Chronik antisemitischer Vorfälle 2006

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Antisemitische Vorfälle 2006

 

Januar

Berlin
Jüdische Mahnmale in Berlin geschändet
In der Nacht zum 19. Januar sind zwei jüdische Denkmäler in Berlin mit Graffiti besprüht worden. Geschändet wurde zum einen ein Mahnmal am Hansaufer, das an den Rabbiner Menachem Mendel Schneerson erinnert, sowie ein Denkmal in der Levetzowstraße in Tiergarten am Ort der ehemaligen Synagoge.
(Tagesspiegel online, 19.1.2006)

Berlin
NS-Parole auf Gedenkliste
In der Nacht zum 24. Januar wurde eins von sechs Transparenten, die am Zaun des Waisenhauses in Pankow hingen, mit der Parole "Jedem das seine!" beschmiert. Mit den Transparenten sollte an jüdische BürgerInnen des Stadtbezirks erinnert werden.
(VVN-BDA.org, 24.01.2006)

Brandenburg an der Havel (Brandenburg)
Ehrenmale auf jüdischem Friedhof beschmiert
Auf dem jüdischen Friedhof von Brandenburg an der Havel sind mehrere Ehrenmale mit weißer Farbe beschmiert worden. Unbekannte besprühten sechs Gedenktafeln mit Hakenkreuzen und so genannten Siegrunen.
(Jungle World, 01.02.2006)

Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)
Antisemitische Schmierereien in der Wismarer Altstadt
Bereits im Dezember wurden antisemitische Parolen, wie "6 Millionen Lügen sind genug", an Häuserwände in der Altstadt geschmiert.
(Ostsee-Zeitung, 14.01.2006, links-lang.de, 12.01.2006)

Barth (Mecklenburg-Vorpommern)
Beschädigung eines Gedenkpfades
Unbekannte zerstörten in der Sylvesternacht mit Brandkörpern das Portrait eines jüdischen KZ-Häftlings auf einer Stele des Lern- und Gedenkpfades beim ehemaligen KZ-Außenlager Barth.
(Ostsee-Zeitung, 17.01.2006)

Hannover (Niedersachsen)
Mitglied der jüdischen Gemeinde auf Polizeidienststelle misshandelt
In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar ist der 36jährige Deutsch-Russe Mikhail Z. von Polizisten auf der Polizeidienststelle im Zentrum Hannovers misshandelt und mit antisemitischen Äußerungen beschimpft worden. "Es wäre besser, wenn es überhaupt keine Juden mehr gäbe.", soll einer der Beamten gesagt haben. Z., der in eine Fahrzeugkontrolle geraten war und sich nicht ausweisen konnte, hatte auf der Wache darauf hingewiesen, Mitglied der jüdischen Gemeinde zu sein.
(taz, 26.01.2006)

Taufkirchen (Bayern)
Antisemitscieh Parolen
In Taufkirchen und an einer Brücke in der Nähe wurden die Parolen "Tötet alle Juden" und "Hofstetter wir töten dich", die dem Bürgermeister des Ortes galten, gesprüht.
(Dorfener Anzeiger, 24.01.2006)

Berlin
Antisemitische Schmierereien
Am Nachmittag wurden mehrere antisemitische Schmierereien am Zugang zum Bahnsteig des U-Bahnhofes Weinmeisterstraße entdeckt. Am Bezirksamt Reinickendorf wurd ein aufgesprühter Davidstern festgestellt.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 30.01.2006)

Hückerholz (Nordrhein-Westfalen)
Gedenkstein geschändet
Der Gedenkstein für die 1944 in Hückerholz von zwei SS-Männern ermordete Jüdin Franziska Spiegel wurde geschändet. Unbekannte Täter entfernten die Gedenkplatte und sprühten an ihrer Stelle ein Hakenkreuz.
(Neue Westfälische, 31.01.2006)



Februar

Berlin
Hackerangriff auf jüdisches Webmagazin
In der Nacht zum 2. Februar wurde hagalil.com, das größte deutschsprachige Internetportal zu jüdischen Themen, Nahostpolitik, Bekämpfung von Antisemitismus und rechtem Extremismus, vollständig gelöscht. Der Betreiber des Portals befürchtet, dass Islamisten für den Anschlag verantwortlich sind. Hagalil.com hatte die umstrittenen Mohammed-Karikaturen einer dänischen Zeitung veröffentlicht. Betroffen sind auch Seiten von Antisemitismus.net, judentum.org und Klick-nach-rechts.de.
(n-tv, 2.6.2006 ; taz Berlin lokal, 3.2.3006)

Berlin
Antisemitische Schmierereien in Berlin Friedrichshain
Eine Passantin entdeckte auf einer Geschichstafel am Strausberger Platz in Friedrichshain einen orangefarbenen Davidstern.
(Berliner Zeitung, 20.02.2006)

Paris
Pariser Jude wurde wochenlang festgehalten, gefoltert und schließlich ermordet
Nach dreiwöchiger Geiselhaft wurde der 23-jährige Pariser Jude Ilan Halimi am 13. Februar sterbend in der Nähe von Paris aufgefunden.
Er war mit Schnitt- und Brandwunden übersät und erlag seinen schweren Verletzungen.
Er war am 21. Januar von einer kriminellen Jugendbande in eine Falle gelockt und von dieser in einer Wohnung und in einem Keller festgehalten worden. Die Täter forderten Lösegeld von seiner Familie und dem Rabbi einer Synagoge. Mit Teppichmessern und brennden Flüssigkeiten fügten sie ihm schwere Verleztungen an Oberkörper, Schultern und Beinen zu.
Unter dem Vorwurf des Menschenraubs und des rassistisch motivierten Mordes wurden sieben Tatverdächtige, darunter eine Frau, inhaftiert. Der mutmaßliche 25-jährige Haupttäter Youssouf Fofana, der sich selbst "Mohammed" und "The brain of Barbarians" nennt, wurde in der Nacht zu Donnerstag in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste in Abidjan festgenommen. Er legte ein Teilgeständnis ab, bestreitet aber einen antisemitischen Hintergrund der Tat. Bereicherung sei das Motiv gewesen.
Einer der Tatverdächtigen sagte aus, dass man sich als Opfer einen Juden ausgesucht habe, weil diese reich seien.
Am Sonntag soll eine Großdemonstration gegen Antsemitismus und Rassismus in Paris stattfinden.
(Die Tageszeitung 24.02.06; tageschau.de 24.02.06; Tagespiegel 21.02.06)

