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Projektarbeit Verfolgung Sinti und Roma

Erna Lauenburger und die Familie Franz


Die Amadeu Antonio Stiftung zeigt am 19. Mai gemeinsam mit der Stiftung Topographie des Terrors zwei Filme über die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma.


Wer sich mit lokaler Geschichte beschäftigt, merkt: Geschichte wurde nicht nur von Entscheidungen der „großen Politik“ fernab vom eigenen Wohnort bestimmt, sondern ist auch als Handlungen und Erfahrungen von Menschen vor Ort zu begreifen. Das impliziert, dass es auch heute einen Unterschied macht, was ich mache, wie ich mich entscheide, ob und wie ich mich engagiere. Es macht auch einen Unterschied, ob ich weiß, was die Menschen vor Ort zur Zeit des Nationalsozialismus getan und erlebt haben, und wie sie nach 1945 damit umgingen.

Filme über die Ermordung der Sinti und Roma

Hier setzt der Film „Was mit Unku geschah – das kurze Leben der Erna Lauenburger“ an: Jugendliche vom Alternativen Jugendzentrum Dessau gingen im Rahmen eines Projektes der Amadeu Antonio Stiftung auf lokalhistorische Spurensuche, rekonstruierten den Lebensweg und die Verfolgungsgeschichte mehrerer Sinti aus Roßlau, und drehten den Film. Die Recherchen für diesen Film führten die Filmemacherin Jana Müller weiter: in einem weiteren neuen Film, „Nicht wiedergekommen“, wird die Verfolgungsgeschichte der Familie Franz vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik an den Sinti und Roma erzählt: Wald-Frieda Weiß erinnert sich eindrücklich an ihre von den Nazis ermordeten Familienmitglieder – nur vier von 27 überlebten den Völkermord an den Sinti und Roma.

Mit Filmen erinnern?

Im Anschluss an die Filmvorführung lädt die Amadeu Antonio Stiftung gemeinsam mit der Stiftung Topographie des Terrors zur Diskussion ein: Siegfried Franz, ein Nachkomme der portraitierten Familie Franz und Vertreter des Niedersächsischen Verbands Deutscher Sinti e.V., die Filmemacherin Jana Müller, Dr. Christian Staffa von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste sowie Andrés Nader von der Amadeu Antonio Stiftung möchten mit Ihnen diskutieren, wie das Gedenken an den Völkermord an den Sinti und Roma aussehen kann und welche Rolle Filme dabei spielen können.

Von Daniel Poensgen

Erna Lauenburger und die Familie Franz: Zwei Filme über die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Anschließende Diskussion mit:
Siegfried Franz, Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti e.V.
Jana Müller, Alternatives Jugendzentrum Dessau
Christian Staffa, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste
Andrés Nader, Amadeu Antonio Stiftung
Begrüßung: Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors

Mittwoch, 19. Mai 2010, 19 Uhr
Stiftung Topographie des Terrors
Niederkirchnerstr. 8, Berlin
Eintritt frei
 
Veranstaltungsankündigung als pdf
 

Einen Bericht der Veranstaltung gibt es auf Netz gegen Nazis
 

Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im NS

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