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NEWSLETTER DER AMADEU ANTONIO STIFTUNG


Ausgabe Nr. 69, Dezember 2010
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Dies ist der E-Mail-Newsletter der Amadeu Antonio Stiftung mit aktuellen Mitteilungen aus der Stiftung, vom Opferfonds CURA und den Internetportalen www.mut-gegen-rechte-gewalt.de und www.netz-gegen-nazis.de.

Die Amadeu Antonio Stiftung finden Sie im Web 2.0 auf Facebook und Twitter.

 

1. IN EIGENER SACHE

Anetta Kahane

Liebe Leserinnen und Leser,

am Abend des 15. November ist Hermann Freudenberg gestorben. Als Vorsitzender des Kuratoriums der Freudenberg Stiftung hatte er seit der Wende unsere Arbeit für eine demokratische Alltagskultur und gegen Rassismus unterstützt und gefördert. Mit seiner Hilfe konnte die Amadeu Antonio Stiftung gegründet werden. Seit dem war er auch Mitglied unseres Stiftungsrates. Für mich war er über 20 Jahre auch ein persönlicher Freund. Seine Wärme, seine Klugheit und sein Instinkt für Menschen und Situationen fehlen mir in jedem Augenblick.

Am Abend als er starb, war ich gerade in Dresden, um dort die Nominierten und Preisträger des Sächsischen Demokratiepreises zu treffen. Eine Woche zuvor war die Preisverleihung in der Frauenkirche nicht ganz so feierlich abgelaufen, wie es die vier ausrichtenden Stiftungen geplant hatten; einer der Preisträger – das Akubiz aus Pirna – hatte die Annahme verweigert und war deshalb nicht erschienen. Der Grund: alle ausgezeichneten Projekte für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Sachsen sollten eine Erklärung unterschreiben, mit der sie bestätigen auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu stehen. Soweit, so gut. Das ist ungefähr so wichtig als würde ein Autorennfahrer versichern müssen, dass er die Absicht hat, wirklich auf vier Rädern unterwegs zu sein. Oder so zwingend wie für einen Djihadisten der Schwur, dass er wirklich an den Propheten und das Paradies im Jenseits glaubt. Wenn in beiden Fällen ja gewiss Zweifel angebracht scheinen, wieso dann nicht im Fall der Demokratieprojekte?

Doch nicht das Selbstverständliche und Notwendige zu versichern, war es, was die jungen Leute von Akubiz eigentlich störte, sondern dass sie sich gleichzeitig auch verpflichten sollten, mit niemandem zu kooperieren, der „den Anschein erwecke“ demokratiefeindliche Tendenzen zu befördern. Damit hatten sie ein Problem. Denn wenn man ihnen schon nicht recht traut, so ihr Einwand, liegt die Vermutung nah, dass durch diese unklare Formulierung nun auch alle ihre Partner in Verdacht geraten würden. Und dafür, dass die „koscher“ sind, sollten nun die Projekte selbst „auf eigene Verantwortung Sorge tragen“. Eine schwierige Aufgabe in einem Umfeld, in dem Nazis ganze Regionen terrorisieren, Projekte überfallen, junge Leute verprügeln und sogar, wie einige Wochen zuvor in Leipzig, selbst vor Mord nicht zurückschrecken. Das behördliche Misstrauen richtet sich aber nicht gegen die Nazis, sie sind eindeutig Verfassungsfeinde und somit in dem Sinne nicht das Problem. Schwierig einzuschätzen sind nach der Logik jene, die demokratische Kultur einfordern. Wenn sie gegen „rechts“ sind, müssen sie vermutlich selbst „links“ sein. Und von da ist es zum Linksextremismus nicht mehr weit. Hermann Freudenberg war ein zutiefst liberaler Mensch. Er hätte wegen seines bürgerlichen und humanistischen Menschenbildes vermutlich Verständnis für die Weigerung der jungen Leute aus Pirna gehabt, einen Preis für Demokratie anzunehmen, der zugleich Symbol für das Misstrauen des Staates gegenüber seinen Verteidigern geworden ist. Ich weiß nicht, was er ihnen für ihr zukünftiges Handeln geraten hätte, denn wirklicher, echter und nicht vorgeschobener Linksextremismus waren ihm – wie mir auch – kein akzeptables Mittel, die Demokratie zu befördern. Dafür enthält das Gesellschafts- und Menschenbild von Linksextremisten zu viel von jener Verachtung und jenem Hass, der Menschen für die Durchsetzung einer Ideologie zu opfern bereit ist und es in der Geschichte auch getan hat.