Berlin (Charlottenburg-Wilmersdorf)
Antisemitische Flugblätter
In Briefkästen von Mietshäusern in Charlottenburg-Wilmersdorf tauchten im Februar antisemitische Flugblätter auf. Urheber der Flugblätter ist der sich als "Minister für auswärtige Angelegenheiten des Freistaats Sachsen" bezeichnende Iwan Götz, den die Polizei für "nicht schuldfähig" hält.
(Tagesspiegel, 05.02.2006)

Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)
Antisemitische Parole
In der Breiten Straße in Wismar steht im Februar wochenlang die Parole "Kauft nicht bei Juden!" an einer Häuserwand.
(Schweriner Volkszeitung, 29.05.2006)

Berlin-Moabit
Schmiererei
Eine unlesbare Farbschmiererei wurde am Jüdischen Mahnmal auf der Pulitzbrücke in Moabit festgestellt.
(Pressemitteilung der Polizei, 02.02.2006)

Berlin (Neuköln, Lichtenberg)
Antisemitische Schmierereien
In vier Straßen in Lichtenberg wurden antisemitische Parolen entdeckt. In Rudow wurden auf einer Fläche von 150 Quadratmetern rechtsextreme und antisemitische Schmierereien angebracht.
(Neues Deutschalnd, 15.02.2006)

Berlin-Lichtenberg
Schmierereien
In Berlin-Lichtenberg wurden Häuserwände und Stromkästen mit antiisraelischen Parolen und Hakenkreuzen beschmiert.
(Neues Deutschland, 15.02.2006)

Berlin-Neukölln
Gedenktafel beschmiert
In der Nacht zum 15. Februar haben Unbekannte eine Gedenktafel in Alt-Runow, die an Heinrich Stahl, den während der Nazi-Zeit ermordeten Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, erinnert, beschmiert.
(Pressemitteilung der Polizei, 15.02.2006)

Berlin-Mitte
Sachbeschädigung an der Jüdischen Oberschule
Der Betonsockel des Zaunes der Jüdischen Oberschule in Berlin-Mitte wurde mit Farbe besprüht. Bei dem Vandalismus handelt es sich um mehrere unleserliche Buchstaben.
(Pressemitteilung der Polizei, 27.02.2006)



März

Chemnitz (Sachsen)
Antisemitische Beleidigung eines jüdischen Restaurants
In der Nacht von dem 8. auf den 9. März legten unbekannte Täter vor dem jüdischen Restaurant "Schalom" in Chemnitz einen Schweinskopf ab, der mit einem Davidstern und der Aufschrift "Jude" beschmiert war.
(Lausitzer Rundschau online 08.03.2006)

Berlin
Schändung jüdischer Mahnmale in Tiergarten und in Spandau
Unbekannte Täter haben am Wochenende des 11./12. März zwei jüdische Mahnmale in Berlin geschändet. Am Samstag, den 11. März endeckten Polizisten antisemitische Parolen an der Gedenktafel für eine Synagoge in der Levetzowstr. im Bezirk Tiergarten. Ein Fußgänger meldete Schmierereien an dem jüdischen Mahnmal am Lindenufer in Spandau. In den vergangenen Jahren waren beide Denkmäler bereits mehrmals mit nationalsozialistischen Symbolen beschmiert worden.
(taz Berlin lokal, 13.3.2006)

Merzig (Saarland)
Verwüstung des jüdischen Friedhofs
Unbekannte haben den jüdischen Friedhof im saarländischen Merzig verwüstet. 15 Grabsteine wurden umgeworfen oder zerschlagen. Es handelt sich um den dritten Anschlag auf den Merziger Friedhof seit 2000.
(Jüdische Allgemeine, 06.04.2006)

Obernkirchen (Niedersachsen)
Gedenkschtätte beschädigt
Am 12. März wurde die Gedenkstätte am ehemaligen Standort der Synagoge in Obernkirchen bei Bückeburg mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert.
(Landes-Zeitung Bückeburg, 22.03.2006)

Obernkirchen (Niedersachsen)
Jüdischer Friedhof geschändet
Der jüdische Friedhof in Obernkirchen wurde geschändet. Mehrere Gräber wurden mit Hakenkreuzen beschmiert.
(Landes-Zeitung Bückeburg, 22.03.2006)



April

Görlitz (Sachsen)
Scheiben eingeschlagen in der früheren Synagoge Görlitz
In der Synagoge Görlitz in Sachsen haben Unbekannte neun Scheiben eingeschlagen. Nach Angaben eines Polizeisprechers ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Sachbeschädigung. Die Synagoge war bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs genutzt worden. Zwischen 1991 und 1997 hatte man begonnen, sie zu sanieren. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel wurde die Sanierung allerdings eingestellt. Perspektivisch soll die Synagoge ein Kulturzentrum beherbergen.
(taz vom 24.4.06 und www.judentum-lausitz.de)

Bebra (Hessen)
Schmiererein auf dem jüdischen Friedhof
Unbekannte haben im osthessischen Bebra einen jüdischen Friedhof mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen verunstaltet. Insgesamt 28 Grabsteine sowie der Eingang und ein Hinweisschild wurden nach Polizeiangaben mit schwarzer Sprayfarbe beschmiert.
(taz vom 26.4.2006)

Worms (Rheinland-Pfalz)
Gräberschändungen im 'Heiligen Sand'
Auf dem "Heiligen Sand", dem wahrscheinlich ältesten jüdischen Friedhof Europas, wurden mehrere Gräber geschändet. In der Nacht vom 18. zum 19. April rissen Unbekannte 15 Grabsteine aus der Verankerung. Sie hinterließen allerdings keine "Botschaften". Damit fehlen bislang Hinweise auf die Täter. Der Sachschaden wird auf etwa 1000 Euro beziffert.
Genau vor einem Jahr gab es in Pfeddersheim einen Vorfall nach gleichem Muster. Dort wurden 25 Gräber geschändet.
(Wormser Zeitung vom 25. April 2006)

Cottbus (Brandenburg)
Sitz der jüdischen Gemeinde mit Hakenkreuzen besprüht
In der Nacht zum 5. April wurde der Sitz der jüdischen Gemeinde in Cottbus mit antisemitischen Parolen und Hakenkreuzen besprüht. Im Stadtgebiet wurden weitere Schmierereien und Hakenkreuze entdeckt. Die Stadt rief zu einer Solidaritätsbekundung am folgenden Tag auf.
(Lausitzer Rundschau online, 06.04.2006)

Kirchham (Bayern)
Grabsteine beschmiert
Grabsteine wurden von Unbekannten mit Hakenkreuzen, SS-Runen und Davidsternen beschmiert.
(Passauer Neue Presse, 21.04.2006)

