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09.11.2014, Nazis stören Mahnwache für Döbelner Opfer des Nationalsozialismus

Sachsen

(Döbeln)

Quelle:
Treibhaus Döbeln

Am gestrigen Sonntag fand in Döbeln bereits zum dritten Mal eine Mahnwache an den Stolpersteinen im Stadtgebiet statt. Die Steine erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger, die von den Nationalsozialisten enteignet, vertrieben, gedemütigt und ermordet wurden. Bereits in den letzten Jahren kam es immer wieder dazu, dass Blumen und Kerzen entfernt und die Steine beschmiert wurden. Gestern allerdings mussten die knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mahnwache sich erstmals offene Einschüchterungsversuche und Störungen gefallen lassen. Im Verlauf der Veranstaltung sammelten sich Döbelner Nazis in der Nähe der Gedenkorte, fotografierten die friedlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und provozierten mit ihrer Präsenz. Unter den knapp zehn Nazis war auch der Döbelner Stadtrat Stefan Trautmann. Ein Stadtrat, der eine würdevolle Gedenkveranstaltung provoziert und stört und mit seinem Namen und seinem Gesicht Repräsentant für Döbeln ist. Während die Mahnwachenstrecke aus Sicherheitsgründen verändert wurde, sammelten sich die Nazis schließlich an der Friedrichstraße und blockierten damit die letzte Station der Veranstaltung. Nach Absprache mit der Polizei wurde die Mahnwache schließlich am Café Courage in der Bahnhofstraße beendet. Blumen und Kerzen wurden im Nachhinein noch an die Friedrichstraße gebracht. Passantinnen und Passanten im Stadtgebiet zündeten die von den Nazis ausgeblasenen Kerzen wieder an.

 

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