Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte erneut mit Hakenkreuzen beschmiert
Das Holocaust-Mahnmal in Mitte ist am Wochenende erneut mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Ein Wachmann entdeckte am Samstag, den 3. Januar die 40 mal 40 Zentimeter großen Schmierereien und antisemitischen Schriftzüge an zwölf Stellen des Manhmals. Zuletzt hatten im Sommer Unbekannte das Mahnmal mit Hakenkreuzen beschmiert.
(Berliner Zeitung, 05.01.09)
Berlin-Tiergarten(Berlin)
Jüdisches Mahnmal in Berlin-Tiergarten erneut beschmiert
Das Jüdische Mahnmal an der Putlitzbrücke in Tiergarten ist erneut von Unbekannten beschmiert worden. Am Morgen des 6 Januar 2009 wurden Beschädigungen mit goldener Farbe an dem Mahnmal entdeckt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ein Mitarbeiter des Bezirksamtes habe die Schmierereien beseitigt und die Ermittlungen wurden vom Staatsschutz aufgenommen. Die 2,50 Meter hohe Skulptur aus Edelstahl symbolisiert ein Grabmal, der Davidstern ist in eine Platte eingefasst und dahinter befindet sich eine Treppe gen Himmel. Wie zuvor wurden dort wiederholt Schweineköpfe abgelegt.
(taz, 06.01.2009)
Berlin-Spandau(Berlin)
Antisemitische Parolen an Wohnhaustür
Unbekannte Täter haben in der Nacht zum 9. Januar einen Zettel mit antisemitischen Parolen an die Eingangstür eines Wohnhauses am Lindenufer in Berlin-Spandau geheftet. Ein Anwohner des Hauses am Lindenufer fand das Papier am Morgen danach und alarmierte die Polizei. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht.Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen.
(Pressemitteilung Polizei, 09.01.09)
Berlin(Berlin)
Antisemitische Parolen bei Fußballspiel in Berlin
Bei einem Fußball-Hallenturnier der Berliner Regional- und Oberliga am 11. Januar sollen Anhänger des 1. FC Union Berlin wiederholt antisemitische, rassistische und schwulenfeindliche Gesänge und Parolen gegen den Fanblock von Tennis Borussia Berlin (TeBe), ein Verein mit jüdischen Wurzeln, angestimmt haben. Nach Angaben des betroffenen Fanblocks haben weder Vertreter des Berliner Fußball-Verbandes noch anwesende Sicherheitskräfte, selbst nach Aufforderungen von Vereinsvertretern anderer Mannschaften, auf die Entgleisung der Union-Fans nicht reagiert. Dazu hätten Gesänge wie "Alle Juden sind Schweine" und "Asylanten" gehört. Nur der Hallensprecher habe die Anwesenden aufgefordert, sämtliche rassistischen Gesänge zu unterlassen. Im Anschluss an die Partie zwischen Union und Tennis Borussia, die mit 0:2 ausging, hätten die Union-Fans zudem versucht, den Block der TeBe-Fans zu stürmen, was die Polizei aber verhinderte.
(taz, 14.01.2009)
Berlin-Mitte(Berlin)
Angriff auf Wachmänner vor Berliner Synagoge
Am Morgen des Dienstags, den 13. Januar, hat ein staatenloser Mann zwei Polizeiangestellte vor der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte mit einer Eisenstange angegriffen und einen Polizisten dabei am Arm verletzt. Der 38-jährige Täter, der sich selbst als Palästinenser ausgab, wurde überwältigt und festgenommen.
(Jüdische Allgemeine Zeitung, 15.01.09 )
Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)
Anschlag auf Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde in Rostock
In der Nacht zum 8. Januaer sind am Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde in Rostock fünf Scheiben eingeworfen worden, dabei ging auch ein Davidstern über dem Eingang zu Bruch. Die Polizei geht von einem politischen Hintergrund aus. Durch die Doppelverglasung ist kein weiterer Sachschaden entstanden. Die Stadt Rostock hat unbürokratische Hilfe sofort zugesagt.