Hagen (Nordrhein-Westfalen)
Beschädigung einer Gedenktafel
Eine auf dem Vorplatz der Hagener Synagoge (Potthofstraße) aufgestellte Gedenktafel, die an die Reichspogromnacht erinnert, wurde beschädigt.
(Lüdenscheider Nachrichten, 21.04.2006)

Berlin-Kreuzberg
Antisemitisches Material auf der türkischen Buchmesse
Bücher und Filme mit antisemitischen Inhalten wurden auf der türkischen Buchmesse in der Kreuzberger Mevlana-Moschee angeboten. Die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KigA) entdeckte u.a. die VCD der türkischen Version des iranischen, antisemitischen Fernsehfilms "Zehra's balue Augen" und andere schriftliche Publikationen. Drei Publikationen wurden der Staatsanwaltschaft übergeben.
(kiga-berlin.org, 03.02.2006)

Eisleben (Sachsen-Anhalt)
Antisemitsche Schmierereien
Am 22. und 23. April wurden in Eisleben im Mansfelder Land mehrere Gebäude mit rechtsextremen und antisemitischen Parolen sowie den Konterfeis von Hitler und Heß beschmiert.
(Volksstimme, 26.04.2006)

Frankfurt/Main (Hessen)
Jugendliche beschimpft
Arabische Jugendliche beschimpfen eine Schülergruppe aus Meißen am Mahnmal am Börneplatz für die 1100 deportierten Juden als "Scheißjuden".
(Frankfurter Rundschau, 28.04.2006)

Birnau (Baden-Wuerttemberg)
Friedhof geschändet
Der Gedenkstein für die KZ-Opfer auf dem Friedhof bei Birnau wurde Mitte Mai mit einem Hakenkreuz geschändet.
(Südkurier, 14.05.2006)



Mai

Berlin - Steglitz
Mädchengruppe greift deutsch-israelische Studentin an
Am vergangenen Sonntag wurde eine 26-Jährige deutsch-israelische Studentin nachts in einer Einkaufspassage nahe der U-Bahn-Station Rathaus Steglitz von einer Mädchengruppe überfallen, wie der Tagesspiegel berichtet.
Als sie durch die beleuchtete Einkaufspassage ging, telefonierte sie gerade auf hebräisch mit dem Handy mit einem Freund aus Israel. Ein Mädchen aus einer 'Mädchengang' trat plötzlich aus der Gruppe und schlug der Studentin ohne Warnung ins Gesicht. Nach dem ersten Schlag sei die Studentin von einem der Mädchen gefragt worden, welcher Nationalität sie sei. Die Studentin sagt, sie habe versucht, deeskalierend auf die Mädchen einzuwirken – vergeblich. „Sie packten mich an den Haaren, traten und schlugen mich.“ Erst als eine der Täterinnen die Polizei in der Nähe vermutete, ließ die Tätergruppe von ihrem Opfer ab. Die junge Frau ließ sich nach dem Angriff ihre Verletzungen von einem Arzt bescheinigen und erstatte am vergangenen Dienstag Strafanzeige bei der Polizei.
(Der Tagesspiegel vom 5. Mai 2006)

Pirna (Sachsen)
Schülergruppe angegriffen
Rechtsextreme Jugendliche haben am Abend des 8. Mai in Pirna eine Schülergruppe aus dem baden-württembergischen Heilbronn verbal beleidigt und körperlich angegriffen. Im Zuge der Fahndung wird ein 17jähriger wegen antisemitischer Anfeindungen und Körperverletzung verhaftet.
(dpa, 09.05.2006)

Minden (Nordrhein-Westfalen)
Neonazis stören Veranstaltung
Am Ende einer Vortragsveranstaltung der Mindener Friedenswoche am 11. Mai äußerten sich Neonazis folgendermaßen: "Wenn wir an der Macht sind, wird es in Deutschland keine Juden mehr geben." Nach Auskunft des Veranstalters soll ein anwesendes Mitglied der Republikaner die Neonazis zu ihrem "Erfolg" beglückwünscht haben.
(Mindner Tageblatt, 16.05.2006)

Beeskow (Brandenburg)
Antisemitsche Schmierereien
Am Beeskower Trafowerk Bollwerk wurden am 17. Mai antisemitische Schriftzüge und Zeichen entdeckt.
(Märkische Allgemeine, 17.05.2006)

München (Bayern)
Rechtsradikale Parole
Eine Palette mit der Aufschrift "Nazis sind cool" ist auf der Baustelle des Jüdischen Gemeindezentrums und der Synagoge am St.-Jakobs-Platz gefunden worden.
(Süddeutsche Zeitung, 18.05.2006)

Finsterwalde (Brandenburg)
Geschäft beschmiert
"Deutsche wehrt Euch - kauft nicht bei Juden" sowie ein metergroßes Hakenkreuz wurden in der Nacht zum 21. Mai an die Schaufensterscheibe eines Geschäftes geschmiert, das sich in der Nähe des Gedenkfriedhofes für die Befreier der Stadt Finsterwalde vom Nationalsozialismus befindet.
(fiwaantifa.de.vu)

Hasselbach (Hessen)
Friedhof geschändet
Auf dem jüdischen Friedhof haben Unbekannte fünf Grabsteine mit roter Farbe beschmiert. Die Täter sprühten Hakenkreuze und Schmähparolen.
(Frankfurter Neue Presse, 23.05.2006)

Berlin-Tiergarten
Mahnmal beschmiert
In der Nacht zum 25. Mai haben Unbekannte das jüdische Mahnmal an der Pulitzbrücke mit einem unpolitischen Schriftzug beschmiert.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 26.05.2006)

Pritzwalk (Brandenburg)
Antisemitische Körperverletzung
Ein deutscher Staatsbürger wurde Opfer einer antisemitisch motivierten Körperverletzung. Ein Tatverdächtiger wurde festgestellt.
(LKA Brandenburg)

Berlin-Tiergarten
Ehrenmal beschmiert
Das Sowjetische Ehrenmal in Tiergarten ist mit einem Davidstern in gelber Farbe beschmiert worden.
(Berliner Zeitung, 23.06.2006)



Juni

Warschau (Polen)
Angriff auf Polens Oberrabbiner
Anfang Juni ist Michael Schudrich, Warschaus Oberrabbiner, Opfer eines antisemitischen Angriffs geworden. Auf einem Spaziergang am Sabbatabend wurde er von einem Mann mit dem aus dem Vorkriegspolen bekannten antisemitischen Slogan "Polen den Polen!" angebrüllt. Von Schudrich daraufhin zur Rede gestellt, antwortete der Mann mit einem Stoß gegen Schudrichs Brustkorb und besprühte den Oberrabbiner mit Pfefferspray oder etwas Ähnlichem und rannte weg. Die Polizei konnte den Mann noch nicht festnehmen.

