Angesichts des Wiedereinzugs der NPD in den Schweriner Landtag und der erschreckend hohen Ergebnisse der NPD gerade im Osten des Bundeslandes verlängert die Amadeu Antonio Stiftung die Kampagne „Kein Ort für Neonazis“ in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Stiftung hat sich ins Zeug gelegt vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Noch mehr gearbeitet haben die Initiativen vor Ort, die unbedingt verhindern wollten, dass die NPD wieder in den Landtag einzieht. Vielleicht hat es die NPD um einige Prozentpunkte geschwächt. Dennoch: mit sechs Prozent ist sie wieder im Landtag. Besonders verankert ist die NPD in den Kreisen Uecker-Randow und Ostvorpommern – also direkt in der Grenzregion zu Polen. Hier liegen die Ergebnisse der Neonazi-Partei im zweistelligen Bereich. Es hat sich gezeigt, dass es ein fest verankertes Wählerpotenzial gibt, das sich auch nicht durch höheres Wirtschaftswachstum oder geringere Arbeitslosenzahlen vom NPD-Wählen abschrecken lässt. NPD-Wählen in Mecklenburg-Vorpommern ist kein Protestwählen, sondern vermeintlich „normal“ geworden.
Die Kampagne in Mecklenburg-Vorpommern
Die Kampagne „Kein Ort für Neonazis“ will Bürgerinnen und Bürger, zivilgesellschaftliche Initiativen und vor allem Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern für demokratische Kultur gewinnen und die dauerhafte Verankerung von rechtsextremen Parteien in Kommunalparlamenten und im Landtag verhindern. Dazu ist eine Auseinandersetzung mit rechtsextremen Raumgreifungsstrategien notwendig und eine Kooperation aller demokratischen Parteien und weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Nach der Wahl ist vor der Wahl und nachhaltige Arbeit für demokratische Kultur braucht Zeit. Die punktuelle Aufmerksamkeit bei der Wahl muss sich in eine dauerhafte Unterstützung derjenigen umwandeln, die auch dann noch vor Ort sind, wenn die Presse längst abgezogen ist. Wenn der Alltag wieder einkehrt. Um diesen Alltag demokratischer werden zu lassen, hat die Stiftung bereits 18 Projekte von jungen Menschen und Schülerinnen und Schülern, Plakatwettbewerbe und bunte Aktionen vor der Landtagswahl gefördert.
Die Kampagne richtet sich an demokratisch eingestellte Jugendliche, Bürgerinnen und Bürger, die etwas vor Ort bewegen wollen! Dafür gibt es Fördermittel, fachliche Unterstützung durch Kooperationspartner vor Ort und öffentliche Anerkennung.
Sie alle können sich bei der Amadeu Antonio Stiftung mit einem Projekt bewerben. Unbürokratisch und schnell will die Stiftung mit einem Betrag bis zu 250 Euro unterstützen. Diskussionsabende zum Thema Demokratie oder Rechtsextremismus in MV, CDs gegen Rechtsrock, Fotodokumentation von Orten rechter Übergriffe – die Amadeu Antonio Stiftung ermutigt alle Bürgerinnen und Bürger, sich kreativ mit Rechtsextremismus auseinanderzusetzen und etwas dagegen zu tun.
Betriebliches Beratungs Team MV, Blick nach rechts, Demokratisches Ostvorpommern - Verein für politische Kultur e.V., DGB Nord, Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, F.C. Hansa Rostock, Internationales Kultur- und Wohnprojekt Greifswald e.V., Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern, LOBBI e.V. – Beratung für Betroffene rechter Gewalt in MV, MV-Spion, NPD-Blog.info, RAA Mecklenburg-Vorpommern, Soziale Bildung Rostock e.V., Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, Verein Mahn- und Gedenkstätten Landkreis Ludwigslust e.V., Wir. Erfolg braucht Vielfalt
Die Stiftung Umverteilen! ist Mitförderer der Kampagne.

Das Kampagnen-Logo steht unter Creative Commons Lizenz. Jegliche Nutzung der Kampagne und des Logos muss mit der Amadeu Antonio Stiftung abgesprochen werden. Es darf nur unter den Bedingungen: Nammensnennung - Nicht Kommerziell - Unverändert genutzt werden.
Zu den Wahlergebnissen der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Landtagskandidaten der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.
Hochburgen der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.
Kameradschaften versuchen, die Öffentlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern zu provozieren.
Die NPD und das Gewaltpotenzial der neonazistischen Szene in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Bemühungen der NPD um Volksnähe in Mecklenburg-Vorpommern
Greifswald - Eine Schule und ihr Prostest gegen den NPD Aufmarsch.
Uecker-Randow - Interaktive Landpartie mit Dorffest und Symposium rund um den öffentlichen Raum.