Doch junge Menschen dessen zu verdächtigen, nur weil sie aufgrund ihres Engagements gegen Rechtsextremismus automatisch selbst linksextrem sein müssen, hätte ihn zornig gemacht. Umso mehr als die „bürgerliche Mitte“ gerade in Sachsen bisher zu wenig gegen Neonazis tut und deshalb mit dafür verantwortlich ist, dass in Sachsen die NPD wieder im Landtag sitzt.

Vor 20 Jahren, als ich Hermann Freudenberg kennenlernte – das war noch vor der Wiedervereinigung – hörte er aufmerksam zu, als einige Engagierte aus dem Osten von ihren Erfahrungen berichteten. So richtig mochte er sich nicht vorstellen, dass unser Szenario von Pogromstimmungen gegen Ausländer wahr werden konnte. Wenige Wochen danach wurde Amadeu Antonio in Eberswalde totgeschlagen. Ihm folgten seither etwa 150 Weitere, die durch Rechtsextreme erschlagen, erstochen, zu Tode getreten oder angezündet wurden. Amadeu Antonio war einer der ersten. Am 6. Dezember begehen wir seinen 20. Todestag. Dass sich in Eberswalde das Klima inzwischen entscheidend verbessert hat, haben wir auch Hermann Freudenbergs Engagement zu verdanken. Er hat es uns ermöglicht gerade in Eberswalde viele Projekte aufzubauen und mit vielen Aktiven eine Bürgerstiftung zu gründen. Er tat es in Vertrauen auf unsere Arbeit und unseren großen Wunsch nach Demokratie, er tat es in Vertrauen auf die Fähigkeiten der Menschen vor Ort und in Respekt vor Amadeu Antonio. Er und die vielen anderen Opfer rassistischer und rechtsextremer Gewalt nach der Einheit, hatten den Preis für eine vermeintlich friedliche Revolution in Deutschland zu tragen, von der Minderheiten und Einwanderer weitgehend ausgeschlossen blieben. Dass es nicht so bleibt, ist unsere Aufgabe für die nächsten 20 Jahre. Durch alle Schwierigkeiten und Kämpfe hindurch. Im Andenken an Amadeu Antonio, den wir leider nie kennenlernen durften.

Ihre Anetta Kahane

 

2. MUT GEGEN RECHTE GEWALT

Collage_Mut

2010 - Ein Jahr mit Aufs und Abs

13. Januar 2010: Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis verhindert den größten Neonazisaufmarsch Europas in Dresden. Viele tausend Engagierte wollen den Revisionisten nicht das Feld überlassen. Das Beispiel Dresden macht Schule. Auch in Brandenburg und Berlin werden in der Folge Aufmärsche blockiert. Neben den erfreulichen Ereignissen aus Dresden gibt es allerdings auch viel Erschütterndes aus dem vergangenen Jahr zu berichten. In Zossen wird im Januar das „Haus der Demokratie“ von Neonazis niedergebrannt. Im Sommer häufen sich Brandanschläge in Sachsen. Imbisswagen und Lokale von Migrantinnen und Migranten, Kultureinrichtungen und Wohnprojekte gehen in Flammen auf. Währenddessen macht Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ Schlagzeilen und setzt mit seinen rassistischen Thesen eine Debatte um die vermeintliche Bedrohung Deutschlands durch Muslime in Gang. „Mut gegen Rechte Gewalt" fasst die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahres zusammen.