Zagreb (Kroatien)
Angriff auf den Oberrabbiner von Zagreb
Am Samstag den 3. Juni haben zwei Männer den Ober-Rabbinner von Zagreb, Zwye Elieser Alonie, nahe des Sitzes der jüdischen Gemeinde im Zentrum der kroatischen Hauptstadt angegriffen. Die Täter trugen T-Shirts mit Hakenkreuzen, hoben ihre Hände zum Nazi-Gruß und schrien: "Juden raus!", sagte der Rabbi der Zagreber Tageszeitung "Vecernji list" (vom 6. Juni 2006). Als sie versuchten, ihn auf die Fahrbahn zu drängen, gelang ihm die Flucht. Elieser war zwischen 2001 und 2005 Rabbiner im Mainz und ist erst einige Monate in Kroatien.

Berlin-Wilmersdorf
Antisemitische Schmierereien
An einer Bushaltestelle in der Franzensbader Straße in Wilmersdorf sind am 22. Juni gegen 14 Uhr antisemitische Schmierereien entdeckt worden. Unbekannte Täter hatten auf eine Schautafel und den Fahrplan der Haltestelle Schriftzüge mit rotem Filzstift geschmiert. An der Bushaltestelle wird auf eine Synagoge hingewiesen, die sich ehemals dort befand.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 22.06.2006)

Pretzien (Sachsen-Anhalt)
Bücherverbrennung zur Sommersonnenwende
Zu einer Feier zur Sommersonnenwende mit Kulturprogramm und Feuer des "Heimat-Bund Ostelbien" am Abend des 21. Juni kamen ca. 80 der 900 Einwohner des sachsen-anhaltinischen Dorfes Pretzien. Die meist jungen, männlichen Mitglieder des Heimatbundes baten die Gäste bei Einbruch der Dunkelheit auf die Wiese hinter dem Gemeindehaus. Sechs Jugendliche mit dunkler Kleidung, von denen einer ein Shirt mit der Aufschrift "Wehrmacht Pretzien" trug, verteilten sich auf dem Gelände mit Fackeln in den Händen. Es wurden Reden gehalten und eine amerikanische Flagge verbrannt, wobei einige der Anwesenden applaudierten. Ein Jugendlicher forderte dazu auf, ins Feuer zu werfen, was man für verbrennungswürdig halte. Mit den Worten "Hiermit übergebe ich Anne Frank dem Feuer" warf ein junger Mann "Das Tagebuch der Anne Frank" ins Feuer. Die anwesende Dorfbevölkerung habe nach Aussagen von Zeugen erst in diesem Moment verstanden, welcher Art von Veranstaltung sie beiwohnten. Das Treiben wurde durch das Eingreifen einer Mitarbeiterin des Ordnungsamtes Schönebeck, die ebenfalls Mitglied im Heimatbund ist, beendet.

Beverstedt (Niedersachsen)
Friedhof geschändet
Drei der 21 Grabmale auf dem jüdischen Friedhof wurden von Unbekannten mit Gewalt aus der Verankerng gerissen. Nach Aussage des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen handele es sich bereits um den dritten Vorfall auf diesem Friedhof seit Beginn des Jahres.
(Nordsee Zeitung, 07.06.2006)

Berlin-Tiergarten
Mahnmal beschmiert
Das jüdische Mahnmal in der Levetzowstraße wurde von unbekannten Tätern mit diversen Schriftzügen beschmiert.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 07.06.2006)

Eisenach (Thueringen)
Gedenkstein geschändet
Unbekannte schändeten einen Gedenkstein für die ehemalige Synagoge. Je ein Hakenkreuz wurde in eine Marmortafel und in eine Metallplatte geritzt.
(Thüringische Landeszeitung, 19.06.2006)

Horb (Baden-Wuerttemberg)
Grabsteine umgeworfen
Auf dem jüdischen Friedhof in Horb-Nordstetten wurden zwischen dem 22. und dem 25. Juni etwa 20 Grabsteine umgeworfen.
(Schwäbisches Tageblatt, 26.06.2006)

Walsrode (Niedersachsen)
Gebäude der Zeugen Jehovas beschmiert
In der Nacht zum 26. Juni wurden das Gebäude der Zeuegn Jehovas und ein PKW mit rechtsextremen Parolen, darunter auch "Juden raus", beschmiert.
(Pressemitteilung der Polizei, 27.06.2006)

Alsbach-Hähnlein (Hessen)
Friedhof geschändet
Mit roter Farbe wurden auf dem jüdischen Friedhof in Alsbach zwei Hakenkreuze auf Schilder gesprüht. Damit ist der Friedhof seit Juni 2004 zum fünften Mal Ziel antisemitischer Schmierereien geworden.
(ddp, 30.06.2006)

Storkow (Brandenburg)
Friedhof geschändet
Drei Grabsteine wurden auf dem jüdischen Friedhof in Storkow umgestoßen.
(Neues Deutschalnd, 29.06.2006)

Eibenstock/Schönheide (Sachsen)

Antisemitische Aufkleber

Aufkleber, mit denen die "Auschwitzlüge" verbreitet wird, wurden von Unbekannten in den Ortslagen Schönheide und Eibenstock angebracht. Die Polizei stellte Anzeige wegen Volksverhetzung.
(Pressemitteilung der Polizei, 28.07.2006)



Juli

Berlin
Hakenkreuz und antisemitische Parolen
Am 5. Juli gegen 4.30 Uhr entdeckte eine Passantin ein Hakenkreuz an der Fassade des Geburtshauses von Heinrich Stahl in der Straße Alt-Rudow. Sie alarmierte die Polizei, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Stahl war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde und wurde während der Nazizeit ermordet. Bereits vor einer Woche waren das Geburtshaus sowie eine Gedenktafel mit antisemitischen Parolen beschmiert worden.

(Berliner Zeitung, 06.07.2006)


Königs Wusterhausen (Brandenburg)
Mann mit israelischer Fahne angegriffen
Am 17. Juli berichtete die Polizei, dass in Königs Wusterhausen eine Gruppe österreichischer Touristen von zwei jungen Männern mit rechtsradikalen Parolen beschimpft wurde. Einer der Touristen hatte eine israelische Fahne über die Schultern gelegt. Die beiden Männer, einer mit Glatze, der zweite mit kurz geschorenen Haaren, entrissen ihm die Fahne, beleidigten ihn mit antisemitischen Äußerungen und drohten, die Fahne anzuzünden. Als ein Bekannter dem Touristen half und die Fahne den Angreifern entriss, fingen die Rechtsradikalen an, zuzuschlagen. Ein Mann sei durch Schläge leicht verletzt worden. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Volksverhetzung.


