Drei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren sind in Berlin-Friedrichshain antisemitisch beschimpft und mit Steinen beworfen worden. Wie die Polizei mitteilte, war das Trio gegen 23.45 Uhr am S-Bahnhof Frankfurter Allee unterwegs, als zunächst mehrere Steine in ihre Richtung flogen. Anschließend beschimpften die drei Angreifer im Alter zwischen 34 und 36 Jahren ihre Opfer, einer der Jugendlichen erhielt einen Schlag ins Gesicht. Polizisten nahmen die Täter fest, wurden nach einer Feststellung der Personalien aber wieder freigelassen. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.
Unbekannte hatten vier Grabsteine auf dem alten jüdischen Friedhofs in der Gemarkung Geiersberg umgeworfen und 16 weitere mit lila Farbe beschmiert. In einem Fall hinterließen die Täter ein Hakenkreuz, in allen anderen normale Kreuze. Die Tatzeit ist nicht genau bekannt.
Die scheidende Politische Geschäftsführerin der Piraten-Partei, Marina Weisband, ist in den vergangenen Monaten wegen ihres jüdischen Glaubens massiv antisemitisch angefeindet worden. Weisband sagte der Zeitung "Bild am Sonntag": "Ich habe Hassmails bekommen, auf rechtsextremistischen Webseiten wurde mein Foto veröffentlicht. Daneben standen Texte darüber, wie die Juden jetzt die deutsche Parteienlandschaft erobern würden."
Ende Januar 2012 wurden auf dem jüdischen Friedhof der mittelhessischen Stadt Lollar Grabsteine umgestoßen und u.a. mit Runen in schwarzer Farbe beschmiert. Die Polizei fahndet nach den Tätern.
Bezirksvertreter der Piratenpartei verbreitet antisemitische Äußerungen
Per E-Mail hatte der Dornberger Bezirksvertreter Robin Fermann im Februar ein Pamphlet versendet, in dem er verschwörungstheoretisch-antisemitische Aussagen tätigte. Die Partei wirkte auf ein Ausschlussverfahren hin.
Politiker der Piraten-Partei äußerte sich antisemitisch
Bereits vor seiner Ernennung zum Kreisvorsitzenden der Piratenpartei Heidenheim hatte Kevin Barth per Twitter eine antisemitische Anschauung verbreitet, wie unmittelbar nach seiner Wahl publik wurde. Nach deren Bekanntwerden reichte er den durch seine Partei nahegelegten Rücktritt ein.
Bei einer Trainingseinheit des Fußballclubs 1. FC Kaiserslautern beschimpfte eine Gruppe bekannter „Hooligans“ den israelischen Fußballprofi Itay Shechter antisemitisch. Der Fußballclub distanzierte sich daraufhin offiziell von diesen „Anhängern“, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Eine Frau und ihr Kind wurden Mitte März in der Münchner Innenstadt von einem Passanten antisemitisch beleidigt. Nach der Festnahme durch die Polizei setzte der Betreffende seine antisemitischen Ausfälle fort.
Ende März beschmierten Unbekannte im Berliner Stadtteil Friedrichsfelde mit Teer erneut einen so genannten Stolperstein. Der Stein erinnert an einen von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten jüdischen Mann.
Bei der Begegnung der Fußballclubs des SV Babelsberg 03 und dem Chemnitzer FC riefen Anhänger des Chemnitzer Clubs zu Beginn der Partie lautstark Parolen wie „Arbeit macht frei-Babelsberg 03!“. Hintergrund ist, dass der Babelsberger Verein sich klar zu Antirassismus bekennt und dessen Fans offensichtlich provoziert werden sollten. Trotz der Tatsache, dass die rechten Parolen deutlich im Stadion zu hören waren, verhängte der DFB keine Strafe.
Günter Grass veröffentlicht Gedicht mit antisemitischen Projektionen
Der Literaturnobelpreisträger veröffentlicht in mehreren Zeitungen europaweit ein Gedicht, für das er als Motivation angab, Schweigetabus brechen zu wollen und Israel so deutlich wie notwendig zu kritisieren. Seine so genannte Kritik unterstellt, Israel bedrohe den Weltfrieden herausragend, wolle gegen den Iran einen nuklearen Erstschlag führen und würde eventuell gar das „iranische Volk auslöschen“.
Grass' Gedicht im Wortlaut
Antisemitische Ausrufe bei antifaschistischer Veranstaltung
Am Rande der "Antifaschistischen Streetparade" zum Jahrestag der Befreiung Neuköllns vom Nationalsozialismus kam es zu antisemitisch motivierten Vorfällen. Während eine Gruppe selbst ernannter "Antifaschisten" Flyer gegen "Imperialismus" und "Zionismus" verteilte, zeigte ein Anwohner auf seinem Balkon den Hitlergruß und rief "Scheiß Juden".
Per E-Mail beleidigte ein Nürnberger Firmeninhaber eine in Tel Aviv lebende Frau. Da ein Online-Geschäft zwischen beiden nicht zustande gekommen war, schrieb der Mann "Sind Sie eine Geschäftsfrau oder eine jüdische Lügnerin?". Weiter schrieb er der Frau, „Menschen ihrer Herkunft“ seien einst eine „Pestilenz“ für die Welt gewesen. Die Nürnberger Firma ließ verlauten, dass die Mail von dem "leicht dementen" Firmengründer verfasst worden sei - dieser hätte sich über die Stornierung geärgert.
Am Rande eines Siegener Straßenfestes anlässlich des "Israeltages" wurde ein Stand der Pro-Israel-Initiative "neveragain" von Vermummten attackiert und umgestoßen. Mindestens einer der Täter wird dem rechten Spektrum zugeordnet.