Ise Bosch, Dreilinden gGmbH
„Wir alle sind gegen rechte Gewalt - die Amadeu Antonio Stiftung fördert diejenigen, die etwas dagegen tun, an vielen Orten und mit langem Atem. Sie geht dabei keine vorschnellen Kompromisse ein.“
Björn Harras, Schauspieler
„In den Medien hört man täglich, wie Menschen Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung werden. Weil Ermutigung und Aufklärung die besten Mittel gegen Intoleranz sind, unterstütze ich die Amadeu Antonio Stiftung.“
Peter Maffay, Musiker
„Es herrscht noch immer zu viel Unkenntnis gegenüber anderen Kulturen, aus der Feindseligkeit entsteht. Wir müssen lernen, über diesen Tellerrand hinaus zu sehen und kapieren, dass wir voneinander abhängig sind."
Cem Özdemir, Gründungskurator der Amadeu Antonio Stiftung
„Menschen, die gegen Rechts-extremismus, Rassismus und Antisemitismus angehen, stärken unsere demokratische Zivilgesell-schaft. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt sie und leistet damit wertvolle Arbeit."

Foto: PM Cheung ©
„Eine wirksame Rechtsextremismusprävention erfordert die Berücksichtigung der Opferperspektive“ - Zum 20. Jahrestag der rassistischen Brandanschläge von Mölln (Schleswig-Holstein), sagt Timo Reinfrank, der Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung:
„Am 23. November jähren sich die rassistischen Brandanschläge von Mölln zum 20. Mal. Es sind vor allem die Angehörigen der Opfer an die wir heute denken. Auch 20 Jahre nach diesem schrecklichen Ereignis und nicht zuletzt vor dem Hintergrund der grausamen Mordserie des NSU wird deutlich, dass die Perspektive der Opfer sowohl bei Strafverfolgungsbehörden als auch in der öffentlichen Wahrnehmung weitestgehend unberücksichtigt bleibt. Eine wirksame Rechtsextremismusprävention erfordert jedoch genau diese Berücksichtigung, um die Gefahr von Rechts realitätsnah abzubilden.“
„Eine von Ressentiments geladene Asylrechtsdebatte in Deutschland der 1990er Jahre schürte nicht nur den Hass auf Asylsuchende, sondern auch auf Menschen, wie die Familie Arslan, die bereits seit Jahrzehnten ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland gefunden hatten“, so Timo Reinfrank weiter. Mölln war damals nicht der erste und blieb auch nicht der letzte rassistisch motivierte Brandanschlag – auch der Mordanschlag in Solingen unmittelbar nach der Asylrechtsänderung ist ein weiterer Beleg für die verheerenden Folgen dieser Debatte. „Diese schrecklichen Geschehnisse von damals müssen uns wachrütteln, rechtspopulistischen Argumenten in der gegenwärtigen Asylrechtsdebatte eine klare Absage zu erteilen, damit sich rechtsextreme Kräfte nicht als ausführender Arm einer stillen Mehrheit begreifen können. In der aktuellen Asylrechtsdebatte um Geflüchtete aus Mazedonien und Serbien brauchen wir deshalb eine sachliche Auseinandersetzung, die frei von Stigmatisierungen und Vorurteilen geführt wird, um nicht eine ähnliche Drohkulisse wie in Deutschland der 1990er Jahre aufzubauen“, so Timo Reinfrank weiter.
Hintergrund:
Dem Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Mölln im Jahre 1992 fielen drei Mitglieder der Familie Arslan zum Opfer, neun weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die überlebenden Angehörigen und der „Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992“ haben zum 20. Jahrestag in der Woche vom 16. - 23. November 2012 verschiedene Gedenkveranstaltungen verwirklicht. Die Amadeu Antonio Stiftung hat die Gedenkveranstaltungen finanziell unterstützt. Der Tat von damals ging eine Asylrechtsdebatte voraus, die von rassistischen Stereotypen und einer polemischen Bildsprache geprägt war. Dieser Diskurs veranlasste die Politik im Jahre 1993 zu einer umfassenden Neugestaltung des Asylrechts. In diesem Rahmen wurde das Grundgesetz um den Artikel 16a ergänzt: Eine sogenannte Drittstaatenregelung, die zu einer massiven Einschränkung des Asylrechts führte, trat in Kraft.
Gedenkveranstaltungen
Die Familie Arslan hat zusammen mit dem Freundeskreis zum 20. Jahrestag des rassistischen Brandanschlages in der Woche vom 16. - 23. November 2012 verschiedene Gedenkveranstaltungen realisiert. Unter anderem fand mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung am 17. November 2012 ein Konzert zum Gedenken an die ermordeten Angehörigen statt. Mit dem Konzert will die Familie ein deutliches Signal gegen Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit setzen. Ermöglicht wurde das Projekt vor allem auch dadurch, dass alle Beteiligten das Anliegen der Familie zu ihrem gemacht haben und ehrenamtlich dafür arbeiteten. Bei dem Konzert traten verschiedene Künstlerinnen und Künstler, wie Murat Kayi, Neonschwarz, Sisters und Jan Delay feat. Delaydies & DJ Mad auf, die alle auf ihre Gagen verzichteten. Das Konzert fand im Anschluss einer bundesweiten Gedenkdemo in Mölln statt.
Gedenktag - Freitag, 23.11.2012
15:00h
Dialog Hilal Sezgin (Schriftstellerin und Publizistin)
und Imran Ayata (Schriftsteller und Mitbegründer von KanakAttack)
Ort: Stadthauptmannshof, Mölln
16.00 - 16.20h
Pressekonferenz
Ort: Stadthauptmannshof, Mölln
18:00h
Kranzniederlegung vor dem Brandhaus
19:00h
Möllner Rede von Beate Klarsfeld
Ort: Stadthauptmannshof, Mölln
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