Berlin
Hakenkreuz in einer Stele des Holocaust-Mahnmals
Am Sonntag den 30. Juli wurde am Vormittag auf einer Stele des Holocaust-Mahnmals nahe des Brandenburger Tors ein eingeritztes Hakenkreuz entdeckt. Dieses wurde sofort entfernt. Hinweise auf die Täter gibt es keine.
(taz vom 31. Juli 2006)

Berlin
Mahnmal geschändet
Am Donnerstag den 28. Juli wurde in Berlin Tiergarten das jüdische Mahnmal am Hansa Ufer geschändet. Das Mahnmal erinnert an das Wohnhaus des 1994 verstorbenen Rabbiners Menachem Schneerson.
(Berliner Morgenpost, 29. Juli 2006)

Verden (Niedersachsen)
Israel als Chiffre
Der Krieg Israels gegen die Hizbollah ist für die Rechtsextremen ein willkommener Anlass, ihren Hass auf Juden auszuleben. Eine Mischung aus Überraschung und Bestätigung dürfte der Vorsitzende der NPD, Udo Voigt, empfunden haben, als er kürzlich zusammen mit einigen Kameraden in Verden von der Polizei festgenommen wurde. Er hatte an einer Kundgebung unter dem Motto »Nein zu Multikulti« teilgenommen und danach, weil gerade der Krieg Israels gegen die Hizbollah begonnen hatte und die Gelegenheit günstig schien, einen Sprechchor angestimmt: »Israel – internationale Völkermordzentrale!«. Das brachte ihm den Vorwurf der Volksverhetzung ein.
(Jungle World, 02.08.2006)

Reutlingen (Baden-Wuerttemberg)
Axel Heinzmann: Plakat mit antisemitischen Parolen
Der mehrfach wegen Landfriedensbruch und Volksverhetzung bestrafte Alex Heinzmann, zuletzt NPD-Kandidat bei der Bundestagswahl 2005 und der baden-württembergischen Landtagswahl 2006, hängte im Juli vor seiner Haustür ein Plakat mit antisemitischen Parolen wie "Jüdische Landräuber RAUS aus Libanon, Gaza ... USrael. RAUS aus den Islam-Ländern" auf.
(Schwäbisches Tagblatt, 19.12.2006)

Groß Laasch (Mecklenburg-Vorpommern)
Nazi-Parolen
Junge Erwachsene aus Groß-Laasch und Neustadt-Glewe brüllten nach einer Fußball-Übertragung auf Großleinwand Nazi-Parolen und antisemitische Äußerungen. Erst ein Sondereinsatzkommando der Polizei konnte dem ein Ende setzen. Es wurden vier Personen festgenommen.
(Ludwigsluster Tageblatt, 18.07.2006)

Steinfurt (Niedersachsen)
Friedhof geschändet
Randalierer haben auf dem jüdischen Friedhof an der Hellstiege mehrere Grabsteine beschädigt. Zwei Grabsteine sind samt Sockel umgestoßen worden.
(Pressemitteilung der Polizei Steinfurt, 14.07.2006)

Bischoffen-Niederweidbach (Hessen)
T-Shirts mit menschenverachtenden Aussagen
Die Polizei wurde auf zwei 18 und 19 Jahre alte Brüder aufmerksam, die T-Shirts mit menschenverachtenden Aussagen trugen. Auf der Kleidung war vorne "Putzkolonne Auschwitz" und hinten "Wir machen Deutschland sauber" zu lesen. Zudem wurden im PKW der jungen Männer 18 CDs mit rechtsradikalem Liedgut gefunden, die, wie auch die T-Shirts, beschlagnahmt wurden.
(Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mittelhessen, 14.07.2006)

Vöhl (Hessen)
T-Shirt mit antisemitischem Aufdruck
Ein 27-jähriger aus dem Lahn-Dill-Kreis trug auf einem Zeltplatz am Edersee ein T-Shirt mit der Aufschrift "Putzgeschwader Auschwitz" (vorne) und "Wir halten Deutschland sauber!" (hinten).
(Frankenberger Allgemeine (HNA), 04.10.2006)

Viersen (Nordrhein-Westfalen)
Mahnmal zerstört
Zwei 22 und 23 Jahre alte Männer aus Viersen wurden in der Nacht zum 17. Juli festgenommen, nachdem sie auf dem Schulhof der städtischen Realschule das dortige Mahnmal mit einer Gehwegplatte eingeworfen und "Verrecken sollen alle Juden!" gerufen hatten. Bei dem Mahnmal, das vor Jahren von Schülern der Realschule gestaltet worden war, handelt es sich um einen 1m x 1m großen Glaswürfel, in dem 1,5 Millionen weltweit eingesammelte symbolische Knöpfe aufbewahrt wurden. Eine Bronzetafel erinnert an die 1,5 Millionen Opfer des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.
(Pressemitteilung der Polizei Mönchengladbach, 17.07.2006)

Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)
Friedhof geschändet
Drei Grabsteine wurden auf dem jüdischen Friedhof der Stadt Stralsund umgestoßen.
(Pressemitteilung der Polizei, 20.07.2006)

Bremen
Antisemitische Hetzparolen
Antisemitische Hetzparolen wurden auf zwei Demonstrationen gegen den Krieg im Libanon verbreitet. "Tötet Israel!" und "Vernichtet Israel!" wurde auf Transparenten gefordert. Der Staat Israel wurde mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt. Mindestens ein jüdischer Passant wurde von Demonstrationsteilnehmern bespuckt und beleidigt.
(taz Nord, 25.07.2006)



August

Weimar (Thueringen)
Neonazis attackieren Buchenwald-Camp
Neonazis mobilisieren erstmals gegen ein Antifacamp in Buchenwald und ein linkes Wohnprojekt in Weimar. Das Camp auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers verbindet zum 18. Mal die Arbeit zum Erhalt der Gedenkstätte mit Informationsveranstaltungen, Kultur und Demonstrationen.
(ND, 01.08.2006)

Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Neonazi Schönborn kommt mit Bewährung davon
Wegen Volksverhetzung ist der 51-Jährige Neonazi Meinolf Schönborn am Mittwoch in Dortmund zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 51-Jährige hatte im seinem Versandhandel Schriften einer «Reichsbürgerbewegung» des früheren NPD-Anwalts Horst Mahler vertrieben. Darin leugnet dieser den Holocaust.
(Mitteldeutsche Zeitung, 03.08.2006)

