Ise Bosch, Dreilinden gGmbH
„Wir alle sind gegen rechte Gewalt - die Amadeu Antonio Stiftung fördert diejenigen, die etwas dagegen tun, an vielen Orten und mit langem Atem. Sie geht dabei keine vorschnellen Kompromisse ein.“
Björn Harras, Schauspieler
„In den Medien hört man täglich, wie Menschen Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung werden. Weil Ermutigung und Aufklärung die besten Mittel gegen Intoleranz sind, unterstütze ich die Amadeu Antonio Stiftung.“
Peter Maffay, Musiker
„Es herrscht noch immer zu viel Unkenntnis gegenüber anderen Kulturen, aus der Feindseligkeit entsteht. Wir müssen lernen, über diesen Tellerrand hinaus zu sehen und kapieren, dass wir voneinander abhängig sind."
Cem Özdemir, Gründungskurator der Amadeu Antonio Stiftung
„Menschen, die gegen Rechts-extremismus, Rassismus und Antisemitismus angehen, stärken unsere demokratische Zivilgesell-schaft. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt sie und leistet damit wertvolle Arbeit."

Für ein weltoffenes Eberswalde, mit einer Amadeu-Antonio-Straße.
Zur Gedenkveranstaltung anlässlich des 50. Geburtstages Amadeu Antonio erklärt das Jugendbündnis Für ein tolerantes Eberswalde (F.E.T.E.):
Der rassistische Mord an Amadeu Antonio vor 22 Jahren prägt bis heute die Stadt Eberswalde. Seit dem sind viele zivilgesellschaftliche Initiativen aktiv geworden und haben durch ihr vielseitiges ehramtliches Engagement das Bild einer offenen und toleranten Stadt geprägt.
Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer Straßenumbenennung für Amadeu Antonio kam es jedoch zu Debatten und Aktionen, die diesem Bild mehr als geschadet haben. Jahrelange Arbeit schien vergebens gewesen zu sein. Rechte und rassistische Äußerungen, die nicht mehr für möglich gehalten wurden, konnten ohne großen Widerspruch getätigt werden. So hieß es in einem Offenen Brief der sogenannten BI „5. Gebot“: „Kürzlich erreicht mich noch das Gerücht, dass er (Amadeu Antonio) damals aktiv an einer körperlichen Gewalttat, gegenüber eines Eberswalders, beteiligt war, welche nicht von dem Eberswalder ausging.“
Die Gegner schrecken sogar nicht davor zurück, den Mord mit einem angeblichen Fehlverhalten des Opfers zu relativieren.
Bis heute kam es nicht zu einer Straßenumbenennung, weil auch der Bürgermeister und ein Großteil der Stadtverordneten vor der angeblichen „Bürgerbewegung“ und ihren fadenscheinigen aber eben auch zum Teil rassistischen Äußerungen gegen eine Straßenumbenennung in die Knie gegangen sind. Sie haben aus Angst vor der Auseinandersetzung das Vorhaben auf die lange Bank geschoben und die Initiatoren vertröstet.
Genau die selben Politiker und Verantwortlichen, werden am Sonntag fromme Reden halten. Uns reicht das nicht mehr. Genügend Worte sind gesprochen worden, Toleranzkonzepte als Feigenblatt sind unnötig. Wir brauchen immernoch in dieser Stadt die gemeinsame Kraftanstrengung, dass rassistisches und menschenfeindliches Gedankengut keinen Nährboden mehr findet.
Die Debatten um die Straßenumbenennung geben dazu Grund genug. Eine „Amadeu-Antonio-Straße“ ist keine Lösung der Probleme, die diese Stadt hat, aber eben ein überfälliges Zeichen dafür, dass die Stadt Eberswalde tatsächlich über den eigenen Schatten springt und sich zu ihrer Verantwortung für eine tolerante und offene Gesellschaft bekennt.
Die historische Chance diese Straße zum 50. Geburtstag Amadeu Antonios umzubenennen wurde leider verpasst und das liegt in der Verantwortung eines Großteils der Stadtverordneten. Eberswalde sollte nicht erst bis zum 55. oder 60. Geburtstag warten.
V.i.S.d.P. Sebastian Walter - 10.08.2012
Amadeu Antonio Stiftung
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