Protest am 1. Mai 2009 in Berlin-Köpenick, Foto: wstuppert via flickr, cc
Am 1. Mai werden bundesweit Neonazidemonstrationen stattfinden. Mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung hat sich in Berlin ein prominentes Bündnis gefunden, dass zu Gegenprotesten aufruft.
"Wir Berlinerinnen und Berliner werden Rechtsextremisten die Straßen
Berlins nicht überlassen", heißt es in der Erklärung des vom "Berliner Ratschlag für Demokratie" verbreiteten Aufrufs, den die Amadeu Antonio Stiftung mitinitiiert hat und dem sich Anetta Kahane anschließt. Prominente aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien rufen dazu auf, sich am 1. Mai den Neonazis aktiv und friedlich entgegen zustellen. Unterzeichnet haben zum Beispiel auch die Moderatorin und Filmemacherin Mo Asumang, ebenso Philipa Ebéné von der Werkstatt der Kulturen, Carola Blum, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, oder auch Berliner Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky.
Was erzählen Neonazis am 1. Mai
Neonazis entdecken den „Tag der Arbeit“ immer mehr für sich. Mit rassistischer und antisemitischer Manier wollen sie Kapitalismuskritik üben. In Berlin heißt das Motto in diesem Jahr „Unserem Volk eine Zukunft“ in Schweinfurt zum Beispiel „Kapitalismus bedeutet Krieg“. Ganz klassisch ist die NPD in Zwickau mit „Arbeit für Deutsche! Fremdarbeiter-Invasion stoppen!“. Ob offener artikuliert oder verdeckt: Hinter den Aufrufen der Neonazis stecken Antisemitismus und Rassismus. Sie meinen, immer noch hinter allem eine „jüdische Weltverschwörung“ zu finden. Das äußert sich in Worten wie „Zinsknechtschaft“. Und geknechtet wird natürlich wer? Na, das Volk, das deutsche. Für dieses wollen sie einen „Nationalen Sozialismus“. Dafür gehen Neonazis am 1. Mai auf die Straße.
Ein Angriff auf Freiheit und Würde
"Wenn Neonazis aus Deutschland und Europa am 1. Mai auf den Straßen und Plätzen Berlins Angst verbreiten wollen, werden wir dies nicht dulden und nicht tatenlos zusehen", heißt es weiter im Aufruf. „Wir stehen für einen universellen Begriff der menschlichen Würde, weil in jeder/jedem Einzelnen die gesamte Menschheit repräsentiert ist“, kann man weiter lesen. Und genau deshalb ist es wichtig, sich aktiv gegen Neonazis zu stellen. Denn sie entwürdigen Menschen, greifen sie an ermorden sie sogar. Darum ruft das prominente Bündnis auf: „sich am 1. Mai mit uns an den verschiedenen zivilen und friedlichen Protesten gegen Rechtsextremismus zu beteiligen“.
Von Nora Winter