Ise Bosch, Dreilinden gGmbH
„Wir alle sind gegen rechte Gewalt - die Amadeu Antonio Stiftung fördert diejenigen, die etwas dagegen tun, an vielen Orten und mit langem Atem. Sie geht dabei keine vorschnellen Kompromisse ein.“
Björn Harras, Schauspieler
„In den Medien hört man täglich, wie Menschen Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung werden. Weil Ermutigung und Aufklärung die besten Mittel gegen Intoleranz sind, unterstütze ich die Amadeu Antonio Stiftung.“
Peter Maffay, Musiker
„Es herrscht noch immer zu viel Unkenntnis gegenüber anderen Kulturen, aus der Feindseligkeit entsteht. Wir müssen lernen, über diesen Tellerrand hinaus zu sehen und kapieren, dass wir voneinander abhängig sind."
Cem Özdemir, Gründungskurator der Amadeu Antonio Stiftung
„Menschen, die gegen Rechts-extremismus, Rassismus und Antisemitismus angehen, stärken unsere demokratische Zivilgesell-schaft. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt sie und leistet damit wertvolle Arbeit."

Mit dem Einmarsch der Deutschen am 30. Juni 1941 hat der Mob die Lemberger Juden auf den Straßen erschlagen.
Von Anetta Kahane
In Lemberg stehen die Häuser aus allen großen Herrschaftsepochen. In Prospekten wirbt die Stadt damit, dass Lemberg nicht zerstört wurde. Meine Großeltern haben uns von Lemberg erzählt. Sie sind in der Gegend aufgewachsen und an Feiertagen manchmal in die goldene Stadt mit dem Pferdewagen gefahren.
Wir kamen fast ein Jahrhundert später mit einem kleinen Bus aus Berlin. Die Einfahrtstraßen nach Lemberg waren breit und holprig. Wir hatten etwas von dem nostalgischen Lächeln unserer Großeltern im Gesicht, wenn sie von Lemberg erzählten. Am Straßenrand standen graue Industrieruinen aus der Sowjetzeit. Einige buckelige Häuser noch, ein paar Neubaubaublocks, und gleich würden wir sie sehen – die einstige Metropole des Ostens.
Als meine Großeltern Teenager waren, lebten hier Polen, Ukrainer und Juden. Österreicher, Ungarn, Franzosen bevölkerten mit all den anderen die Kaffeehäuser, von denen man sagte, sie wären ebenso so bunt, verrucht und intellektuell wie die in Wien oder Prag. Dann stoppte der Bus. Auf die grauen Wände eines Hauses hatte jemand einen riesigen Galgen gesprüht, an dem ein Davidstern aufgehängt war. Ein Willkommen in der Realität: Hakenkreuze, Keltenkreuze, „Jude verrecke“. Die ersten Zeichen dafür, weshalb die Familien unserer Großeltern schon 1905 den Weg andersherum genommen hatten: von Lemberg nach Berlin. Der Galgen markierte den Eingang in ein Land, in dem Österreicher, Polen, Russen, Ukrainer und die Deutschen ihre Rivalitäten und ihre Wut wie seit Jahrhunderten besonders heftig an den Juden ausließen.
Lesen Sie weiter in der Berliner Zeitung.
Amadeu Antonio Stiftung
Linienstr. 139
10115 Berlin
Tel.: ++49 (0)30. 240 886 10
Fax: ++49 (0)30. 240 886 22
Amadeu Antonio Stiftung
GLS Bank Bochum
BLZ 430 609 67
Konto 6005 0000 00
IBAN: DE32 4306 0967 6005 0000 00
BIC: GENODEM1GLS

