Jugendliche auf Spurensuche in Salzgitter
Im Rahmen des Projekts "Antisemitismus in Ost und West. Lokale Geschichte sichtbar machen" der Amadeu Antonio Stiftung haben sich Jugendliche in Salzgitter auf die Suche nach Spuren ihrer Stadtgeschichte begeben.
„Wozu erinnern? Lasst die Vergangenheit doch ruhen! Wir leben im Hier und Jetzt“. Solche und ähnliche Aussagen bekamen die Jugendlichen des Projekts „Lokale Geschichte sichtbar machen. Erinnerungskultur in Salzgitter“ des öfteren zu hören. Am 15. April präsentieren sie die Ergebnisse.
Ein Jahr lang haben sich die Jugendlichen mit Stadtgeschichte und Erinnerungskultur in Salzgitter beschäftigt. Möglich war dies im Rahmen eines Projektes der Amadeu Antonio Stiftung, „Antisemitismus in Ost und West. Lokale Geschichte sichtbar machen“. Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie." Regelmäßig haben die Jugendlichen sich auf Spurensuche in Salzgitter gemacht und die Ergebnisse mit einer Videokamera festgehalten. Hierzu haben sie nicht nur Passanten zum Thema Erinnerungskultur interviewt, sondern auch Orte in Salzgitter aufgesucht, die von der noch jungen Stadtgeschichte erzählen.
Erst 1942 wurde Salzgitter von den Nationalsozialisten gegründet. Der Zusammenschluss einzelner Dörfer sollte den Abbau des vorhandenen Erzes vorantreiben, der für die Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs benötigt wurde. So konnten die Jugendlichen zum Beispiel auch die Frage klären, warum sich so viele Häusern in ihrem Ort ähneln: es handelt sich um Wohnhäuser der Arbeiter in den Reichswerken.
Drei KZ-Außenlager befanden sich in Salzgitter. Viele Häftlinge starben aufgrund der katastrophalen Arbeitsbedingungen und der schlechten hygienischen Zustände. Die Jugendlichen erfuhren während ihrer Spurensuche über die historische Bedeutung von Mahnmalen, wie zum Beispiel dem „Turm der Arbeit“, der an die Leiden der Häftlinge erinnert. Viel wichtiger ist aber das Wissen der Bevölkerung und der daraus resultierende Umgang mit der Vergangenheit. Für die Jugendlichen wurde die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands durch die „Spurensuche“ begreifbar.
Der entstandene Film - „Spurensuche in Salzgitter“- und zwei eigens von den Jugendlichen geschriebenen Rap-Songs haben am 15. April Premiere. Im Anschluss gibt es die Gelegenheit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
Präsentation der Ergebnisse des Jugendprojekts "Lokale Geschichte sichtbar machen. Erinnerungskultur in Salzgitter"
Wann? Mittwoch, 15. April 2009, 17.45 Uhr
Wo? Foyer des Gewerkschaftshauses, Chemnitzer Str. 33, 38226 Salzgitter-Lebenstedt
Es wird um Anmeldung beim Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V. gebeten: 05341 - 44581