(Allgemeine Jüdsiche Zeitung, 15.01.09)
Teterow (Mecklenburg-Vorpommern)
Gedenktafel in Teterow zerstört
Unbekannte Täter haben am Morgen des 11. Januars die Gedenktafel für die frühere Synagoge der Stadt zerstört. Die ermittelnde Rostocker Polizei vermutet, dass mit einem stumpfen Gegenstand oder Werkzeug so lange auf die Granittafel eingeschlagen worden sei, bis sie schließlich zerbrach.
(Jüdische Allgemeine Zeitung, 15.01.09)
Bad Segeberg(Schleswig-Holstein)
Antisemitische Schmierereien in Bad Segeberg
Am Sonnabend, den 10. Januar, wurden in Bad Segeberg, nur wenige Meter neben dem alten jüdischen Friedhof, antisemitische Schmierereien entdeckt. "Juden raus aus Palästina - Intifada" wurde in schwarzer Farbe an eine Mauer gesprüht. Zwei weitere Schmierereien mit den Kürzeln NSBA und NSR, hinter denen sich vermutlich die "Nationale Sozialisten - Bundesweite Aktion" und die "Nationale Sozialisten Rostock" verbergen, entdeckte die Gemeinde an Stromverteilerkästen.
(Jüdische Allgemeine Zeitung, 15.01.09)
Ilmenau(Thüringen)
Verwüstung und Schmierereien in der TU Ilmenau
Die Räume des Instituts des Landespatentzentrums der TU Ilmenau wurden in der Nacht zum 11. Januar verwüstet. Herausgerissene Türen, Schmierereien wie "Juden sind Scheiße" und Hakenkreuze finden sich überall.
(Jüdische Allgemeine Zeitung, 15.01.09)
Berlin (Berlin)
Bedrohung eines Studenten nach Demo gegen Hamas in Berlin
Ein 24-jähriger Student, der am 11. Januar mit anderen Demonstranten gegen die Angriffe der Hamas protestiert hatte, wurde anschließend von jungen Männern beleidigt und bedroht. Sie trugen Hamas-Tücher und versuchten ihn am Zoo die israelische Flagge zu entreißen. Dabei schubsten und bedrängten sie ihn. 15 bis 20 Angreifer seien dann mit ihm in die U-Bahn gestiegen, hätten antisemitische Parolen gebrüllt und ihn gefragt, ob er „noch ein letztes Mal telefonieren“ wolle. Ein älteres Ehepaar habe ihn dann vor den Angreifern abgeschirmt, so dass er die Polizei anrufen konnte. Die versprach, am Zielbahnhof auf ihn zu warten. Als die Angreifer das mitbekamen, verließen sie vorher die Bahn, nicht ohne ihrem Opfer noch einen Faustschlag ins Gesicht zu versetzen. Die Eheleute fuhren mit nach Steglitz, um als Zeugen auszusagen, aber am Zug war keine Polizei. Als der Student den Vorfall später anzeigte, hieß es, die Polizisten hätten am Ausgang auf ihn gewartet. Bei der Polizei wird nun untersucht, warum die Beamten nicht auf den Bahnsteig kamen.
(Der Tagesspiegel, 17.01.09)
Schwedt (Brandenburg)
Jüdischer Friedhof in Schwedt geschändet
Der Jüdische Friedhof in Schwedt ist von Unbekannten geschändet worden. Unbekannte Täter haben in der Nacht von zum 25. Januar elf Grabsteine mit hebräischen Aufschriften gewaltsam umgetreten. Einige der Grabsteine wurden dabei vom Sockel getrennt, zwei Steine zerbrachen in der Mitte.Ob diese Tat einen politisch motivierten Hintergrund hat, kann die Polizei noch nicht sagen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, teilte die Behörde. Die Polizei sucht Zeugen. Der Friedhof wurde im 17. Jahrhundert angelegt und er wurde immer wieder mal Opfer von Schändereien.Im Sommer Sommer 2008 wurden 30 beschädigte Grabsteine instandgesetzt. Im Oktober 2008 waren Schmierereien von SS-Runen auf der Friedhofsmauer und Schriftzeichen auf einem Grabstein festgestellt worden. Im Jahr 2000 war ein ein Meter großes Hakenkreuz in eine Mauer gegenüber dem Friedhof geritzt worden. Weitere Schmierereien und einzelne umgestoßene Grabsteine habe es immer gegeben, bestätigte die Stadtverwaltung.
