Chronik antisemitischer Vorfälle 2005

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Antisemitische Vorfälle 2005



Januar

Falkensee (Brandenburg)
Gedenkstein in Konzentrationslager-Gedenkstätte beschmiert
Auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Falkensee beschmieren Unbekannte einen zwei Meter hohen und einen Meter breiten Gedenkstein im so genannten Geschichtspark. In blauer Farbe schrieben nach Polizeiangaben die Täter neben undefinierbaren Schriftzügen das Wort "Jude". Eventuell steht die Tat in Zusammenhang mit Graffitis in einer 20 Meter vom Gedenkstein entfernten Bushaltestelle, die ebenfalls mit Schriftzeichen besprüht und deren Scheiben zerstört wurden. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts der Volksverhetzung.
(yahoo-Nachrichten, 17.01.2005)

Detmold (Nordrhein-Westfalen)
Jüdische Gedenkstätte attackiert
In der Nacht zum 1. Januar ist in Detmold eine jüdische Gedenkstätte beschädigt worden. An zwei der vier Säulen wurden die Symboltafeln gewaltsam entfernt und entwendet. Eine Augenzeugin meldete sich bei der Polizei, nachdem über den Diebstahl berichtet worden war. Sie gab an, dass sie einen einzelnen männlichen Täter beobachtet habe, der auf das Denkmal eingeschlagen habe. Als sie ihn angesprochen habe, sei der Mann geflüchtet.
(Jungle World, 19.01.2005)

Kehl (Baden-Wuerttemberg)
Jugendliche schänden jüdische Gräber
Ein 13 Jahre altes Mädchen und ein 14-jähriger Junge haben in Kehl (Baden-Württemberg) 13 Gräber im jüdischen Teil des Friedhofs mit Hakenkreuzen und der Parole "Hitler lebt" beschmiert. Schleierhaft bleibt, warum die Polizei meint, die Schmierereien hätten keinen rechtsextremen Hintergrund, sondern wären auf "jugendlichen Übermut" zurückzuführen - denn dann hätten die Jugendlichen ja auf andere Art Vandalismus ausüben können.
(Berliner Zeitung, 14.01.2005)

Berlin
Jüdisches Mahnmal geschändet
Am 21. Januar wurden am Mahnmal in der Levetzowstraße in Berlin-Tiergarten Schmierereien entdeckt. Wie ein Polizeisprecher berichtete, war auf die Skulptur die Zahl 47 geschmiert worden. Das Mahnmal erinnert an die von den Nazis zerstörte Synagoge, die an dieser Stelle stand.
(taz, 22.01.05)

Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern)
Antisemitische Lieder auf Tanzveranstaltung
Eine Gruppe von 22 Jugendlichen grölt auf einer Tanzveranstaltung am 28. Januar antisemitische Parolen: "Sieg Heil, Juden raus, Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" und singt u. a. das sogenannte Horst-Wessel-Lied. Einige der Jugendlichen zeigen dabei den Hitlergruß und rufen im Chor: "Auschwitz ist eine Lüge". Die 15 bis 21 Jahre alten Jugendlichen werden nach dem Feststellen der Personalien durch die Polizei des Platzes verwiesen.
(Jungle World, 09.02.2005)

Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)
Deutsches Gedenken
Anlässlich des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 60 Jahren haben unbekannte Täter eine Gedenkstele für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus mit schwarzer Farbe beschmiert.
(e110.de, 31.01.2005)

Köln (Nordrhein-Westfalen)
Nichts geahnt
Dass die Predigt des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner den Holocaust verharmlost, hatte er selbst nicht geahnt und sich deshalb entschuldigt. Meisner predigte: "Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht."
(yahoo-Nachrichten, 10.01.2005)

Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Gedenkstättenschändung
In Dortmund haben Unbekannte eine jüdische Gedenkstätte auf einem Friedhof mit rechten Parolen beschmiert. Nach Polizeiangaben entdeckte eine Streife den Schaden am Morgen des 08. Januar.
(taz, 13.01.2005)



