Freie Schule Mauerpark, c
Der Berliner Ratschlag für Demokratie vergibt Preise für Projekte gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Berliner Initiativen können insgesamt 5.000 Euro gewinnen.
Ab sofort und bis zum 31. Oktober 2010 können alle Berlinerinnen und Berliner Fotos, Videos, Texte und Präsentationen ihrer Projekte auf der Website des Berliner Ratschlags für Demokratie hochladen. Diese sind dann öffentlich zugänglich und eine interne Jury wird die interessantesten auswählen und prämieren. Insgesamt gibt es 5.000 Euro Preisgeld, welches auf mehrere Projekte aufgeteilt wird. Die Preisverleihung findet am 26. November statt.
Plattform für Initiativen
Für die Gewinnerinnen und Gewinner ist das Preisgeld eine gute Möglichkeit ihr oftmals knappes Budget aufzustocken. Doch auch für alle anderen Projekte und Initiativen, die beim Preisgeld leer ausgehen, bietet der Ratschlag mit seiner Projektplattform Möglichkeiten, sich auf unkomplizierte Weise zu präsentieren und zu vernetzen. Zudem werden Vorschläge und Anleitungen zur Durchführung öffentlichkeitswirksamer Aktionen gestellt.
2009 wurde der Preis „Respekt gewinnt“ das erste Mal vergeben. Insgesamt wurden fünf Initiativen ausgezeichnet. Den ersten Platz belegten damals die freie Grundschule am Mauerpark mit einer Plakataktion und Jugendliche aus dem Märkischen Viertel mit ihrem Film „Das Ghetto ist immer woanders“. Hierfür interviewten sie Bewohnerinnen und Bewohner ihres Viertels, die größtenteils ihre als Ghetto stilisierte Wohngegend recht positiv fanden. „Die Medien machen das Ghetto“, fasste es ein Mädchen passend zusammen. Begleitet wurde das Projekt durch Andrés Nader von der Amadeu Antonio Stiftung.
Zusammenschluss einflussreicher Berlinerinnen und Berliner
Der Ratschlag wurde Anfang 2008 gegründet und versteht sich als breites Bündnis der bürgerlichen und zivilen Gesellschaft. Alle Unterzeichnenden der „Berliner Verpflichtung“ des Ratschlags verpflichten sich zu Solidarität, Respekt und im Ernstfall, etwa bei Diskriminierungen in ihrem Umfeld, nicht wegzusehen sondern einzugreifen. Mitglieder sind viele einflussreiche und prominente Berlinerinnen und Berliner wie die Filmemacherin Mo Asumang und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Auch die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, ist mit dabei. „Für eine internationale Stadt wie Berlin ist es ganz entscheidend, dass Rassismus und Antisemitismus keinen Platz haben. Das ist bei unserer Geschichte nicht immer einfach zu bewältigen. Umso wichtiger ist es, sich mit Respekt zu begegnen und lokale Initiativen zu unterstützen“, begründet sie ihre Mitgliedschaft. Der Ratschlag setzt sich dafür ein, dass „Demokratie, Vielfalt und Respekt Schlüsselbegriffe der Stadtgesellschaft werden“.
Von Lisa Doppler