(Märkische Oderzeitung, 26.01.09)
Aachen(Nordrhein-Westfalen)
Schmierereien in Aachen
In der Nacht zum 22. Januar sprühten Unbekannte auf die Türen und Fenster einer Schule in Aachen Hakenkreuze und antisemitische Parolen. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei hat die die Ermittlungen aufgenommen.
(Jungle World, 29.01.09)
Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)
Zubetonierung von Stolpersteinen in Schwerin
In Schwerin sind mehr als 15 dieser Steine an mehreren Punkten in der Hansestadt, die während des Dritten Reiches übrigens die erste Stadt Deutschlands war, die sich offiziell judenfrei meldete, in der Nacht zum 26.01.09 mit einer Betonschicht überzogen worden. Wie es heißt, sei von den Stolpersteinen am frühen Morgen nichts mehr zu sehen gewesen.
(Nordkurier, 26.01.09)
Waren(Mecklenburg-Vorpommern)
Gedenkstein in Waren mit Farbe beschmiert
In Waren ist in der Nacht zum 26.01.09 ein Stolperstein mit Farbe beschmiert worden. Die Blumen, die für die Opfer des Nationalsozialismus niedergelegt wurden, waren ebenfalls mit Farbe besudelt.Die Polizei ermittelt mit Hochdruck nach den Tätern.
(Nordkurier, 26.01.09)
Februar
Berlin-Pankow(Berlin)
Beschmierte Stelle in Niederschönhausen
Unbekannte Täter haben ein Denkmal im Pankower Ortsteil Niederschönhausen geschändet. Passanten entdeckten am Montag antisemitische Schmierereien an einer Stelle für den 1943 ermordeten tschechischen Schriftsteller, Journalisten und kommunistischen Kulturpolitiker Julius Fučík in der Heinrich-Mann-Straße. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
(Berliner Polizei, 03.03.09)
Fürstenzell(Bayern)
Unerwünschte Post von Neonazis
Hakenkreuze, Judenhass und am Ende noch der Hitler-Gruß: Unbekannte haben am vergangenen Samstag, den 21.02.2009, in Fürstenzell zehn Briefe voller antisemitischer und rassistischer Parolen verteilt. Die Hetzschriften lagen in den Postkästen von zehn Firmen – auch in dem der Apotheke. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung und Verwendung verfassungsfeindlicher Zeichen. Fürstenzell ist der Wohnort des im Dezember angegriffenen Alois Mannichl und eigentlich ging man davon aus, dass die Nazis aufgrund der Festnahmen im rechten Milleau verschreckt wurden. Scheinbar ist dem aber doch nicht so.
Beim Fussballspiel der Thüringenliga am 7. März 2009 zwischen dem SV Schott Jena und dem FSV Wacker 90 Nordhausen skandierten Fans der Nordhausener Mannschaft „Juden Jena!"-Parolen und andere verbale Angriffe. Jenaer Wechselspieler wurden angespuckt, auch der Hitlergruß soll gezeigt worden sein.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt)
Wie am 23. März 2009 bekannt wurde, haben Unbekannte den jüdischen Friedhof in Walldorf bei Meiningen geschändet. Sie warfen dabei vier Grabsteine um und zerstörten die Friedhofsumzäunung.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt)
Unbekannte Täter haben das Gebäude der Jüdischen Gemeinde in Dessau mit einem großen rotfarbenen Hakenkreuz besprüht. Mitarbeiter des Hauses entdeckten die Schmierereien am Morgen danach. Alexander Wassermann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, sprach von einem "Bild der Schande und Empörung". Die Schmiererei habe eine neue Qualität, weil sie nicht im Schutz der Dunkelheit geschehen sei. Nach Angaben der Gemeinde haben Überwachungskameras die Tat aufgezeichnet.