Februar

Berlin
Rolf Hochhuth gibt Interview in der rechtsextremen Wochenzeitung "Junge Freiheit" und verteidigt den Holocaust-Leugner David Irving
In dem Interview lobt Hochhuth den Holocaust-Leugner Irving, der aufgrund seiner antisemitischen Hetze seit 1993 in Deutschland Einreiseverbot hat. Zu dem sagte er, der Vorwurf, Irving leugne den Holocaust, sei "idiotisch" und führte in einem weiteren Interview an, dass dieser "sehr viel seriöser als viele deutsche Historiker" sei.
(Tagesspiegel, 22.02.2005)
Tage später entschuldigt sich Hochhuth für seine Äußerungen und gibt zu sich mit dem jüngeren Werk des Forschers nie beschäftigt zu haben.
(Tagesspiegel, 09.03.2005)

Mellrichstadt (Bayern)
Jüdisches Denkmal beschädigt
Im bayerischen Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken haben Unbekannte ein jüdisches Denkmal beschädigt. Wie ein Sprecher der Landespolizei berichtete haben die Täter vermutlich in der Nacht auf den 26.02.2005 die Gedenksäule in einer Grünanlage umgeworfen und so einen Schaden von rund 2500 Euro verursacht.
(IKG Wien, 01.03.2005)

Rom
Papst vergleicht Holocaust und Abtreibung
Johannes Paul II. vergleicht in seinem neuen Buch "Gedächtnis und Identität: Gespräche zwischen Jahrtausenden" den Holocaust und Abtreibungen. Zur Argumentation führt der Papst an, dass ein rechtmäßig gewähltes Parlament die Wahl Adolf Hitlers ermöglicht habe und ihn mit der Macht ausgestattet, die der Einrichtung von Konzentrationslagern und der so genannten Endlösung den Weg bereitet hätten.
(Die Welt, 17.02.2005)

Berlin
Hitlergruß vor der Synagoge in der Oranienburger Strasse
Am 05. Februar zeigte ein 27-Jähriger aus Berlin-Weißensee vor der Synagoge den "Hitlergruß" und brüllte "Sieg Heil". Daraufhin wurde der Mann von zwei zum Objektschutz eingesetzten Wachpolizisten festgenommen.
(Pressedienst Berliner Polizei, 05.02.2005)

Bitterfeld (Sachsen-Anhalt)
CDU-Stadtrat entdeckt in "jüdischem Einfluss" eine Ursache für Rechtsradikalismus
Gedanken darüber, "warum die Rechtsradikalen immer mehr an Boden gewinnen", macht sich Klaus-Peter Sperber, CDU-Stadtrat und Herausgeber des Anzeigenblattes "Bitterfelder Spatz" (Auflage 70.000) in der Ausgabe vom 13. Februar: "Asylbetrüger" würden zu selten abgeschoben, "Schwule und Lesben in Politik werden hochgejubelt" und "unsere Politik" werde "teilweise vom Zentralrat der Juden mitbestimmt".
(haGalil, 20.02.2005)

Berlin
Hakenkreuz auf Gedenktafel
In Hohenschönhausen haben Unbekannte ein Hakenkreuz in die Gedenktafel der Synagoge geritzt, kurz nachdem die Tafel vom Schnee befreit worden war.
(e110.de, 01.02.2005)



Maerz

Mainz (Rheinland-Pfalz)
Antisemitische Äußerungen des Schlagersängers Christian Anders
Christian Anders sollte bei einer Schlager-Party des Radiosenders SWR4 mit auf der Bühne stehen. Nachdem bekannt wurde das Anders auf seiner Website den Holocaust verharmlost und eine umgetextete Fassung des Antisemitismus-Klassikers "Protokolle der Weisen von Zion" veröffentlicht, wurde dieser umgehend ausgeladen.
(Spiegel Online, 10.03.2005)

Berlin
Jüdisches Mahnmal geschändet
Am 19. März wurden an einem aus mehreren Metalltafeln bestehenden jüdischen Mahnmal in der Straße Siegmundshof in Berlin-Tiergarten Schmierereien entdeckt. Im Rahmen eines Streifendienstes stellten Polizeibeamte aufgesprühte antijüdische Parolen und zwei Hakenkreuze fest. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.
(http://www.berlin.de/polizei/Presse/archiv/24344/index.html)

Paderborn (Nordrhein-Westfalen)
Wüten auf dem Minigolfplatz
Unbekannte haben sich als Spielwiese ihres rechtsradikalen Wahns den Minigolfplatz in Paderborn ausgesucht. Sie beschädigten Die Anlage und sprühten rechtsradikale Symbole und Parolen auf den Platz.
(honestly concerned, 21.03.2005)