Mehr:
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/ein-rueckblick-auf-2010

 

52.500 Euro für mehr Courage

Mit großen Schritten nährt sich der Jahreswechsel und, wie überall, wird es auch bei „Mut gegen rechte Gewalt“ Zeit, Bilanz zu ziehen. Insgesamt 13 Initiativen mit 52.500 Euro konnten von der stern-Aktion in diesem Jahr gefördert werden. Den größten Anteil dabei nahm die Neonazi-Aussteigerinitiative EXIT-Deutschland ein, die mit Zuwendungen in Höhe von 40.000 Euro unterstützt wurde. Unter den dreizehn geförderten Projekten befand sich auch die Initiative „Aktion Ladenschluss“. Ein Projekt, das sich für die Schließung des Thor-Steinar-Ladens „Oseberg“ in der Innenstadt von Halle/Saale einsetzt. Große Aufmerksamkeit erzielte auch das afrodeutsche Schauspielensemble von „Lable Noir“. In dem aktuellen Theaterstück „Heimat, bittersüße Heimat“, dessen Aufführung von "Mut gegen rechte Gewalt" gefördert wurde, gewähren die Schauspielerinnen und Schauspieler einen Einblick in ihre Erfahrungen des „Anders-Seins“ in Deutschland und gehen der Frage auf den Grund, warum es der Mehrheitsgesellschaft noch immer so schwer fällt, alle Deutschen auch als solche anzuerkennen. Wir hoffen, auch mit Hilfe ihrer Spenden, im kommenden Jahr wieder über Initiativen zu berichten, die den Mut aufbringen, sich rechter Gewalt entgegen zu stellen.

Mehr:
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/projekte/mutmacher/bundesweite-mutmacher/52500-euro-fuer-mehr-courage

 

3. PROJEKTE FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR

In mehreren Bundesländern wird im kommenden Jahr gewählt. Besonders die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stehen im Fokus der NPD. Mit der Kampagne „Kein Ort für Neonazis“ unterstützt und ermutigt die Amadeu Antonio Stiftung zivilgesellschaftliche Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern, sich für eine demokratische Kultur zu engagieren und so den Wiedereinzug der NPD in den Landtag zu verhindern. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch weiterhin mit Ihren Spenden dabei helfen.

 
Mahnmal-Weinheim

Foto: Monika Endriß

Ein Mahnmal für Weinheim

Aus 137 Gemeinden Badens wurden während des Zweiten Weltkriegs jüdische Bürgerinnen und Bürger in das Internierungslager Gurs deportiert. Mehr als 1.000 von ihnen erlebten das Kriegsende nicht. Zur Erinnerung an das Schicksal der verschleppten und ermordeten Jüdinnen und Juden initiierte die Abteilung Jugendpastoral der Erzdiözese Freiburg zusammen mit dem Evangelischen Amt für Kinder- und Jugendarbeit der Landeskirche Baden ein Mahnmalprojekt. Ziel des Projekts ist es, in den jeweiligen Gemeinden zwei identische Gedenksteine zu gestalten, von denen einer im Ort aufgestellt und der andere Teil eines zentralen Mahnmals in Neckarzimmern wird. Auch aus Weinheim wurden Jüdinnen und Juden deportiert. Zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 entschied sich die Klasse 9/2-2 der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Weinheim, die Steine für ihre Stadt zu gestalten. Mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung fertigen die Schülerinnen und Schüler gleich drei Mahnmale zum Gedenken an und setzten sich dabei mit der regionalen Geschichte des Holocaust auseinander: „Wir sind von diesem Teil der deutschen Geschichte sehr berührt und erschüttert. Wir haben von Ausgrenzung, Demütigung, Raub des Vermögens und Ermordung erfahren. Wir haben erfahren, dass Menschen auch in dieser Stadt bei diesem Unrecht zugeschaut und dann weggeschaut haben“, fasste die Schulklasse ihre gewonnenen Eindrücke zusammen.

