle Initiativen und Projekte, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Die Amadeu Antonio Stiftung begleitete den Prozess ausführlich.

 

Mai

 

Projektpartner der Amadeu Antonio Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern, darunter auch das Peter-Weiss-Haus (Foto) in Rostock, werden wiederholt von Rechtsextremen angegriffen. Es werden Fenster eingeschmissen und Buttersäure verspritzt. Auf den Demokratieladen in Anklam wird ebenfalls ein Buttersäureanschlag verübt. Die Fassade des Interkulturellen Wohnprojekts in Greifswald wird mit brauner Farbe beschmiert. Den ganzen Sommer über häufen sich in dem Bundesland koordinierte Anschläge auf Imbissbuden und Einrichtungen politisch Aktiver.
Auch in Sachsen kommt es zu schweren Übergriffen. Auf ein Lokal in Geithain wird ein Sprengstoffanschlag verübt. Erschreckende Belege für die enorme Gewaltbereitschaft der Neonaziszene.

 

Juni

© PM Cheung

 

Das „Bündnis gegen das Schweigen“, welchem die Amadeu Antonio Stiftung von Beginn an angehört, veranstaltet in Berlin ein öffentliches Hearing, bei dem unter anderem mit Anwälten und Betroffenen über die rassistische Mordserie des NSU diskutiert wird.

Im Juni startet die Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine und Polen und zieht massenhaft begeisterte Fans an. In den Stadien offenbaren sich aber auch wieder die Schattenseiten des Fußballs: Rassismus, Homophobie und Chauvinismus. Obwohl neonazistische Ultras bei vielen Spielen den Ton in den Fankurven angeben, wird das Thema in der deutschen Berichterstattung weitestgehend ausgeklammert.

 

Juli

© Sebastian Niedlich

 

Die Debatte um das Gedicht „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass verdeutlicht, wie sehr die Frage, wo Israelkritik aufhört und antisemitische Ressentiments anfangen, für hitzige Debatten sorgt. Die Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht eine Broschüre mit dem Titel „Man wird ja wohl Israel noch kritisieren dürfen …?!“ – Über legitime Kritik, israelbezogenen Antisemitismus und pädagogische Interventionen.

In Leipzig und anderen Städten entfacht eine emotional aufgeladene Debatte um die Unterbringung von Asylbewerbern. Dabei treten rassistische Ressentiments und Vorurteile zutage, die einen gruseln lassen. Der Initiativkreis Menschen.Würdig in Leipzig versucht die Menschen aufzuklären und unterstützt die Flüchtlinge in ihren Forderungen.

 

August

 

Die Stadt Eberswalde streitet weiter um ein würdiges Gedenken für Amadeu Antonio, der am 12. August seinen 50.Geburtstag gefeiert hätte. In der Debatte zeigt sich wieder einmal, dass der Rassismus in der Gesellschaft weit verbreitet ist. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt die Initiative für die Umbenennung eines Teilstücks der Eberswalder Straße in Amadeu-Antonio-Straße.

Die Amadeu Antonio Stiftung stellt auf einer viel beachteten Pressekonferenz den Report „Das Kartell der Verharmloser - wie deutsche Behörden systematisch rechtsextremen Alltagsterror bagatellisieren“ vor. Darin prangert die Autorin die verbreitete Taktik vieler Städte an, rechte Gewalt nicht als solche zu benennen und stattdessen zu verharmlosen. Auch die vielerorts fehlende, oder nicht ausreichend unterstützte Zivilgesellschaft wird beschrieben.

 

September

 

Netz gegen Nazis engagiert sich gegen Rassismus und Antisemitismus auf Facebook, wo Seiten mit menschenfeindlicher Hetze einfach als »Humor« deklariert werden, um diese Inhalte ohne Konsequenzen zu posten. Den Aufruf können Sie hier nachlesen.

 

Oktober

 

In Berlin wird endlich das Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus eingeweiht.

Nach den deutlichen Protesten verschiedener Organisationen wird die geplante Änderung der Abgabenordnung gekippt: Der Verfassungsschutz wird zukünftig nicht über die Gemeinnützigkeit von zivilgesellschaftlichen Initiativen entschieden.

 

November

© Robert Damrau

 

Die Amadeu Antonio Stiftung verleiht zusammen mit der Freudenberg Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung, zum wiederholten Mal den Sächsischen Förderpreis für Demokratie an Initiativen in Sachsen. Die Hauptpreisträger sind der Initiativkreis Menschen.Würdig und das Bündnis Nazifrei! Dresden stellt sich quer.

Zeitgleich starten die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus, die mit 265 Veranstaltungen über aktuelle Formen des Antisemitismus aufklären und vor Ort der Judenverfolgung im Nationalsozialismus gedenken.

Toleranz, Fairness und Respekt sind auch im Fußball elementar für den Umgang miteinander. Deshalb haben Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie in diesem Sport nichts verloren. Die Amadeu Antonio Stiftung hat mit der neuen Seite fussball-gegen-nazis.de einen Ort geschaffen, an dem Informationen gesammelt und zum Austausch für Vereine und Fans angeregt wird.

 

Dezember

© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn, c

© Roland Rossner

 

Der Verein Alte Synagoge Stavenhagen e.V. hat die nötigen strukturellen und finanziellen Möglichkeiten eröffnet, noch in diesem Jahr mit der Rettung der Synagoge in Stavenhagen beginnen zu können! Überdies ist es das Anliegen des Vereins, das Interesse am Engagement für die Synagoge und ihre bewegte Geschichte zu wecken.

 

Kontakt

Amadeu Antonio Stiftung
Linienstr. 139
10115 Berlin

info@amadeu-antonio-stiftung.de

Tel.:  ++49 (0)30. 240 886 10
Fax:  ++49 (0)30. 240 886 22

 

Spendenkonto

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