Harry Belafonte zu Besuch in der Amadeu Antonio Stiftung

Bild: Simone Rafael

Harry Belafonte besucht Amadeu Antonio Stiftung


Der Künstler und UNICEF-Botschafter besuchte gestern die Amadeu Antonio Stiftung in Berlin, um sich über Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland und die Situation von Opfern rechter Gewalt zu informieren. Er betonte die Verantwortung von Künstlern und Musikern sich gegen Rassismus und andere Formen der Unterdrückung zu engagieren.

Eben noch überreicht er Joachim Fuchsberger die goldene Kamera, zwei Tage später sitzt er im Konferenzraum der Amadeu Antonio Stiftung, zusammen mit den Brother Keepers, Ade Bantu, Tyran Ricketts, Quietstorm und vielen anderen. Belafonte hat viele Fragen mitgebracht, wie stark ist der Rassismus in Deutschland verbreitet und wer tut was dagegen? Womit ist die Amadeu Antonio Stiftung erfolgreich? Er machte klar, dass er Rassismus als ein weltweites Problem sieht, auch in Afrika oder den USA. Schockiert zeigte er sich darüber, dass es „No-Go-Areas“ für Schwarze und andere Menschen, die nicht in das Weltbild von Nazis passen, gibt und Politiker dagegen nichts unternehmen oder Schwarze in Großstädten von der Polizei häufig zuerst als Drogendealer gesehen werden. Sein Besuch in der Amadeu Antonio Stiftung ist Teil eines Projektes, in Zuge dessen er sich in vielen Ländern über Rassismus informieren will. Nach Berlin wird er nach London und Paris reisen und dort auch Gespräche führen, wobei ihn ein Kamerateam immer begleitet.

„We are the World“


Besonders wichtig ist ihm, dass Künstler Verantwortung übernehmen. „Keiner kann sich entschuldigen, entweder sie kommen oder sie kommen nicht. Die Künstler sollen sich nicht hinter den Managern oder Bossen der Studios verstecken. Wenn Sie etwas bewegen wollen, finden sie einen Weg“. Genauso hat er damals Lionel Richie, Michael Jackson und Quincy Jones angesprochen und sie überzeugt, sich für das Projekt „We are the World“ zu engagieren, dass gerade durch Barbara Streisand, Kanye West und andere für Haiti neu aufgenommen wird.

Der Stiftungskoordinator, Timo Reinfrank, freute sich sehr über den Besuch von Belafonte: „Wir fühlen uns sehr geehrt durch den Besuch von Harry Belafonte und es ermutigt uns und viele andere sich weiter gegen Rassismus zu engagieren. Künstler haben eine große Verantwortung. Harry Belafonte nimmt diese Verantwortung wie wenig andere vorbildlich war.“


 

Harry Belafonte

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