Auch 2010 werden die Aktionswochen wieder stattfinden. In diesem Jahr wollen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt setzen: Im Mittelpunkt der Veranstaltungen wird das Thema israelbezogener Antisemitismus stehen.
Mit Ende des Nationalsozialismus und der Gründung des Staates Israel haben sich die Formen des Antisemitismus verändert, oft steht Israel im Fokus antisemitischer Anfeindungen. Dabei werden gängige antisemitische Muster auf Israel übertragen, besonders deutlich wird dies in der Aberkennung des Existenzrechts oder in Vergleichen, mit denen das staatliche Handeln Israels mit den nationalsozialistischen Verbrechen an Jüdinnen und Juden gleichgesetzt wird. In sozialpsychologischen Untersuchungen zeigt sich, dass israelfeindliche Aussagen besonders hohe Zustimmung erhalten, so stimmten 68,3%, also über zwei Drittel der Befragten laut der Heitmeyer Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ von 2004 der Aussage zu, Israel führe ein Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser. Der Aussage „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben“ stimmten über die Hälfte der Befragten zu.
Diese antisemitischen Einstellungen spiegeln sich nicht nur in empirischen Studien, sondern auch in körperlichen Angriffen auf Jüdinnen und Juden sowie Israelis wider. So wurde im Juni diesen Jahres in Hannover eine jüdische Tanzgruppe von Jugendlichen mit Steinen angegriffen und vor kurzem zwei Israelis in Berlin vor einer Disko verprügelt.
Was sind die Aktionswochen?
2009 wurden 231 Veranstaltungen in 75 Orten der neuen und alten Bundesländer zum Thema Antisemitismus organisiert. Auch dieses Jahr wird es rund um den 9. November, dem 72. Jahrestag der Pogromnacht von 1938, eine Vielzahl von Veranstaltungen zu historischen und vor allem zu zeitgenössischen Formen des Antisemitismus geben, insbesondere aber zum diesjährigen Schwerpunktthema: israelbezogener Antisemitismus.
Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt die Initiativen bei der Ideenfindung, Realisierung und Durchführung der lokalen Veranstaltungen, sowie mit breiter Öffentlichkeitsarbeit. Zum Auftakt der Kampagne findet eine Pressekonferenz statt und es wird ein Plakat geben, auf dem alle Partner und Partnerinnen genannt sind. Die einzelnen Veranstaltungen werden auf der Website der Amadeu Antonio Stiftung aufgelistet, so dass Interessierte sie leicht finden können.
Mitmachen!
Die Stiftung möchte den bisherigen Erfolg fortsetzen und neue Partner und Partnerinnen hinzugewinnen, die die Aktionswochen aktiv mitgestalten und damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten. Daher möchten wir Sie und Euch ganz herzlich einladen, sich an den Aktionswochen gegen Antisemitismus 2010 zu beteiligen. Falls Veranstaltungen schon stehen, in Planung sind und/oder ein Interesse besteht, sich an den Aktionswochen zu beteiligen, kann sich gerne bei der Stiftung gemeldet werden.
Kontakt:
jan.riebe@amadeu-antonio-stiftung.de
Tel.: 030. 240 886 17