Für die Amadeu Antonio Stiftung ist das Engagement gegen Antisemitismus ein zentrales Aufgabenfeld. Denn die Zahlen sind alarmierend: Seit 2001 sind antisemitische Grundhaltungen und antisemitisch motivierte Gewalttaten auf einem hohen Niveau. Vor diesem Hintergrund stellt sich für die Amadeu Antonio Stiftung die Frage, was man gegen Antisemitismus tun kann. Wie ist es möglich, auf zivilgesellschaftlicher Ebene präventiv zu arbeiten? Wie kann man die Wahrnehmung für das Problem stärken? Welche Gegenmaßnahmen sind notwendig? Gemeinsam mit Partnern und Praktikern werden bisherige Praxiserfahrungen reflektiert, erfolgreiche Projekte vorgestellt und ausgewertet.
Antisemitismus nimmt verschiedene Formen an, die sich vom Mittelalter und noch früher bis in die heutige Zeit ziehen. Einige grundsätzliche Anmerkungen.
Die Stiftung macht auf Antisemitismus aufmerksam: Seit 2002 erstellt die Amadeu Antonio Stiftung kontinuierlich eine Chronik antisemitischer Vorfälle.
Antisemitismus ist nicht ein Problem der Juden. Antisemitismus gefährdet die Demokratie. Daher sind alle angesprochen, zu handeln.
In diesem Jahr beschäftigt sich ein Projekt im Vorfeld der Aktionswochen gegen Antisemitismus mit israelbezogener Antisemitismus - eine, wenn nicht die derzeit gefährlichste und wirkungsmächtigste Form von Antisemitismus.
Die Wanderausstellung informiert über die Gefahren und Bedrohungen durch aktuellen Antisemitismus in Deutschland. Foto: BI Zossen zeigt Gesicht
Das Rechercheprojekt „Antisemitismus in der DDR“ hat sich zum Ziel gesetzt, eine Debatte anzustoßen. Im Gegensatz zum Mythos vom Antifaschismus gab es auch in der DDR Antisemitismus - dazu ist eine Wanderausstellung entstanden.
- Der Holocaust in Film und Literatur der DDR. Zahlreiche Filme und Romane entstanden in der DDR zum Nationalsozialismus. Aber warum wurde in diesen die Massenvernichtung der Juden kaum thematisiert?
Eine ehrliche und lebendige Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus war Ziel dieses Modellprojektes - und zwar in Ost und West. Foto: doratagold, cc
Lange Zeit verfiel die Synagoge im mecklenburgischen Stavenhagen. Die Amadeu Antonio Stiftung hat nun gemeinsam mit der Stadt, der Jüdischen Landesgemeinde und der Eigentümerin einen Verein gegründet, um sie wieder aufzubauen.
In Schulen sind Filme ein pädagogisches Mittel, um Inhalte interessant zu vermitteln. Die Stiftung hat deshalb mehrere Projekte, die sich mit der Darstellung von Nationalsozialismus, Holocaust und Antisemitismus im Film beschäftigen.