Am Dienstag den 21. April 2009 gegen 19:00 Uhr wurde in der Jenaer Innenstadt ein junger Mann von einem 22-jährigen Jenaer mit den Worten: „Deine Mutter gehört nach Auschwitz. Geh zurück in dein Israel!" angepöbelt. Anschließend wurde dem jungen Mann ins Gesicht geschlagen. Durch rasches Eingreifen von Passanten konnte eine Eskalation der Situation verhindert werden.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt)
Die Werbetafel einer Gaststätte in Dodow (Kreis Ludwigslust) haben Unbekannte für antisemitische Schmierereien missbraucht. Die Parolen, die unter anderem den Holocaust leugneten, müssen nach ersten Ermittlungen am frühen Sonntagmorgen geschrieben worden sein, teilte die Polizei am Montag mit. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin sucht noch Tatzeugen
Das erst in November 2008 fertig gestellte Denkmal am Ort der früheren Synagoge in der Alten Schulstraße in Blumenthal (Gemeinde Hellenthal) ist am 30. Mai zerstört worden. Unbekannte Täter haben die Glasscheibe des Denkmals aus den seitlichen Stahlpfosten herausgeschlagen.
Unbekannte haben im jüdischen Bereich auf dem Hauptfriedhof in Pforzheim fünf Grabsteine mit der Inschrift nach unten umgeworfen. Die Polizei vermutet, dass die Tatzeit der 2. oder 3. Mai war. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei Pforzheim hat Ermittlungen aufgenommen.
In der Nacht nach dem Fußballlandespokalfinale zwischen Rot-Weiß-Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena am 26. Mai 2009 wurden durch Personen aus der Erfurter Fanszene faschistische und antisemitische Schmierereien („Juden Jena" sowie mehrere Judensterne und Hakenkreuze) am Gebäude des Jenaer Fanprojektes angebracht.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt)
Unbekannte stiegen zwischen dem 3. Mai des Jahres und dem 7. Juni über den Zaun des jüdischen Friedhofes "Am Jahnstein" in Wolfenbüttel. Wie der Polizei am Montagabend gemeldet wurde, stießen der oder die Unbekannten dann insgesamt sechs Grabsteine um, die wiederum zwei weitere Grabstätten beschädigten. Nach ersten Schätzungen von Gemeindevertretern entstand dabei ein Schaden in Höhe von etwa 3000 bis 5000 Euro.
Am 27./28. Juni 2009 haben unbekannte Täter das Mahnmal für den Buchenwald-Todesmarsch am Heinrichsberg in Jena mit dem Schriftzug: „6 Mio. Lüge" geschändet.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt)
Unbekannte Täter haben auf dem Jüdischen Friedhof in Weimar zwei Grabsteine umgestürzt. Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs entdeckten den Schaden bei Pflegearbeiten am 24. Juli.
Israelische Austauschschüler im Vergnügungspark und von Türsteher antisemitisch beleidigt
Vom 15. bis 25. Juli besuchten 14 Schülerinnen und Schüler aus Israel den Landkreis Ludwigsburg. Bei einem Besuch im Vergnügungspark Tripsdrill wurden sie von Passanten mit antisemitisch beleidigt. Ein späterer Discobesuch begann mit den Worten des Türstehers zu einem der Jungen, dass er keinen Judenstern trage. Die Schüler beschwerten sich beim Geschäftführer, der sich uneinsichtig zeigte. Daraufhin erstatten sie anzeige bei der Polizei.
Fünf unbekannte Jugendliche beleidigten am Abend des 22.08.09 einen Mann in Alt-Treptow. Der 46-Jährige begegnete diesen kurz nach 21 Uhr an der Kreuzung Elsen- Ecke Beermannstraße. Er glaubte, von ihnen angesprochen worden zu sein und antwortete ihnen in Russisch. Daraufhin bespritzten die Täter ihn mit Bier, bespuckten ihn und beleidigten ihn mit antisemitischen Äußerungen. Danach flüchteten sie in Richtung Kiefholzstraße. Ihr Opfer blieb unverletzt. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt.