April

London
AUT will israelische Universitäten boykottieren
Die britische „Association of University Teachers“ (AUT) hat am 22.04.2005 den Beschluss bekanntgegeben, die israelischen Universitäten Haifa und Bar-Ilan zu boykottieren. Geprüft werde des Weiteren der Boykott der Hebrew University in Jerusalem.
(AUT, 22.04.2005)
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Babenhausen (Hessen)
Jüdischer Friedhof verwüstet
Auf dem jüdischen Friedhof in Babenhausen haben Unbekannte 13 Grabsteine aus ihrer Verankerung gerissen, teilte die Stadtverwaltung am 27. April mit. Von den Tätern fehle bislang jede Spur.
(Jungle World, 04.05.2005)



Mai

Berlin
Ehrenmal in Treptow mit Hakenkreuzen beschmiert
Am 3. Mai ist das sowjetische Ehrenmal in Treptow von Unbekannten mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
(Berliner Zeitung, 06.05.2005)

Berlin
Kanadische Berlin-Besucher angespuckt und beschimpft
Gegen einen 35jährigen Mann aus Tiergarten wurde Strafanzeige wegen Beleidigung gestellt. Der Mann hatte vier mit einer Kippa bekleidete Besucher der Ausstellung "Topographie des Terrors" nach dem Verlassen der Ausstellung angespuckt und beschimpft.
(Tagesspiegel, 06.05.2005)

Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Antisemitische Beschimpfung in der Bonner Innenstadt
In der Bonner Innenstadt sind Mitglieder der jüdischen Gemeinde von einer Gruppe Passanten beleidigt worden. Vor einem Informationsstand der Jüdischen Gemeinde spuckten die jungen Männer anschließend auf den Boden. Der Bonner Staatsschutz hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung aufgenommen.
(ddp, 13.05.2005)

Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern)
"Willkommen im 3. Reich!"
Diese und weitere Parolen wie "Endlösung!" und "Kanaken raus!" haben Unbekannte in der Nacht des 12. Mai auf das Mahnmal für die Opfer des Faschismus in Wolgast gesprüht.
(Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, 13.05.2005)

Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)
Hakenkreuz auf Ernst-Thälmann-Denkmal
Unbekannte haben das Denkmal für Ernst Thälmann in Stralsund mit einem Hakenkreuz besprüht. Weil es sich nicht entfernen ließ, wurde es mit einer Platte abgedeckt. Außerdem wurde eine Stele, die an die Pogromnacht 1938 erinnert, mit schwarzer Farbe besprüht.
(Jungle World, 18.05.2005)

Berlin
Göring sei Dank
Der Tennisclub LTTC Rot Weiß Berlin, Gastgeber des Turniers "Qatar Total German Open", würdigt im offiziellen Programmheft unter anderem Hermann Göring, dessen Mitgliedschaft dem Club während des Nationalsozialismus goldene Jahre beschert habe. Im Heft findet sich ein Foto, auf dem Göring gemeinsam mit dem damaligen Vereinschef Graf von Alvensleben und dem Sekretär des Deutschen Tennis Bundes, Ferdinand Gruber, zu sehen ist.
(Die Welt, 6.05.2005)
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Nordhausen (Thueringen)
Antisemitismus in Nordhausen
Nach einer Serie antisemitischer Graffiti an den Wänden der jüdischen Kulturinitiative und auf dem Ehrenfriedhof ist in Nordhausen der Gedenkstein für die Synagoge von Unbekannten mit Farbe besprüht worden. Die Neue Nordhäuser Zeitung sorgt sich um den "moralischen Schaden" der Stadt.
(Neue Nordhäuser Zeitung, 4.05.2005)



Juni

Berlin
Hakenkreuze zum Berlin-Besuch von Moshe Katzav
Kurz vor dem Berlin-Besuch des israelischen Präsidenten Moshe Katzav wurden am Denkmal für die ermordeten Juden Europas aufgemalte Hakenkreuze entdeckt. Noch vor der Ankunft Katzavs sind die Hakenkreuze entfernt worden.
(ORF, 01.06.2005)



