Rassistischer Gaststättenname "Zum kleinen Mohr"
Unter dem Motto „alle anders, alle gleich“ beginnen am 15. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Die Vereinten Nationen wollen des Massakers von Sharpeville gedenken, bei dem die südafrikanische Polizei am 21. März 1960 friedliche Demonstrantinnen erschoss. Zu diesem Anlass finden in ganz Europa mehrere tausend Veranstaltungen gegen Rassismus statt.
Am 21. März 1960 sammelten sich mehrere tausend Schwarze vor dem Polizeirevier in der südafrikanischen Stadt Sharpeville, um gegen die Passgesetze des Apartheidsystems zu demonstrieren. Trotz friedlichen Protestes eröffnete die Polizei das Feuer und tötete 69 friedliche Demonstranten. Die Ereignisse des „Massakers von Sharpeville“ führten zu der Ausweitung des Widerstandes gegen die Apartheidregierung Südafrikas und 1966 zur Gründung des „Internationalen Tages zur Überwindung von Rassendiskriminierung“. Seit 1979 wird der Gedenktag von den Vereinten Nationen mit der Einladung an alle Mitgliedsstaaten als „Internationale Woche gegen Rassismus“ gefeiert.
50 Jahre Sharpeville
2010 jährt sich das Massaker zum fünfzigsten Mal und wie in den Jahren zuvor wird es tausende Veranstaltungen in ganz Europa geben, die über Rassismus aufklären und seine verschiedenen Facetten beleuchten: von offener Diskriminierung bis zu alltäglichem Rassismus. Zu Rassismus in Deutschland sagte schon Prof. Dr. Rita Süssmuth: „Wer dieser Entwicklung tatenlos zusieht, verstößt nachhaltig gegen den ersten Satz unserer Verfassung, der eindeutig sagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus machen sich stark für eine Gesellschaft ohne Diskriminierungen. Im Hintergrund aller Aktionen vom 15. bis zum 28. März steht die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen. Diese Tage wollen Menschen anregen, sich mit der Geschichte und Aktualität von Rassismus auseinanderzusetzen und Ideen anbieten, wie man sich gegen Rassismus engagieren kann.
Unterstützung von vielen Seiten
Die Veranstaltungen in Deutschland werden vom Interkulturellen Rat koordiniert und von einem breiten Bündnis aus gesellschaftlichen Verbänden, Medien, Unternehmen und dem Europäischen Integrationsfonds finanziell unterstützt. Die Amadeu Antonio Stiftung fördert im Rahmen der Aktionswochen mehrere Schulen der Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Mit den Fördermitteln können Projekttage über das Thema Rassismus veranstaltet werden. Durch die Vielzahl der Partner und die kreativen Förderprojekte werden die Internationalen Wochen gegen Rassismus auch dieses Jahr einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Rassismus leisten und zur Realisierung einer Gesellschaft, die sich für die Gleichberechtigung aller einsetzt.
Von Tilman Tzschoppe