Zwei von den in der Rietzestraße eingelassenen Stolpersteinen wurden von unbekannten Tätern rausgerissen. Das fehlen der Steine wurde am 4. August entdeckt, aber erst am 2.9. dem Amt gemeldet. Die Stolpersteine waren Ilse M. und Erwin Kaiser gewidmet. Erwin Kaiser war langjähriger Vorsitzender des Vereins zur Förderung der israelitischen Taubstummen Deutschlands, bis er mit 63 Jahren deportiert wurde.
Der 25-jährige jüdische Mann und sein Begeleiter waren am 22.August an einer Badestelle an der Krummen Lanke unterwegs. Dort beleidigten ihn neun Männer mit Antisemitischen Sprüchen und warfen eine Bierflasche nach den beiden. Verletzt wurde niemand. Der polizeiliche Staatsschutz leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und Beleidigung ein.
„Stolpersteine“ im Stadtteil Blumenthal geschändet
Am Morgen des 8.9. entdeckte Frau Wiltrud Ahlers, die Initiatorin des „Stolpersteins“ in der Kapitän-Dallmann-Straße 21/23, das dieser aus dem Betonbett rausgerissen worden war. Die Täter sind Unbekannt. Der Gedenkstein war Moritz Kayser gewidmet, der im Januar 1942 aus Nazi-Deutschland nach Kuba fliehen mußte. Im Vorfeld der Verlegung kam es zu einer Auseinandersetzung um den „Stolperstein“ mit einigen jungen Männern des dort ansässigen Türkisch-Deutschen Kulturvereins.
Auf einer Demonstration von 800 Neonazis am 10. Oktober 2009, wird aus dem Demonstrationszug mehrmals laut die Parole „Juden raus“ gerufen. Die Polizei griff nicht ein. Die Demonstration der Rechtsextremen richtete sich gegen angeblich „linken Terror“ gegenüber dem Lokal „Zum Henker“.
Hauswand mit antisemitischen Schmierereien geschändet
In der Nacht vom 20. Oktober auf den 21. Oktober wurde im Stadtteil Niederhone in Eschwege eine Hauswand mit „Huso“ (für Hurensohn) und „Juden“ besprüht. Die Polizei sucht nach Hinweisen.
Am Sonntag, den 25. Oktober, sollte im Stadtteil St. Pauli im Kino „b-movie“ der Film „Warum Israel“ vom Regisseur Claude Lanzmann gezeigt werden. Zur Vorführung kam es nicht, da eine Gruppe linker Antisemiten den Eingang zum Kino blockierte und Besucher gewaltsam davon abhielt, an der Veranstaltung teilzunehmen. Dabei sollen Beschimpfungen wie „Judenschweine“ und „Schwuchteln“ gefallen sein. Einige Besucher sollen durch Schläge ins Gesicht verletzt worden sein.
Die Gedenktafel zur Erinnerung an die Stralsunder Synagoge wurde gestohlen. Hierzu wurde am 29. Oktober Anzeige erstattet. Ein Bild der Tafel ist auf einer rechtsextremen Internetseite aufgetaucht, auf der sich über den Diebstahl lustig gemacht wurde.
Antisemitische Schmierereien an der Synagoge in Dresden
In der Nacht vom 7. zum 8. November wurde das Gemeindezentrum der Neuen Synagoge in Dresden mit antisemitischen Sprüchen und Hakenkreuzen beschmiert. Die „Sonderkomission Rechtsextremismus“ hat die Ermittlungen aufgenommen.
In der Nacht zum 9. November wurde in Gera eine von der Antifaschistischen Aktion Gera aufgestellte Glasscheibe in Gedenken an die Reichspogromnacht vor 71 Jahren geschändet. Die Stadt spricht von „Wind- und Wettereinflüssen“.
Gedenkstein für ehemalige Synagoge in Laatzen geschändet
In Laatzen (Region Hannover) wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. November der Gedenkstein für die im Nationalsozialismus zerstörte Synagoge geschändet. Bisher Unbekannte haben diesen mit Farbe beschmiert und den Kranz umgestoßen, der im Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November dort angebracht wurde.
