Am 20. April erhielt Claudia Dantschke den Ingeborg-Drewitz-Preis. Geehrt wurde sie für ihr journalistisches und politisches Engagement. Die Amadeu Antonio Stiftung gratuliert herzlichst.
„Wenn es niemand weiß, weiß sie es garantiert“, sagte Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der GRÜNEN, in seiner Laudatio für Claudia Dantschke. Am 20. April wurde Dantschke für ihr journalistisches, wissenschaftliches und politisches Engagement mit dem Ingeborg-Drewitz-Preis ausgezeichnet. Und zwar „nicht nur für das, was sie tut, sondern auch dafür, wie sie es tut“, brachte es Roland Otte von der Humanistischen Union, die den Preis verleiht, auf den Punkt.
Lebensweg
Dantschke studierte Arabistik in Leipzig und war in der DDR für die ADN tätig. Gemeinsam mit Ali Yildirim und Eberhard Seidel arbeitete sie für die deutsch-türkische Fernsehanstalt AYPA-TV. Sie veröffentlichte zum Thema Islamismus – und zwar immer sensibel für die Grenze zwischen Islamkritik und Verdammung des Islam. Auch in der Broschüre „,Die Juden sind schuld…‘ Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus“ der Amadeu Antonio Stiftung schrieb sie zu Erscheinungsformen des Antisemitismus und unter dem Titel „Feindbild Juden“. Seit 2001 ist Dantschke für das ZDK Gesellschaft für Demokratische Kultur gGmbH tätig und verfasste verschiedene Arbeiten zu den Themenfeldern Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Islamismus über Berliner Bezirke.
Unverzichtbare Expertise
„Claudia Dantschke ist gründlich. Ihr Markenzeichen ist, dass sie unbequem ist“, sagte Özdemir. Sie spreche Themen an, die behandelt werden müssen auch, wenn das nicht immer leicht ist. Und sie sei Expertin auf ihrem Gebiet. Ohne ihr Wissen komme auch sein Büro nicht aus: „Ohne ihre Expertise beweist man, dass man keine Ahnung vom Thema hat“, so Özdemir weiter. Und dabei ist sie stets auf Dialog bedacht: „Claudia Dantschke schafft es auch, sich konträr gegenüberstehende Menschen an einen Tisch zu bringen. Allein die Gäste auf ihrer Preisverleihung machen das mehr als deutlich“, so Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung, die ihr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung gratuliert. „Dieser Abend zeigt, was ich erreichen möchte: unterschiedlichste Menschen zusammenbringen“, sagt Dantschke in ihrer Dankesrede. Vor allem hebt sie hervor, dass ohne ihren langjährigen Kollegen Ali Yilidirim diese Auszeichnung nicht möglich gewesen wäre. „Ich möchte allen danken, die mich begleitet haben“, erklärt Dantschke. Doch vor allem, liebe Claudia, genieß diese Auszeichnung!
Von Nora Winter