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Verschwörungstheoretikern kommen die Asteroid-Einschläge in Russland gerade recht

Wow, in Russland ist ein Asteroid niedergegangen. Wir alle hätten keine Chance gehabt, wäre er noch ein Stück größer gewesen. Das ist beunruhigend.

Den Verschwörungsideologen kommen die Einschläge sehr gelegen. Fehlgeleitete Raketen waren Ursache der Explosionen, vermutlich vom Mossad. Oder es geht es um eine satanistisch-jesuitische Neue Weltordnung, die den Tempel Salomon wiederaufbauen will.

In Berlins Mitte, am Bahnhof Friedrichstraße läuft ein Mann ziellos auf und ab und referiert Spionagefantasien in drei Sprachen. Zwischen dem Würstchenverkäufer, schlechten Straßenmusikanten und Punks mit Hunden, schreit er die geheimsten Geheimnisse über Geld, Macht und Politik in die Welt hinaus. Ganz klar: Der Mann ist verrückt. Aber harmlos. An vielen Bahnhöfen in Deutschlands stehen solche Irren. Die erkennt man sofort. Doch stellen wir uns vor, herabnieselnder Asteroidenstaub würde auch alle anderen sichtbar machen, alle Verschwörungsfans, alle Ideologen, die nur „die Wahrheit“ sagen, direkt vor unserer Nase.

Alles neu ordnen

Vor dem Schuhladen stehen ein freundlicher kleiner Mann und eine Frau mit Kopftuch. Sie sammeln Unterschriften gegen die Steinigung von Frauen im Iran. Das klingt erst mal gut. Allerdings gehören sie zum Kreis der iranischen Volksmudschaheddin, einer Art Sekte im stalinistischen Stil. Einst waren sie terroristisch aktiv, nun wollen sie das Übel des Mullah-Regimes durch ihr eigenes Übel ablösen.

Gegenüber, gleich neben der Sparkasse, haben einige Leute ein Tischchen aufgebaut mit Flyern und Heften. Ein pickeliger junger Mann und eine hochgewachsene Frau, sprechen Passanten an. Sie werben für die BüSo, einer antiimperialistischen und antisemitischen Organisation. Sie wollen riesige Verkehrswege quer über die Welt bauen und allen ihre Zivilisation bringen. Dazu brauchen sie kleine, schwimmende Reaktoren für die Kernfusion. Auch sie sehen das Ende gekommen, vor allem des (jüdischen) Bankensystems wegen und haben schon eine Idee, wie sie alles neu ordnen wollen.

Lesen Sie die Kolumne in voller Länger bei der Frankfurter Rundschau.
 

 

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