Berlin
Antisemitische Naziplakate mit Glassplittern gespickt
Seit Ende Juli sind in Lichtenberg knapp 20 mit sogenannten Splitterfallen versehene antisemitische Plakate von Beamten entschärft worden. Die schwarzen Blätter (DIN A4) klebten in der Hauffstraße, Rupprechtstraße und Leopoldstraße. Sie enthalten Karikaturen und Texte, die den Holocaust leugnen und richten sich gegen Juden, die von New York und Moskau aus gegen Hitlers Todes-Regime kämpften.
(Berliner Kurier, 10.08.06)

Berlin
Juden in Deutschland erfahren zunehmend Anfeindungen
Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sieht sich der Zentralrat der Juden in Deutschland mit täglich bis zu 200 antisemitischen Zuschriften konfrontiert. Viele notieren einfach, dass man sich einmal mehr bestätigt sehe, den "Juden" alles Böse zuzutrauen. Es sei dagegen ein "Hohn", Deutschen "immer wieder" ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. Oft ist von "Selbstjustiz" und "Herrenmenschentum" die Rede. Der Zentralrat wird auch gefragt, was "ihr" (gemeint sind Israelis) mit den Nachbarn macht, um dann festzustellen, dass die Kriegshandlungen der Israelis "noch ein paar Nummern größer" seien als der Holocaust. In einer norddeutschen Stadt war ein Jude mit einer Kippa, der traditionellen Kopfbedeckung der Männer, bespuckt worden. Nur nach Intervention konnte in Trier eine zunächst mit ausdrücklichem Hinweis auf den Nahostkonflikt abgesagte Veranstaltung mit der Berliner Kantorin Avira Gerstetter doch stattfinden.
(Berliner Zeitung, 17.08.2006)

Berlin
Mehr rechte Straftaten in Berlin
Die Berliner Polizei hat im ersten Quartal dieses Jahres 442 Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund registriert. Von den 442 Straftaten hatten 71 einen antisemitischen oder antiisraelischen Hintergrund. Die Zahl der insgesamt in Berlin begangenen Taten mit antisemitischem Hintergrund dürfte, wie ein Staatsschützer erklärte, wesentlich höher liegen. "In dieser Statistik sind nur die von Tätern aus dem rechten Spektrum begangenen Delikte erfasst. Antisemitische Straftaten werden allerdings zunehmend von Personen aus der islamistischen Szene begangen", so der Beamte.
(Berliner Morgenpost, 21.08.2006)

Alsbach-Hähnlein (Hessen)
Friedhof geschändet
Der größte jüdische Landesfriedhof Hessens in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt ist erneut geschändet worden. Antisemitische Schmierereien wurden in roter Farbe auf Infotafeln und die Trägersäulen des Eingangsdaches angebracht.
(dpp, 04.08.2006)

Henningsdorf (Brandenburg)
Stolperstein gestohlen
In Henningsdorf wurden in der Nacht zum 9. August vier Stolpersteine, die an eine vor den Nazis geflohene Familie erinnerten und im Mai diesen Jahres verlegt worden waren, aus der Straße gerissen und gestohlen.
(Märkische Allgemeine, 10.08.2006)

Strausberg (Brandenburg)
Rechtsradikale Randale
Ca. 30 Frankfurter Nazi-Hooligans randalierten am 12.08. am frühen Nachmittag in der Peter-Göring-Straße. Auf dem Weg zum Fußballstadion warfen sie im Sozialen Zentrum "Horte" eine Scheibe ein, versuchten, eine dort aufgehängte Fahne anzuzünden und stießen mehrere Mülltonnen der Anne-Frank-Schule um. Währenddessen beschimpften sie Anne Frank als "Judensau" und bezeichneten die Schule als "Judenschule". Die der Polizei bekannten rechtsradikalen Fußballfans skandierten im Stadion "Ob Ost, ob West - nieder mit der Zeckenpest" und begleiteten eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung mit "Schiri, du Jude"-Rufen.
(inforiot.de)

Bunde (Niedersachsen)
Friedhof geschändet
Der jüdische Friedhof im ostfriesischen Bunde wurde in der Nacht zum 13. August geschändet. Grabsteine wurden umgeworfen und Grabplatten zerbrochen. Betroffen waren 10 Gräber.
(dpp, 14.08.2006)

Eisleben (Sachsen-Anhalt)
Tätlicher Angriff auf Paar mit Kind
Gegen 18.30 Uhr wurden ein Paar und ihr achtjähiges Kind auf dem Bahnhof von Eisleben von drei Rechten angegriffen. Der 24jährige Haupttäter, ein polizeibekannter Neonaziskinhead, schlug dem 38jährigen Mann von hinten mit einer Bierflasche auf den Kopf. Als das Opfer zur Bahnhofsaufsicht flüchten wollte, schloss die dort Anwesende die Tür ab. Währenddessen drohte einer der Rechten, man werde "die Judensau, den Ausländer töten und vergasen". Es vergingen 10 Minuten, bis die Bahnhofsaufsicht endlich die Polizei rief.
(mobile-opferberatung.de)

Berlin Treptow; Berlin-Tiergarten
Antisemitische Schmierereien
In Altglienicke wurde in der Rudower Straße eine Brücke mit antisemitischen Parolen und einem Hakenkreuz beschmiert. Am Jüdischen Mahnmal in der Levetzowstraße in Tiergarten wurden ebenfalls Farbschmierereien bemerkt. Ein Granitblock und ein Wagon waren mit Graffiti besprüht worden.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 12.08.2006)

Auerbach (Saarland)
Antisemitische Parolen
Anhänger des VfB Auerbach grölten antisemitische Parolen:" Wir bauen eine U-Bahn von Chemnitz bis nach Auschwitz." Die Situation eskalierte, als die Polizei die Personalien der Personen feststellen wollte.
(Sächsische Zeitung, 22.08.2006)

Schwedt (Brandenburg)
Körperverletzung
Ein deutscher Staatsbürger wurde Opfer einer antisemitischen Körperverletzung. Ein Tatverdächtiger wurde festgestellt.
(LKA Brandenburg)

Berlin-Prenzlauer Berg
Friedhof geschändet
In der Nacht zum 28. September wurde die Mauer des Lapidariums des jüdischen Friedhofs in der Schönhauser Allee von Rechten mit antisemitischen Sprüchen beschmiert.
(ddp, 28.09.2006)



September

Schenkenländchen (Brandenburg)
Judenfeindliche Schmierereien
Mehrere öffentliche Gebäude und Einrichtungen im Amt Schenkenländchen südlich von Königs Wusterhausen sind mit antisemitischen Parolen besudelt worden.
Die Schmierereien wurden in Teupitz, Schwerin, Groß Köris und Klein Köris entdeckt, wie ein Polizeisprecher sagte. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.
(ddp, 06.09.2006)