Juli

Berlin
Antisemitische Verbalattacken in der S-Bahn
Jugendliche der Charlottenburger Pommern-Hauptschule, die das Label "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" trägt, haben Schüler der Jüdischen Oberschule in der S-Bahn mit antisemitischen Äußerungen beschimpft. Die Lehrerin der Pommern-Schule schritt nicht ein. Der über zwei Monate zurück liegende Vorfall wurde erst jetzt bekannt, nach einer Beschwerde der Jüdischen Gemeinde bei Schulsenator Klaus Böger.
(Berliner Zeitung, 02.07.2005)

Vilnius
Litauischer Herausgeber der "Respublika" verurteilt
Vitas Tomkus, verhinderter Präsidentschaftskandidat und Herausgeber der populären litauischen Tageszeitung "Respublika", wurde wegen einer Artikelserie aus dem Jahr 2004 von einem Vilniuser Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt. Tomkus hatte sich die Frage "Wer regiert die Welt?" gestellt und sinngemäß mit "Juden und Schwule" beantwortet.
(APA)

Bochum (Nordrhein-Westfalen)
Nationalisten wollen Bau der Bochumer Synagoge stoppen
In einer gemeinsamen Presseerklärung sprachen sich der NPD-Landesverband und die Freien Nationalisten aus dem Rheinland und Westfalen gegen eine staatliche Förderung des Neubaus der Bochumer Synagoge aus. Darin heißt es weiter, dass der Bau weder der Allgemeinheit diene und auch sonst an seiner Notwendigkeit zweifeln ließe.

Rostock/Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)
Uni Rostock: RCDS-Flugblatt gegen Kürzungen im Bildungsbereich zeigt Karikaturen orthodoxer Juden.
In einem Flugblatt, mit dem der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) gegen die Kürzungen im Bildungsbereich protestierte, sind neben der Textzeile: "Schluss mit dem Irrsinn! Ja zur Bildung" Marionetten in traditioneller Kleidung orthodoxer Juden mit übergroßen Hakennasen dargestellt.
Nach dem Vorwurf des hauptsächlich linken Astas einen "latenten Antisemitismus zu schüren" zog der RCDS das Flugblatt zurück, drohte aber mit einer Klage wegen Verleumdung. Es sei zu bedauern, dass es "Anlass zur Fehlinterpretation" gegeben habe.
(Spiegel Online/Unispiegel, 25.07.2005)

Berlin
Gedenktafel besprüht
Unbekannte haben in der Nacht zum 20. Juli im Berliner Bezirk Tiergarten die Rückseite der Gedenktafel eines jüdischen Mahnmals mit einem gelben Schriftzug besprüht. Laut Polizei sei kein politischer Grund erkennbar.
Am 16.Juli besprühten Unbekannte die Mauer des jüdischen Friedhofs in Alsbach-Hähnlein (Hessen) mit einem Hakenkreuz und dem Wort "Ausschwitz".
(Jungle World, 27.07.2005)

Mühlhausen (Thueringen)
Zeugenaussagen genügen nicht für Anklage wegen Volksverhetzung
April vergangenen Jahres wurde ein junger Israeli im Regionalexpress nach Göttingen mit einer Flasche am Kopf getroffen. Nachdem der Angreifer zur Rede gestellt wurde, zeigte dieser den Hitlergruß und sagte: "So etwas wie du müsste vernichtet werden." Am 26. Juli wurde Mario P. aus Northeim (Niedersachsen) wegen schwerer Körperverletzung und Beleidung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Dass es noch einen Hitlergruß und weitere rechtsextreme Äußerungen gab, berichtete eine Zeugin erst nach Prozessende.
(Thüringer Allgemeine, 28.07.2005)



August

Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern)
Stolpersteine geschändet
Drei "Stolpersteine", die erst am 1. August in Pasewalk zur Erinnerung an ehemalige jüdische Mitbürger verlegt wurden, sind kurze Zeit später beschädigt und herausgerissen worden.
Wie die Polizeidirektion Anklam mitteilte, sei über drei von sieben Gedenktafeln mit roter Farbe ein 60 Zentimeter großes Hakenkreuz gesprüht worden. Außerdem seien die aus Beton gegossenen Steine durch Schläge beschädigt und herausgerissen worden. Die Messingplatten waren in Pasewalk erst am 1. August auf Initiative des örtlichen Museumsvereins in das Pflaster eingelassen worden, nun sollen sie umgehend erneuert werden. Mitte August wollten Angehörige der auf den Steinen erwähnten Naziopfer in die mecklenburgische Stadt kommen.
Durch die schnelle Meldung einer Anwohnerin konnte die Polizei unterdessen einen 41-Jährigen als Tatverdächtigen ermitteln. Gegen den zur Tatzeit stark unter Alkoholeinfluss stehenden Mann aus der Nachbarschaft werde wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung ermittelt. Der Verdächtige habe eine Beteiligung an der Tat jedoch bestritten.
(epd, 03.08.2005)