Mehr:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/mahnmal-weinheim

 

EXIT hilft beim Verbot der HNG

„Kein Ausstieg vollzieht sich von heute auf morgen“, erklärt Bernd Wagner, Mitbegründer der Neonazi-Aussteigerinitiative EXIT-Deutschland. 397 Personen half die Organisation seit ihrem Bestehen beim Ausstieg. Seit Mai 2009 wurden und werden 68 Aussteigende betreut. Für viele Neonazis, die der Szene den Rücken kehren möchten, ist EXIT die einzige Anlaufstelle. Aber nicht nur in der Ausstiegsbegleitung war EXIT im vergangenen Jahr aktiv. Große mediale Resonanz erzielte das angestrengte Verbotsprüfungsverfahren gegen die „Hilfsgemeinschaft für nationale und politische Gefangene“ (HNG), bei dem auch ehemalige Angehörige der HNG mitwirkten. Seit nunmehr 10 Jahren arbeitet EXIT erfolgreich mit Aussteigern. Damit Ausstiegswillige auch künftig einen seriösen Ansprechpartner haben, unterstützt die Amadeu Antonio Stiftung im Rahmen der stern-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“ das Projekt.

Mehr:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/exit-deutschland-arbeitet-weiterhin-erfolgreich

 

4. AMADEU ANTONIO STIFTUNG AKTIV

Amadeu-Antonio-privat

Amadeu Antonio Kiowa, Foto: privat

Gedenken an Amadeu Antonio

Anlässlich des 20. Todestages von Amadeu Antonio lädt der Afrikanische Kulturverein Palanca e.V. gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung und weiteren Partnerorganisationen zu verschiedenen Veranstaltungen ein. In Eberswalde findet am 6. Dezember um 17 Uhr ein Gedenken an der Erinnerungstafel für Amadeu Antonio statt. Anschließend, um 18 Uhr, wird es eine Gedenkfeier mit Essen, Musik und Tanz im Tourismuszentrum geben. Gleichzeitig wird die erweiterte Ausstellung „Angolanische Vertragsarbeiter in Eberswalde“ zu sehen sein. Bereits am 4. Dezember singt der „NAK Zentral Chor African's Voice“, bestehend aus ehemaligen Kollegen von Amadeu Antonio und anderen afrikanischen Migrantinnen und Migranten, Choräle zum 2. Advent im Saal des Paul-Wunderlich-Hauses.

Mehr:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/todestag-amadeu-antonio


 

16.000 Euro Hilfe für Opfer rechter Gewalt

Eine Serie von rechtsextremen und rassistischen Brandanschlägen, die vor allem in Sachsen migrantische, alternative und zivilgesellschaftliche Einrichtungen trafen, überschattete das Jahr 2010. Zuletzt in Limbach-Oberfrohna, wo der Verein „Soziale und politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.“ Opfer eines Brandanschlags wurde. Ein Sachschaden von knapp 25.000 Euro entstand dabei. Der Opferfonds CURA unterstützt die Vereinigung nun bei der Instandsetzung seines Vereinsgebäudes. Insgesamt kamen nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2010 aus den Mitteln des Opferfonds knapp 16.000 Euro Betroffenen rechtsextremer und rassistischer Gewalt zugute. 13 Einzelpersonen und Familien profitierten von den Hilfen. Darüber hinaus wurden auch fünf Vereine unterstützt, die entweder in der ehrenamtlichen Opferberatung tätig sind oder aufgrund ihrer Vereinstätigkeit ins Visier von Neonazis geraten waren.

Mehr:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/16000-euro-fuer-opfer-rechter-gewalt

 

