Was ist Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

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Was ist Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit?

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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit umfasst verschiedene Einstellungen, die Feindlichkeit gegenüber Gruppen anderer Menschen ausdrücken. Die einzelnen Ausprägungen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind (nach Heitmeyer): Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Etabliertenvorrechte (d.h., dass diejenigen, die zuerst da sind, mehr Rechte haben sollen als etwa Zugezogene), Sexismus und Heterophobie (d.h. Angst vor Menschen, die von der Mehrheitsgesellschaft als „anders“ definiert werden, z.B. Homosexuelle, Behinderte oder Obdachlose).

Die Elemente der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit


Rassismus umfasst Einstellungen und Verhaltensweisen, die Menschen aufgrund ihres Aussehens, kultureller Eigenarten oder ihrer ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit in Gruppen einteilen und diese aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit abwerten. Durch die Abwertung der anderen Gruppen wird die eigene Gruppe aufgewertet.

Fremdenfeindlichkeit bezieht sich in der Studie auf kulturelle und materielle Aspekte. Gruppenangehörige fremder ethnischer Herkunft werden zum einen abgewertet, weil fremde Kulturen von Teilen der Mehrheitsgesellschaft als bedrohlich empfunden werden. Zum anderen spielt materielle Konkurrenz um Ressourcen - z.B. knappe Arbeitsplätze - eine Rolle.

Antisemitismus bedeutet Abwertung von Menschen jüdischen Glaubens und Herkunft sowie ihrer kulturellen und religiösen Symbole. Die Diskriminierung von Juden basiert zumeist auf Stereotypen. Ein häufiger Vorwurf lautet, Juden nutzten den Holocaust für ihre eigenen Zwecke aus (sekundärer Antisemitismus). Antisemitismus thematisiert vor allem bedrohende „Verschwörungen“ und „Ausbeutungen“, die es abzuwehren gelte.

Etabliertenvorrechte beziehen sich auf Alteingesessene, gleich welcher Herkunft, die eine Vorrangstellung beanspruchen und anderen gleiche Rechte vorenthalten möchten. Sie verletzen so das Prinzip der Gleichwertigkeit.

Sexismus betont die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei die angebliche Überlegenheit des Mannes und feste Rollenzuweisungen an die Frau im Mittelpunkt stehen. Sexismus stellt einen Sonderfall innerhalb der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dar. Es handelt sich hierbei um die angebliche Ungleichwertigkeit einer Mehrheit der Bevölkerung und nicht, wie bei den anderen Gruppen, um eine Minderheit.

Homophobie bezeichnet feindselige Einstellungen gegenüber Homosexuellen. Im Vordergrund steht dabei das von der heterosexuellen Norm abweichende sexuelle Verhalten und Auftreten in der Öffentlichkeit.

Abwertung von Behinderten meint feindselige Einstellungen gegenüber Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Diese Einstellungen richten sich gegen die „Normalitätsabweichung“ und die daraus angeblich abgeleiteten Forderungen nach Unterstützung.

Abwertung von Obdachlosen basiert auf einer feindseligen Haltung gegenüber Menschen, die aufgrund ihrer sozialen Situation den Vorstellungen von einem geregelten, bürgerlichen Leben nicht entsprechen.

 

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