Berlin
Hakenkreuz über Davidstern gesprüht
Unbekannte haben in einem Hausflur in der Emanuelstraße in Lichtenberg über einen Mosaik-Davidstern ein Hakenkreuz von etwa einem Meter Durchmesser gesprüht.
(Berliner Zeitung, 06.08.2005)

Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)
Denkmal geschändet
In der Nacht zum 3. August wurde in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) von Unbekannten eine Stele zum Gedenken an die Opfer der Judenverfolgung mit Altöl beschmiert.
(Jungle World, 10.08.2005)

Trier (Rheinland-Pfalz)
Mehrfach antijüdische Äußerungen von WASG-Kreischef Wolfgang Schmitt
Der Trierer Kreisvorsitzende der Wahlalternative WASG soll nach der mehrfachen Äußerung: "dass man den Juden nicht so viel Geld geben sollte", schließlich aus der Partei ausgeschlossen werden. Schon vor drei Jahren bezog er sich mit dieser Äusserung auf die finanzielle Unterstützung des Bundes für die Restaurierung für Synagogen.
(n-tv, 15.08.2005)

Blankenhain (Thueringen)
Grabstätten von NS-Opfern geschändet
Zunächst Unbekannte verwüsteten in der Nacht vom 13. auf den 14. August 2005 in Blankenhain nahe Weimar 15 Gräber von Opfern des NS-Regimes. Sieben davon waren Grabstätten von ehemaligen jüdischen Häftlingen des KZ Buchenwald. Ein 18-jähriger Blankenhainer wurde als Täter ermittelt. Er gestand die sehr schweren Steine aus ihrem Fundament gehebelt zu haben. Die zuständige Polizeidirektion Jena meldete, dass ein "fremdenfeindlicher Hintergrund" auszuschließen sei.
(Frankfurter Rundschau, 20.08.2005)

Potsdam (Brandenburg)
Gedenktafel für KZ-Häftlinge beschädigt
Unbekannte Täter beschädigten die Gedenktafel an der Universitätsbibliothek Griebnitzsee so stark, dass sie abgenommen werden musste. Die Gedenktafel war am 19. April 2005 zum Jahrestag der Befreiung des KZ-Sachsenhausen von den "Freundinnen des Sachsenhausenkomitees" mit Unterstützung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und der Universitätsleitung der Universität Potsdam und dem Bündnis "MadstoP" angebracht worden. Sie erinnerte an die Häftlinge des KZ-Sachsenhausen, die für das Deutsche Rote Kreuz Zwangsarbeit in der Außenstelle Griebnitzsee leisten mussten.
(madstop.antifanews.de)



September

Görlitz (Sachsen)
Stadtverwaltung behindert Ausstellung über Jüdisches Leben
Die Stadtverwaltung Görlitz forderte bei einer Ausstellung über jüdisches Leben in Görlitz 16 der 22 Lebensgeschichten herauszunehmen. Begründung: Brandschutz. Die von Görlitzer SchülerInnen erarbeitete Ausstellung wird nun gar nicht gezeigt, da die Streichung von 16 Lebensgeschichten nicht hinnehmbar sei, so der Vorsitzende des Fördervereins der Görlitzer Synagoge Wolf-Peter Lüders.
(Sächsische Zeitung, 14.10.2005)

Altkirchen im Westerwald (Rheinland-Pfalz)
Jüdischer Friedhof verwüstet
In der Nacht zum 23. September wurden auf einem Jüdischen Friedhof im Landkreis Altkirchen im Westerwald (Rheinland-Pfalz) Grabsteine zerschlagen und mit Hakenkreuzen besprüht.
Bereits in der Nacht auf den 11. September hatten Unbekannte auf dem Friedhof randaliert. Die Polizei veröffentlichte zunächst die Beschädigung nicht, angeblich um "Trittbrettfahrer" zu vermeiden.
(Jungle World, 12.10.2005)