5. BÜRGERSTIFTUNGEN FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR

Demokratiepreis Bürgerstiftung

Foto: Thorsten Stapel, c

Barnimer Demokratiepreis verliehen

Bereits zum zweiten Mal verlieh die Bürgerstiftung Barnim Uckermark den „Barnimer Förderpreis für Demokratie“. Mit dem mit 2.000 Euro dotierten Preis würdigt die Bürgerstiftung beispielhaftes Engagement für Demokratie, Weltoffenheit, Toleranz und den Schutz der Menschenrechte. Insgesamt 15 Projekte hatten sich beworben. Ursprünglich sollte nur ein Bewerber ausgezeichnet werden. Zu groß war aber die Auswahl und zu vielfältig die Vorstellungen von Demokratieförderung, begründetet die Jury ihre Entscheidung gleich zwei Preisträger zu küren: die Theatergruppe „Akzent“ aus Eberswalde sowie das Jugendprojekt „BAFF – Bands auf festen Füßen“ aus Joachimsthal. „In der Demokratie muss jeder selbst etwas tun“, unterstrich Rupert von Strachwitz, Festredner und Stiftungsratsvorsitzender der Amadeu Antonio Stiftung, die Bedeutung der Preisverleihung. Um die Arbeit der Engagierten auch künftig anzuerkennen, wird die Bürgerstiftung den Demokratiepreis 2012 zum dritten Mal vergeben.

Mehr:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/buergerstiftungen/aktuelles/demokratie-zu-staerken

 

"2000 Mäuse winken"

2.000 Euro Erlös erzielten Kinder und Jugendliche der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark aus dem Verkauf von Kinderrechts-Keksen. Unter dem Motto „2000-Mäuse winken“ wurden diese nun als Preisgeld für einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren waren dazu aufgerufen, Aktionen und Projekte zu entwickeln, „mit denen sie die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen“. Das Besondere: In der Jury saßen sowohl Kinder als auch Erwachsene, die gleichberechtigt über die Preisvergabe entschieden. Am 27. November war es dann soweit. Fünf Kinder- und Jugendinitiativen durften sich über ihre Auszeichnung freuen. Zu den Gewinnern gehören vier Kinder aus Biesenthal. Mit ihren 500 Euro Preisgeld können sie nun die notwendigen Kostüme und Requisiten für ihren Kinderzirkus beschaffen. Kinderrechte sind auch für sieben Mädchen und Jungen aus Schwendt ein wichtiges Thema. Gemeinsam mit der Kinderbeauftragten der Stadt haben sie eine Wanderausstellung konzipiert. Mit Hilfe ihres Gewinns kann diese nun auf Reisen gehen. Die Ergebnisse der Arbeit aller Preisträger werden der Öffentlichkeit im Frühjahr 2011 präsentiert.

Mehr:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/buergerstiftungen/aktuelles/2000-maeuse

 

6. AUS DER ZIVILGESELLSCHAFT

Limbach-Oberfrohna

Foto: Soziale und Politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.

Brandanschläge in Limbach-Oberfrohna

Hetzjagden, brutale Übergriffe und Brandanschläge: Längst haben Neonazis die sächsische Stadt Limbach-Oberfrohna zu ihrem Hoheitsgebiet erklärt. Am Abend des 12. Novembers 2010 erreichte diese traurige Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt. Kurze Zeit nachdem größere Neonazi-Gruppen gesichtet wurden, stand das Vereinshaus der „Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V." in Flammen. Von einem Neonazi-Problem jedoch wollen die Amtsträger der Stadt nicht sprechen. Nur drei Tage vor den Ereignissen fand die Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie statt. Einer der Nominierten war der Verein aus Limbach-Oberfrohna. Auch er war vom Sächsischen Innenministerium aufgefordert worden, die „Anti-Extremismus-Erklärung“ zu unterschreiben, die zivilgesellschaftliche Projekte unter einen generellen Extremismusverdacht stellt. Grotesk angesichts des Umstandes, dass der Verein gerade aufgrund seines Engagements für eine demokratische Kultur in der sächsischen Stadt nominiert war und seine Mitglieder deshalb seit Jahren gewalttätigen Übergriffen von Neonazis ausgesetzt sind.

Mehr:
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/limbach-oberfrohna-nazis-problem-8173

 

Großer Zuspruch für „Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis“

„Nachdem meine Kinder das Haus verlassen hatten, um zu studieren, habe ich nach einer Form des gesellschaftlichen Engagements gesucht“, sagt Andreas Nübel. Er ist Teilnehmer des Workshops „Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis“, einem Projekt, das Menschen im Alter von über 50 Jahren an den interaktiven Bereich des Internets heranführen und zugleich ermutigen möchte, sich im Web 2.0 für eine demokratische Kultur zu engagieren. Im August 2009 erfolgte der Startschuss. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Begeisterung sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Projekt einbringen!“, resümiert Joachim Wolf, Leiter des Projekts. Deutschlandweit ist es der erste Versuch, zugleich die „digitale Integration“ älterer Menschen sowie deren Engagement gegen Neonazis im virtuellen Raum zu fördern. Entsprechend hoch fällt auch die mediale Resonanz aus.