Berlin
Naziparolen gegen jüdische Fußballer
Spieler des jüdischen Vereins TuS Makkabi wurden bei einem Spiel beim VSG Altgliencke am 26. September 2006 von Zuschauern beschimpft, beleidigt und bedroht. Das Spiel wurde vorzeitig abgebrochen, da die Mannschaft von TuS Makkabi aufgrund der Vorfälle vorzeitig den Platz verließ. Spieler von Makkabi gaben an, dass Parolen wie „hier regiert die NPD“, „Synagogen brennen“ und „Ausschwitz ist wieder da“ gegrölt worden seien. Stammspieler haben Angst, in östlichen Stadtbezirken zu spielen. Polizisten in Zivil begleiten die Mannschaft während des Ligaspiels.
(netzeitung, 12.10.2006)


Höchberg (Bayern)
Gedenkstein geschändet
Der jüdische Gedenkstein vor der Höchberger Präparandenschule wurde in der Nacht zum 17. September mit einem Hakenkreuz und antisemitischen Parolen geschändet.
(Mainpost, 19.10.2006)

Flensburg (Schleswig-Holstein)
Jüdische Schüler beschimpft
Jüdische Schüler der Freien Waldorfschule Flensburg sind immer wieder von rechtsorientierten SchülerInnen antisemitisch beschimpft worden. Es fielen Sprüche wie "Juden in die Gaskammer".
(taz Nord, 21.09.2006)

Zehdenick (Brandenburg)
Antijüdische Ressentiments
Auf dem Zehdenicker Marktplatz warben SchülerInnen bei der Bevölkerung um Unterstützung für ihr Projekt, in der Stadt Stolpersteine zu verlegen. Dabei wurden sie mit Ablehnung "bis hin zu antijüdischen Ressentiments" konfrontiert.
(taz, 12.10.2006)



Oktober

Parey (Sachsen-Anhalt)
Schüler musste Schild mit Nazi-Parole tragen
An einer Sekundarschule wurde ein 16-Jähriger von drei Mitschülern dazu gezwungen, mit einem Schild um den Hals über den Schulhof zu laufen, das folgende Aufschrift trug: „Ich bin am Ort das größte Schwein, ich lass mich nur mit Juden ein“.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, Nötigung und Beleidigung.
(Focusonline, 13.10.2006)


Berlin
Jüdisches Mahnmal beschmiert
Am Montag, den 30. Oktober, haben unbekannte Täter ein jüdisches Mahnmal am Lindenufer in Berlin Spandau beschmiert. Das Mahnmal erinnert an eine 1895 erbaute Synagoge, die in der Pogromnacht 1938 zerstört worden war.
(Berliner Morgenpost, 31.10.2006)

Berlin Treptow-Köpenick
Dokumentationszentrum beschmiert
Unbekannte Täter beschmierten in den frühen Morgenstunden des 18. Oktober die Tür des Dokumentationszentrums für NS-Zwangsarbeiter in Schöneweide (Bezirk Köpenick) mit einem Hakenkreuz und drei Davidsternen.
(taz Berlin Lokal, 19.10.2006)

Berlin-Prenzlauer Berg
Tafel beschmiert
Eine Tafel zum Thema "Jüdisches Leben im Prenzlauer Berg" am Senefelder Platz wurde mit "SS", "Sieg Heil" und Hakenkreuzen beschmiert.
(Antifa Initiative weinrotes Prenzlauer Berg)

Berlin Treptow-Köpenick
Brandanschlag auf Dokumentationszentrum
Unbekannte verübten in der Nacht zum 26. Oktober einen Brandanschlag auf das Dokumentationszentrum für NS-Zwangsarbeiter in Schöneweide. Die alarmierten Einsatzkräfte konnten den Brand löschen.
(Tagesspiegel, 26.10.2006)

Zerbst (Sachsen-Anhalt)
Antisemitische Beleidigungen
Bei der Polizei beschwerte sich eine Anruferin über eine Ruhestörung in ihrem Haus. Die Inhaberin der Wohnung, aus der die lautstarke Musik drang, öffnete der Polizei die Tür, beschimpfte die Anruferin als "Judenfotze" und "Nazareth-Fotze" und schrie: "Alle Juden sollen vermodern".
(Volksstimme, 08.12.2006)

Berlin
Antisemitische Parolen bei Fußballspiel
Während des Regionalliga-Spiels der Amateure von Hertha BSC Berlin gegen Dynamo Dresden skandierten rund 1000 Dynamo-Fans "Juden Berlin!". Die Spieler aus Dresden reagierten auf diese antisemitische Provokation nicht. Bei anschließenden Kravallen wurden von Dresdner Fans 38 Menschen verletzt, darunter 23 Polizisten.
(dpa, 30.10.2006)

Dresden (Sachsen)
Hakenkreuz-Schmierereien
Zwei 17jährige Hakenkreuz-Schmierer wurden am 31. Oktober von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma gestellt, als sie damit beschäftigt waren, auf einer Baustelle eine Betonplatte zu beschmieren.
(Dresdner Neueste Nachrichten, 02.11.2006)



November

Frankfurt/Oder (Brandenburg)
Gedenkfeiern zur Pogromnacht gestört
Nach der offiziellen Feier am Denkmal für die ehemalige Synagoge in Frankfurt/Oder zerstörten mehrere Jugendliche und junge Männer das Blumengebinde des Gedenksteins und warfen Kerzen auf die Straße. Als die Polizei einschritt, wurden sie mit "Sieg Heil"- Rufen konfrontiert. Laut Polizei handelt es sich um "einschlägig bekannte Personen der rechten Szene". Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.
(stern.de, 10. November 2006)

Cottbus (Brandenburg)
Erneut Jüdische Gedenktafel in Brandenburg geschändet
In der Nacht auf Dienstag haben unbekannte Täter in Cottbus eine jüdische Gedenktafel in der Strasse der Jugend mit einem Hakenkreuz beschmiert.
Der neuerliche Anschlag wurden von Politikern aller demokratischer Parteien verurteilt.     Erst am vorangegangenen Freitag war in Frankfurt (Oder) ein jüdischer Gedenkstein geschändet worden.
(Der Tagesspiegel, 15.11.2006)