Oktober

Berlin
Mahnmal beschmiert
Am 3. Oktober beschmierten Unbekannte das Jüdische Mahnmal in Berlin-Tiergarten mit einem zehn mal fünfzehn Zentimeter großen Graffiti in schwarzer Farbe.
(Jungle World, 12.10.2005)

Berlin
Schmierereien
Am 17. Oktober wurde die Rückseite des Roten Rathauses von bislang unbekannten Tätern mit vier Davidsternen in weißer Farbe mit einem Durchmesser von rund einem halben Meter besprüht. Einen Tag später wurde auch an einer Seitenwand des sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park ein mit weißer Farbe gesprühter Davidsstern entdeckt. In den Tagen zuvor waren bereits das Denkmal von Bertolt Brecht vor dem Berliner Ensemble, die Grabmäler von Heinrich Mann, Johannes R. Becher auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, Plakate des Anne-Frank-Zentrums in der Karl-Liebknecht-Straße, sowie das jüdische Denkmal an der Großen Hamburger Straße mit derselben Farbe beschmiert worden.
(Berliner Zeitung, 18. und 20.10.2005)

Berlin
Neue Schmierereien
Am 18. Oktober finden Wachleute Davidsterne am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow. In den darauffolgenden Tagen werden noch mehrere Schmierereien, unter anderem an der Alfred-Döblin-Gedenktafel am Kaiserdamm 28, am Marx-Engels-Forum, am Zaun des Verteidigungsministeriums, sowie an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an der Stauffenbergstraße, entdeckt.
(Berliner Zeitung, 25.10.2005)

Berlin
Beleidigungen vor Synagoge
Vor der Synagoge am Fraenkelufer beleidigten am 25. Oktober drei 13 Jahre alte Jungen Juden mit Sprüchen wie "Scheiß Juden", während in der Synagoge ein Gottesdienst stattfand.
(Berliner Zeitung, 27.10.2005)

Berlin
Demonstration zum so genannten "Al-Quds-Tag"
Am Samstag, den 30. Oktober, demonstrierten etwa 500 Menschen aus Anlass des 1979 vom iranischen Revolutionsführer Chomeini begründeten jährlichen so genannten "Al-Quds-Tages", dem "Kampftag aller Muslime gegen Israel", in Berlin vom Alexanderplatz zum Savignyplatz. Am Donnerstag zuvor hatte der neue iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad dazu aufgerufen, Israel "von der Landkarte zu tilgen".
(Berliner Zeitung, 31.10.2005 und taz, 29. und 31.10.2005)

Neu-Eichenberg (Hessen)
Grabsteine umgeworfen
Am 23. Oktober entdeckten Friedhofsangestellte in Neu-Eichenberg (Hessen) Beschädigungen auf dem jüdischen Friedhof. Unbekannte hatten acht Grabsteine umgeworfen.
(Jungle World, 09.11.2005)

München (Bayern)
Nazi Schmierereien an Bundeswehr Hochschule
Bereits im Oktober 2005 wurde an der Stubentür eines Offizierschülers in der Bundeswehr Universität in München der Spruch "Jude Sau" entdeckt. Obgleich die Polizei und der Wehrbeauftragte der Universität eingeschaltet wurde, konnte der Täter nicht gefasst werden, der, da der Campus nur nach Zugangskontrolle zu betreten ist, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus den Reihen der Bundeswehr selbst kommen muss.
Taz 31.3.07



November

Berlin
Erneute Schmierereien
Am 2. November wurden von der Polizei erneut antisemitische Schmierereien entdeckt. Es handelte sich dabei um einen israelfeindlichen Spruch am Ärzteseminar in der Frankfurter Allee, einen Davidstern am Bezirksamt in Mitte sowie um Hakenkreuze in Neukölln.
(Berliner Zeitung, 4.11.2005)

Dessau (Sachsen-Anhalt)
Informations- und Mahnpunkt geschändet
In den Abendstunden des 6. November haben bislang unbekannte Täter den Informations- und Mahnpunkt "Zyklon B" auf der Dessauer Brauereibrücke (Askanische Str.), der am 27. Januar diesen Jahres eröffnet worden war, geschändet. Auf dem Gehweg am Mahnmal war zudem in einem 15-20 m langen Schriftzug die Parole: "60 Jahre danach immer noch schuldig?? Nein!!!", zu lesen.
(Pressemitteilung, Projekt GegenPart, 07.11.2005)