In der Nacht vom 14. auf den 15. November hat ein 21-jähriger in Berlin Charlottenburg auf der Straße antisemitische Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt. Der Mann wurde von Polizeibeamten festgenommen. Der Staatsschutz ermittelt.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei vom 15.11.09)
Zwischen dem 12. und 14. November sollen unbekannte Täter ein Hakenkreuz sowie Teile einer SS-Rune auf die Synagoge in Trier gesprüht haben. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Gerhard Plein, Mitglied des Stadtrats und Vorsitzender der AG Demokratie in Arnstadt wurde im Zuge seines Engagements gegen einen Nazi-Aufmarsch vom 14. November 2009 auf Plakaten im Stadtgebiet antisemitisch verunglimpft.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt v. November 2009)
Am Mittwoch, den 25. November 2009 beleidigte ein Mann am Nachmittag eine Besuchergruppe vor einem Deportationsmahnmal am Bahnhof Grunewald in Wilmersdorf. Der 61-jährige zeigte gegen 15 Uhr 30 den gerade vom Ort abfahrenden Besuchern den so genannten „Hitlergruß“ und rief rechtsradikale Parolen. Zu diesem Zeitpunkt vorbeifahrende Polizeibeamte nahmen den alkoholisierten Mann fest und überstellten ihn dem Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes, der die Ermittlungen übernommen hat.
In der Nacht vom 29. auf den 30. November 2009 kam es auf dem Friedhof in Oschersleben/Sachsen-Anhalt zur Schändung jüdischer Gräber. Dabei wurden drei Grabsteine von früheren jüdischen Gemeindemitgliedern von unbekannten Tätern umgeworfen.
Die Betreiber des rechtsextremen Internet-Radiosenders „European Brotherhood“ wurden am 30. November 2009 zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der Sender war durch eindeutig nationalistische bzw. antisemitische Programminhalte, in denen mit Parolen wie „Heil Hitler“, „Synagogen brennen“ und „Happy Holocaust“ gegen Ausländer und Juden gehetzt wurde, ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.
Gegen den DVU-Politiker Rudolf Bargmann wurde Ende November 2009 Strafanzeige erstattet, nachdem er vor der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung eine Prämie für die freiwillige Rückkehr von Juden ins „so genannte gelobte Land“ forderte.
Die SPD-Politikerin und Parteivorsitzende des bayrischen Kreises Neumarkt, Carolin Braun, wurde Ende November 2009 von der Neonazi-Kameradschaft „Altmühltal“ in einer Mail mit den Worten „Nie wieder Juden, nie wieder SPD. Wir kriegen euch alle“ bedroht.
Rechtsextreme brachten im November 2009 meterlange Transparente an der Umgehungsstraße an, die u. a. „Deutsche Ehrenmale statt jüdische[r] Mahnmale" forderten. Der Bauhof entfernte die Transparente nach mehreren Stunden aufgrund des festgestellten Verstoßes gegen die Thüringer Bauordnung.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt)
Das Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Juden in Wesel wurde in der Nacht zum 16. Dezember 2009 von Unbekannten mit Mörtel überschüttet.
(Pressemitteilung der Kreispolizei Wesel v. 18.12.2009)
Ein 27-jähriger wurde in der Nacht zum 23. Dezember 2009 in Berlin-Marzahn von einem Unbekannten bedroht und antisemitisch beleidigt, nachdem letzterer vom Opfer auf seine rechte Szene-Kleidung angesprochen wurde.
Matthias Pohl, NPD-Vorstandsmitglied in Nordrhein-Westfalen, bezeichnete in einem Kommentar auf der Homepage des Landesverbandes vom 28. Dezember 2009 den Zentralrat der Juden in Deutschland als „einen politischen Gegner der NPD“. Des weiteren prangerte er die „ewige jüdische Opfertümelei“ sowie die „damit verbundene finanzielle Auspressung des deutschen Volkes“ an.
(www.npd-nrw.de v. 28.12.2009)
Arnstadt(Thüringen)
Drei Personen von Neonazis angegriffen
Am Abend des 31. Dezember 2009 kam es zum Übergriff auf drei Personen durch eine Gruppe von mehreren Neonazis. Nach dem die Opfer zunächst als "Judensäue" beschimpft wurden, kam es im Anschluss auch zu körperlichen Angriffen.
(Thüringer Hilfsdienst für Opfer rechtsextremer Gewalt v. Dezember 2009)