Mehr:
www.netz-gegen-nazis.de/artikel/lebenserfahrung-ins-netz-gebracht-das-projekt-generation-50plus-aktiv-im-netz-gegen-nazis-8483

 

7. AUSGEWÄHLTE TERMINE

Samstag, 4. Dezember, Eberswalde
Geistliches Chorkonzert zum 2. Advent: Der „NAK Zentral Chor African's Voice“, bestehend aus ehemaligen Kollegen von Amadeu Antonio und anderen afrikanischen Zuwanderern, singt Choräle zum Advent, im Saal des Paul-Wunderlich-Hauses, Am Markt 1, 16 Uhr

Montag, 6. Dezember, Eberswalde
Gedenkveranstaltung anlässlich des 20. Todestages von Amadeu Antonio: Gedenken an der Erinnerungstafel um 17 Uhr, Eberswalder Straße 26, im Anschluss ab 18 Uhr: Abendprogramm zur Gedenkfeier im Tourismuszentrum, Am alten Walzwerk 1

Montag, 6. Dezember bis Freitag, 17. Dezember, Döbeln
Ausstellung: „’Man hat sich hierzulande daran gewöhnt ...’ - Antisemitismus in Deutschland heute“, Eröffnung am 6. Dezember mit Florian Eisheuer, Treibhaus Döbeln im Café Courage, 19 Uhr

Dienstag, 7. Dezember bis Montag, 13. Dezember, Eisleben

Ausstellung „'Das hat´s bei uns nicht gegeben!'- Antisemitismus in der DDR“
Eröffnung am 7. Dezember in der Aula der Katharinenschule in Eisleben mit Dr. Heike Radvan, Amadeu Antonio Stiftung, 18 Uhr

Mittwoch, 8. Dezember, Eberswalde
Infoveranstaltung über aktuelle Nazisymbole und Zeichen, Stadtcampus, Friedrich Ebert Straße 28, Haus 1, Raum 315, 19 Uhr

Freitag, 10. Dezember bis Samstag, 11. Dezember, Berlin

Tagung des Netzwerks „Rekonstruktive Sozialforschung und Biografie“ mit einem Workshop zum Thema „Projekt ‚Lola für Lulu’. Partizipative und qualitative Methoden der Evaluation“, ASH Berlin, 12-16 Uhr

Montag, 13. Dezember, Berlin

Workshop "Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis" von 10-17 Uhr, Anmeldung: ngn@amadeu-antonio-stiftung.de

Dienstag, 14. Dezember bis Dienstag, 21. Dezember, Hettstedt
Ausstellung „'Das hat´s bei uns nicht gegeben!'- Antisemitismus in der DDR“
Eröffnung am 14. Dezember im Berufsbildungswerk Kolping, Adolph Kolping Straße 1, mit Dr. Heike Radvan, Amadeu Antonio Stiftung, 18 Uhr

 

IMPRESSUM

Copyright (c) 2010
Redaktionsschluss: 30. November 2010

Amadeu Antonio Stiftung
Schirmherr: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse

info@amadeu-antonio-stiftung.de
www.amadeu-antonio-stiftung.de
Linienstrasse 139
10115 Berlin
Tel.: 030. 240 886 10
Fax: 030. 240 886 22

Konto der Amadeu Antonio Stiftung:
Deutsche Bank Bensheim, BLZ 50970004, Konto 030331300

Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Nils Arne Brockmann Mitarbeit: Anetta Kahane, Robert Lüdecke, Thomas Olsen, Andreas Winter, Joachim Wolf, Nora Winter, Timo Reinfrank (verantwortlich)
 

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