Es ist wieder soweit! Zum vierten Mal wird dieses Jahr der Demokratiepreis an zwei Projekte vergeben, die sich für die Stärkung einer demokratischen Kultur einsetzen. Bis zum 31.August können sich Projekte und Initiativen aus Sachsen bewerben.
Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wurde vor drei Jahren zum ersten Mal ausgeschrieben um Projekte zu unterstützen, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Extremismus oder für Menschenrechte und eine demokratische Kultur einsetzen. Die Projekte bekommen durch den Preis nicht nur eine Auszeichnung für ihr zivilgesellschaftliches Engagement sondern durch die lukrativen Preisgelder auch eine konkrete Unterstützung für ihre Arbeit vor Ort. Gerade die Erfahrungen mit antidemokratischen Kräften in Sachsen haben die Initiatoren, die Kulturstiftung Dresden, die Stiftung Frauenkirche Dresden, die Freudenbergstiftung sowie die Amadeu Antonio Stiftung, dazu bewegt, den Preis ins Leben zu rufen. „Die Zahl von 263 schweren Gewalttaten im Jahr 2009 und ganz besonders auch der Mord an Marwa El-Sherbini zeigen, wie dringend erforderlich es ist, die Zivilgesellschaft und demokratische Kultur in Sachsen zu stärken. Mit dem Sächsischen Förderpreis möchten wir diejenige würdigen und unterstützen, die sich Tag für Tag beispielhaft gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren“ sagt Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.
Die Preisträger 2009
Im letzten Jahr wurde neben den Vereinen Roter Stern Leipzig e.V. und Hillersche Villa e.V. die Menschenrechtsinitiative Medinetz Dresden mit dem Sächsischem Förderpreis ausgezeichnet. Die Initiative besteht aus 15 Studentinnen und Studenten, die Flüchtlingen und Migrantinnen ohne Aufenthaltsstatus medizinische Hilfe vermitteln. Im Interview berichtet Anna Eichelberg, eine der Engagierten beim Medinetz: „Es war schon eine tolle Sache, dass wir unter den letzten zehn Nominierten waren, aber wir hätten nie damit gerechnet, dass ausgerechnet unser Projekt den Förderpreis gewinnen würde.“ Mit dem Preisgeld konnten die Aktiven des Vereins ein schon lange geplantes Projekt umsetzen und die Plakatausstellung „kein mensch ist illegal“ in Dresden präsentieren. „Insgesamt waren die Reaktionen auf die Ausstellung sehr positiv und haben unserer Arbeit mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verschafft. Schon allein durch das Bewerben der Ausstellung konnten wir viele Menschen auf die problematische Situation von Personen ohne Aufenthaltsstatus aufmerksam machen.“ Frau Eichelberg bewertet die Auszeichnung ihrer Initiative sehr positiv. Auch im täglichen Ringen um die Unterstützung der Initiative durch Ärzte und Krankenhäuser hoffen sie auf eine Verbesserung: „Durch den Demokratiepreis haben wir von offizieller Seite eine Ehrung und eine Unterstützung für unsere Arbeit bekommen, so dass Ärzte uns hoffentlich ebenfalls schneller vertrauen und unterstützen werden.“ Außerdem konnten sie viele illegalisierte Migrantinnen finanziell bei dem Kauf von teuren Medikamenten oder dem Bezahlen von Krankenhauskosten unterstützen, was zuvor kaum möglich war.
Wie kann man sich bewerben?
Bis zum 31.August können Vereine, Schulen, Kommunen, Bündnisse und Initiativen ihre Bewerbung unter dem Stichwort „Förderpreis“ an die Amadeu Antonio Stiftung senden. Unter den Einsendungen werden zehn Projekte von einer Jury nominiert und unter den Nominierten zwei Preisträger ermittelt, die jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro erhalten. Die übrigen acht Nominierten erhalten eine Anerkennung von 500 Euro. Zudem werden alle Nominierten zu einem Workshop eingeladen. Die Preisverleihung findet dann am 9.November in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche statt.
Von Laura Frey
Näheres zu der Bewerbung erfahren Sie hier.