Anetta Kahane

Nazi-Nachwuchs auf dem Lande


Der Kita-Erlass der Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, bestätigt amtlich, dass Nazis massiv in die Erziehung und damit ideologisch in den Alltag drängen. Doch mit der fdGO können Kinder nicht spielen.


Großkaufhalle zum Feierabend in Prenzlau oder Ludwigslust: Vor mir, ein junger Mann, sportlich, munter, selbstbewusst; er kauft Bio, auf seinem T-Shirt steht "Braune Musik Fraktion", in Frakturschrift. Gitarre und Maschinengewehr kreuzen sich auf dem Rücken. Eine Regalweite entfernt steht eine junge Mutter, schlank, totschwarz-pink gefärbtes Haar. Sie stopft ihr Kind in den Sitz des Einkaufswagens, wortlos. Bei den Nudeln treffen sich die jungen Eltern.

Das weiß man doch…

Ein weiteres, etwas älteres Pärchen kommt hinzu. Das Kind dieser beiden kaut eine Möhre, die Eltern sind sehr blond, und unter ihren Thor-Steinar-Klamotten blitzen Tattoos mit Totenköpfen hervor. Die Frauen checken ihre lange Einkaufsliste. Später steigen alle in einen Kleinbus, auf dessen Hinterteil klebt ein Sticker, darauf steht, ebenfalls in Fraktur, "Todesstrafe für Kinderschänder". Ich schaue mich um. Außer mir scheint niemandem etwas aufzufallen. Ja, und? Weiß man doch. Junge Familien im ländlichen Raum. Nazimilieu. Sie sind mittendrin im Alltag: beim Kinderarzt, auf Ämtern, in der Kita, auf dem Spielplatz, mit anderen Familien bei Kinderfesten mit Grillen am See. Die Frage, sonst ausschließlich und mit Nachdruck an Migranten gestellt, lautet: Wie steht es mit der Integration?

Von Anetta Kahane, den vollständigen Artikel finden Sie in der Berliner Zeitung.
 

 

Nazi-Nachwuchs

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