Cottbus (Brandenburg)
Stolpersteine gestohlen und zerstört
In der Nacht auf Dienstag stahlen unbekannte Täter fünf Stolpersteine, ein weiterer Stein wurde mit Teer übergossen und mit einem Hakenkreuz überschmiert.
Insgesamt waren in Cottbus elf Stolpersteine verlegt worden, von denen bereits im Oktober zwei gestohlen wurden.
Die Reaktionen von Politikern der demokratischen Parteien reichten von Wut und Entsetzen hin zu der Forderung nach harter Bestrafung. Wolfgang Neskovic, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, betonte, von unbekannten Tätern zu sprechen, treffe nicht den Kern. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlchkeit handelt es sich hier um organisierte Rechtsextreme", so Neskovic.
(Tagesspiegel, 15.11.2006)

Marburg (Hessen)
Stolperstein geschändet
In der Marburger Schückingstraße ist der Stolperstein zum Gedenken an den jüdischen Professor Hermann Jacobsohn geschändet worden. Der Stein wurde mit einer schwarzen Masse so überklebt, dass das Mahnmal vor der einstigen Haustür des Wissenschaftlers nicht mehr sichtbar ist.
(Frankenberger Allgemeine/HNA, 04.11.2006)

Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen)
Brandanschlag auf jüdisches Mahnmal
In der Nacht zum 7. November wurde ein Brandanschlag auf das jüdische Mahnmal in Osterholz-Scharmbeck verübt. Unbekannte Täter setzten eine große Plane in Brand, die 19 steinerne Stelen und eine Granitplatte mit dem Namen jüdischer Opfer des Nazionalsozialismus verhüllte.
(Weserkurier, 09.11.2006)

Berlin-Wedding
Kränze entwendet
Unbekannte Täter entwendeten zwei Kränze und ein Blumengebinde an einer Gedenktafel am jüdischen Krankenhaus, die Vertreter der SPD und des Bezirksamts Mitte anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht niedergelegt hatten.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 12.11.2006)

Hannover (Niedersachsen)
Mahnmal mit Tierblut geschändet
Unbekannte Täter haben in der Innenstadt Hannovers ein Mahnmal für die in der NS-Zeit ermordeten Juden mit Tierblut geschändet. Die Polizei verdächtigt einen Angehörigen der "Gothic-Szene".
(AP, 14.11.2006; HAZ, 18.11.2006)

Berlin-Neukölln
Antisemitische Parolen
Ein 47jähriger Neuköllner wurde beim Schmieren von antisemitischen Parolen in der Neuköllner Saalestraße von der Polizei auf frischer Tat ertappt. Die Polizei legt dem Mann insgesamt 23 Straftaten zur Last.
(Pressemitteilung der Berliner Polizei, 15.11.2006)

Odenthal (Nordrhein-Westfalen)
Antisemitische Beleidigung
Ein Hauptschüler polnischer Abstammung hat einen Schüler jüdischer Herkunft eines Odenthaler Gymnasiums mit den Worten "Du bist Jude, geh doch in die Gaskammer" beleidigt.
(Kölner Stadtanzeiger, 16.11.2006)

Forst (Brandenburg)
Gedenkstein besprüht
Der Davidstern auf dem Gedenkstein für die frühere Synagoge wurde mit Sprühlack durchgestrichen.
(Tagesspiegel, 22.11.2006)

Berlin-Tiergarten
Holocaustmahnmal beschmiert
Das Holocaust-Mahnmal wurde mit den Worten "Juden" und "Schwul" sowie einem Hakenkreuz beschmiert.
(Tagesspiegel, 22.11.2006)

Berlin-Kreuzberg
Angriff auf jüdische Schülerin
Vom Spätsommer bis zu den Herbstferien wurde eine 14jährige auf dem Weg von der Kreuzberger Lina-Morgenstern-Oberschule nach Hause von arabischstämmigen Jugendlichen mit antisemitischen Parolen beschimpft. Höhepunkt war ein Überfall auf dem Heimweg, bei dem das Mädchen von einer Jugendgruppe mit Schlägen in Gesicht und Rücken traktiert wurde.
(Berliner Zeitung, 24.11.2006)

Krefeld (Nordrhein-Westfalen)
Tätlicher Angriff
Ein 30-Jähriger Mann beleidigte am Abend des 27. November einen 31-Jährigen Krefelder mit ausländerfeindlichen Beschimpfungen. Nach einem Wortwechsel trat der Täter seinem Opfer derart heftig gegen den Körper, dass dieser durch die Eingangstür einer Gaststätte flog. Daraufhin skandierte der Täter antisemitische Parolen und zeigte den Hitlergruß.
(Pressemitteilung der Polizei Krefeld, 28.11.2006)



Dezember

Halberstadt (Sachsen-Anhalt)
Hakenkreuze im ehemaligen Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge
Im früheren Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge in Sachsen-Anhalt kratzten unbekannte Täter Hakenkreuze in die Stützstange einer Gedenkkiefer. Außerdem seien zwei Informationsblätter verschwunden, so die Polizei Halberstadt.
Die heutige Mahn- und Gedenkstätte war während des Nationalsozialismus eine Außenstelle des ehemaligen KL Buchenwald.
(taz, 12.12.2006)

Forst (Brandenburg)
Jüdischer Gedenkstein geschändet
Unbekannte haben in Forst einen jüdischen Gedenkstein beschmiert. Mit roter Farbe sprühten sie ein Hakenkreuz sowie das Wort "Judas" auf das Denkmal, das an die alte Synagoge des Ortes erinnert.
(Tagesspiegel, 21.12.2006)

Obernkirchen (Niedersachsen)
Jüdischer Friedhof geschändet
Fünf Gräber des jüdischen Friedhofs der niedersächsischen Stadt Obernkirchen sind in der Sylvesternacht geschändet worden. Wie die Polizei am Dienstag in Nienburg mitteilte, warfen unbekannte Täter die Grabsteine um.
(AP, 03.01.2007)

Berlin
Gedenktafel mit Hakenkreuz beschmiert
Eine der Tafeln zum Gedenken an Menschen jüdischen Glaubens am Lindenufer in Berlin-Spandau ist mit einem Hakenkreuz beschmiert worden. Angestellte des Objektschutzes hatten es auf einer Streifenfahrt am Freitagvormittag entdeckt, wie ein Polizeisprecher sagte. Unbekannte Täter hatten das Hakenkreuz auf einer Fläche von 50 mal 50 Zentimetern mit silberner Farbe aufgesprüht. Eine umgehende Beseitigung der Schmiererei wurde veranlasst.
(Hamburger Abendblatt, 03.01.2007)

Oranienburg (Brandenburg)
Gedenkstein geschändet
Am 16. Dezember wurde in der Gedenkstätte Sachsenhausen ein Gedenkstein geschändet.
(Märkische Allgemeine, 22.12.2006)

 

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