Berlin
Wieder Schmierereien
Am Sonntag, den 6. November, wurden im Bezirk Mitte insgesamt 27 rote Davidsterne an verschiedene Gebäude in der Invalidenstraße, Friedrichstraße und der Chausseestraße gesprüht.
(Tagesspiegel, 07.11.2005)

Berlin
Immer neue antisemitische Schmierereien in Berlin
In der Nacht vom 6. auf den 7. November wurde von Unbekannten ein Davidstern auf den Gehweg vor der Synagoge an der Oranienburger Straße in Mitte gesprüht.
(Berliner Morgenpost, 08.11.2005)

Brandenburg/Havel (Brandenburg)
Hakenkreuze auf Friedhofsmauer
Der jüdische Friedhof in der Geschwister-Scholl-Straße in Brandenburg/Havel wurde am 09. November mit Nazi-Symbolen beschmiert. Bislang unbekannte Täter sprühten großflächig SS-Runen und Hakenkreuze auf mehrere Mauern des Friedhofs.
(Märkische Allgemeine, 10.11.2005)

Berlin
38 neue Davidsterne in nur einer Nacht
In der Nacht vom 10. auf den 11. November wurden in Berlin Mitte und in Friedrichshain 38 Davidsterne auf Denkmaler und Gebäude geschmiert. Rund um den Alexanderplatz wurden unter anderem auch das Rote Rathaus, das Bezirksamt Mitte, und zahlreiche weitere Gebäude besprüht. Der Staatsschutz vermutet Täter aus der rechtsextremen Szene.
(Berliner Morgenpost, 11.11.2005)

Berlin
Neue Wache beschmiert
Unbekannte haben in der Nacht zum 13. November zwei Davidsterne an die Neue Wache Unter den Linden in Mitte gesprüht. Polizisten bemerkten die Schmierereien und ließen sie beseitigen.
(Berliner Morgenpost, 14.11.2005)

Hildesheim (Niedersachsen)
Synagogen-Mahnmal beschmiert
Das Synagogen-Mahnmal in Hildesheim ist in der Nacht zum 10. November mit roter Farbe überschüttet worden. Des Weiteren wurde vor dem Verwaltungsgebäude des Rathauses eine mit roter Farbe verschmierte israelische Fahne gefunden.
(Jungle World, 16.11.2005)

Berlin
Friedhofsschändung in Mitte
Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin Mitte haben unbekannte Täter die Gräber von Bertolt Brecht und Thomas Mann mit Davidsternen besprüht sowie eine Schautafel beschmiert.
(taz, 18.11.2005)

Berlin
Davidsterne rund um die Museumsinsel
In der Nacht zum 19. November sprühten Unbekannte Davidsterne in neongrüner Farbe auf Bauzäune, Mauern, Pfeiler und Parkscheinautomaten rund um die Museumsinsel.
(Tagesspiegel, 21.11.2005)

Berlin
Täglich neue Schmierereien
Seit etwa fünf Wochen werden in Berlin Mitte beinahe täglich neue antisemitische Schmierereien entdeckt. So wurde das sowjetische Ehrenmal in Tiergarten in zwei aufeinanderfolgenden Nächten zum wiederholten Mal mit Davidsternen besprüht.
(taz Berlin, 25.11.2005)

Heide (Schleswig-Holstein)
Stolpersteine geschändet
Am Wochenende 19./20. November wurden vier im Sommer verlegte Stolpersteine in der Stadt Heide mit Lackfarbe geschwärzt.
(Dithmarscher Landzeitung, 22.11.2005)



Dezember

Dresden (Sachsen)
Antisemitisches Spruchband im Fußballstadion
Beim einem Fußballspiel am 05. Dezember 2005 in Dresden war im Fanblock der Gastmannschaft Energie Cottbus ein Transparent mit Davidsternen und der Aufschrift "JUDEN" zu sehen. Das "D" in "JUDEN" sollte dabei das Wappen der Heimmannschaft Dynamo Dresden darstellen.
(sz-online, 06.12.2005)

 

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