Ise Bosch, Dreilinden gGmbH
„Wir alle sind gegen rechte Gewalt - die Amadeu Antonio Stiftung fördert diejenigen, die etwas dagegen tun, an vielen Orten und mit langem Atem. Sie geht dabei keine vorschnellen Kompromisse ein.“
Björn Harras, Schauspieler
„In den Medien hört man täglich, wie Menschen Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung werden. Weil Ermutigung und Aufklärung die besten Mittel gegen Intoleranz sind, unterstütze ich die Amadeu Antonio Stiftung.“
Peter Maffay, Musiker
„Es herrscht noch immer zu viel Unkenntnis gegenüber anderen Kulturen, aus der Feindseligkeit entsteht. Wir müssen lernen, über diesen Tellerrand hinaus zu sehen und kapieren, dass wir voneinander abhängig sind."
Cem Özdemir, Gründungskurator der Amadeu Antonio Stiftung
„Menschen, die gegen Rechts-extremismus, Rassismus und Antisemitismus angehen, stärken unsere demokratische Zivilgesell-schaft. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt sie und leistet damit wertvolle Arbeit."

Verschwörungstheoretikern kommen die Asteroid-Einschläge in Russland gerade recht
Wow, in Russland ist ein Asteroid niedergegangen. Wir alle hätten keine Chance gehabt, wäre er noch ein Stück größer gewesen. Das ist beunruhigend.
Den Verschwörungsideologen kommen die Einschläge sehr gelegen. Fehlgeleitete Raketen waren Ursache der Explosionen, vermutlich vom Mossad. Oder es geht es um eine satanistisch-jesuitische Neue Weltordnung, die den Tempel Salomon wiederaufbauen will.
In Berlins Mitte, am Bahnhof Friedrichstraße läuft ein Mann ziellos auf und ab und referiert Spionagefantasien in drei Sprachen. Zwischen dem Würstchenverkäufer, schlechten Straßenmusikanten und Punks mit Hunden, schreit er die geheimsten Geheimnisse über Geld, Macht und Politik in die Welt hinaus. Ganz klar: Der Mann ist verrückt. Aber harmlos. An vielen Bahnhöfen in Deutschlands stehen solche Irren. Die erkennt man sofort. Doch stellen wir uns vor, herabnieselnder Asteroidenstaub würde auch alle anderen sichtbar machen, alle Verschwörungsfans, alle Ideologen, die nur „die Wahrheit“ sagen, direkt vor unserer Nase.
Alles neu ordnen
Vor dem Schuhladen stehen ein freundlicher kleiner Mann und eine Frau mit Kopftuch. Sie sammeln Unterschriften gegen die Steinigung von Frauen im Iran. Das klingt erst mal gut. Allerdings gehören sie zum Kreis der iranischen Volksmudschaheddin, einer Art Sekte im stalinistischen Stil. Einst waren sie terroristisch aktiv, nun wollen sie das Übel des Mullah-Regimes durch ihr eigenes Übel ablösen.
Gegenüber, gleich neben der Sparkasse, haben einige Leute ein Tischchen aufgebaut mit Flyern und Heften. Ein pickeliger junger Mann und eine hochgewachsene Frau, sprechen Passanten an. Sie werben für die BüSo, einer antiimperialistischen und antisemitischen Organisation. Sie wollen riesige Verkehrswege quer über die Welt bauen und allen ihre Zivilisation bringen. Dazu brauchen sie kleine, schwimmende Reaktoren für die Kernfusion. Auch sie sehen das Ende gekommen, vor allem des (jüdischen) Bankensystems wegen und haben schon eine Idee, wie sie alles neu ordnen wollen.
Lesen Sie die Kolumne in voller Länger bei der Frankfurter Rundschau.
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