Im Schatten der Renaissance

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Im Schatten der Renaissance

Anetta Kahane
 

Als Ambrogio Lorenzetti seine Fresken im Palazzo Pubblico von Siena malte, ging gerade das Mittelalter zu Ende. 1340 entstanden jene Bilder, auf denen er die revolutionären Gedanken der Bürger darüber zusammentrug, wie eine Stadt gut regiert werden sollte. Das Licht der Toskana streichelt die Darstellung der Folgen des guten Regierens, der Schatten fällt auf das Elend des schlechten. Diese Bilder wirken bis heute wie eine Prophezeiung der Moderne. Denn der Erfolg ist auf der Seite der Stadtgesellschaft, wenn sie den Normen der Republik folgend, möglichst viele Bürger in Recht und Gesetz beteiligt. Sogar Frauen und Fremde.

Kaum acht Jahrhunderte später gibt es in dem noch jungen Jahr 2013 drei große Debatten über den Common Sense der deutschen Republik. In der ersten ging es um die Frage nach Antisemitismus und Israelkritik. Die zweite Debatte fand ihren Höhepunkt, als ein schwarz angemalter Literaturkritiker sich im TV über Rassismus Gedanken machte. Bestimmte Wörter, so sagte der schwarz Bemalte, die heute wehtun, gehörten früher zum ganz normalen Kulturgut. Und die dritte Debatte um Rainer Brüderles sexistische Bemerkungen einer Journalistin gegenüber löste große Empörung über die Diktatur der politischen Korrektheit aus.
Das Gute an diesen Debatten: Ihre Themen werden endlich aus dem kalten Reich der Theorie herausgeholt. Und das Komische daran sind die Experten, die das nicht zulassen wollen. Weiße urteilen darüber, was Rassismus ist und was nicht, Männer erklären Sexismus und Israelhasser den Antisemitismus.

Lesen Sie die vollständige Kolumne von Anetta Kahane bei der Frankfurter Rundschau.

 

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