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NEWSLETTER DER AMADEU ANTONIO STIFTUNG


Ausgabe Nr. 39, Juni 2008
4.515 Abonnenten aus Zivilgesellschaft, Politik und Medien in Deutsch und 250 in Englisch.


Dies ist der E-Mail-Newsletter der Amadeu Antonio Stiftung mit aktuellen Mitteilungen aus der Stiftung, vom Opferfonds CURA und dem Internetportal www.mut-gegen-rechte-gewalt.de.


English Version: www.amadeu-antonio-stiftung.de/eng/newsletter/


 

1. IN EIGENER SACHE


Liebe Leserinnen und Leser,


diesmal geht es nicht um ein Projekt, diesmal bitten wir Sie auch nicht um eine Spende oder Ihr Engagement. Diesmal möchte ich auf eine Geschichte aufmerksam machen, die deutlich illustriert, wie dünn das Eis über der deutschen Geschichte einzigartiger Verbrechen ist. Nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche unseres Alltagslebens liegen die Leichen. Ich meine dies nicht als eine schockierende Analogie oder um einem Thema mit moribundem Grusel ein wenig mehr Gewicht zu geben. Ich meine es im Sinne des Wortes. Es geht um den Fall „Jamlitz“ in Brandenburg. Im ehemaligen KZ-Außenlager von Sachsenhausen wurden kurz vor Kriegsende noch 1.300 Juden erschossen, die zu schwach für den Todesmarsch waren. Später verschacherte die DDR das Gelände, ohne je nach den Gebeinen gesucht zu haben; vermutlich um nicht zufällig auch auf die vielen Toten des sowjetischen Speziallagers zu stoßen, das am gleichen Ort in den folgenden Jahren nach der Befreiung eingerichtet wurde. Jamlitzer Bürger, die einstigen Nachbarn des Schreckens, bauten also im Lauf der Zeit dort ihre Häuser. Bei Erdarbeiten stießen Arbeiter 1971 auf ein Massengrab mit 500 Leichen; der erste Teil der Exekutierten jüdischen Häftlinge war also gefunden. Mit deutscher Gründlichkeit wurde dies untersucht und herausgefunden, die Gebeine gestapelt, dann noch die Goldzähne heraus gebrochen und der Stasi übergeben. Denn schließlich sollten sie verbrannt werden. Dieser Teil der Geschichte wurde auch in unserer Ausstellung: “’Das hat's bei uns nicht gegeben’ - Antisemitismus in der DDR“ dokumentiert. Die kaltherzige Gleichgültigkeit dieses Vorgehens, die Geschichtsverdrehungen und das Verschweigen jüdischer Opfer mag für die DDR charakteristisch gewesen sein. Doch hat sich daran etwas geändert?

Nach dem zweiten Massengrab wird von engagierten Bürgern und Historikern aus Jamlitz seit der Wende gesucht. Nun scheint es einen konkreten Verdacht zu geben, wo dieses Grab sein könnte. Nur ist es nicht möglich, dies zu bestätigen, denn der heutige Eigentümer des Grundstücks, das einmal KZ war und nun ihm gehört, weigert sich, Zugang zu seinem Gelände zu gewähren. Er tut dies ohne jede Begründung; vielleicht will er selbst graben und weiteres Zahngold finden oder er will nicht, dass sein Rasen beim Wachsen gestört wird. Das Landgericht Cottbus – und das ist der Skandal – hat ihm Recht gegeben. Er muss niemanden suchen oder graben lassen, denn – so das Gericht – es handelt sich hierbei nicht um deutsche Soldaten, die im rechtlichen Sinne wirklichen Kriegsopfer. Für sie müsste des Besitzers Rasen die Grabungen erdulden; für die toten Juden jedoch nicht. Die gelten als unbekannte Leichen und sind somit Gegenstände, und nach Gegenständen zu suchen ist zwar legitim, muss aber nicht geduldet werden. So ist das.

Und noch etwas erschreckt. Stellen Sie sich vor, das wäre irgendwo bei Frankfurt am Main geschehen. Es hätte dort mit Sicherheit Proteste gegeben. Die Presse würde nicht erst im Lokalteil, dritte Seite in einer Spalte ganz unten, darüber berichten. Und gewiss, so ist jedenfalls meine Hoffnung, hätten sich die Protestierer einiges einfallen lassen. Vielleicht wäre es auch erst gar nicht zu so einem Urteil gekommen – aber wer weiß, so manches Unvorstellbare ist auch im Westen geschehen. Ob jedoch Massengräber von ermordeten Juden nicht gehoben werden können, weil jemand ohne Begründung einfach Nein sagt, mag zu bezweifeln sein.

Dieser Fall erzählt eine lange und barbarische Geschichte, und wie wir damit jetzt umgehen, wird darüber mit entscheiden, ob wir heute noch immer auf einem riesigen Friedhof leben, von dessen Boden so unglaublich viel Leid ausgegangen ist oder in einer lebendigen Demokratie, in der es nicht immer wieder nur dem Zentralrat der Juden überlassen wird aufzuschreien – als wäre er allein und die wenigen überlebenden Juden dafür zuständig. Die Amadeu Antonio Stiftung sieht sich auch hier in der Pflicht. Sie wird weiter auf die unseligen Traditionen aufmerksam machen und Menschen unterstützen, die das nicht einfach so hinnehmen wollen. Geschichte hört nicht einfach so auf. Tradiertes verschwindet nicht von selbst. Auch wenn es viele gern so hätten und immer wieder behaupten – natürlich nur bei den furchtbaren und unangenehmen Teilen der Geschichte – alles andere sind ja gute Traditionen und von jeher schon da. Nur eben nicht Kälte und Antisemitismus und Rassismus und die Abwehr jeglichen Gefühls von Trauer, Scham oder Verantwortung. Die Vergangenheit ist nicht zu ändern und von der Zukunft wissen wir nur: sie fängt jetzt gerade an. Sie auf einem Friedhof zu bauen ist keine gute Idee.

Ihre Anetta Kahane

PS: Ich darf Sie noch zu drei Veranstaltungen mit der Stiftung einladen. Am 2. Juni um 19 Uhr wird in Berlin im Schöneberger Rathaus die Ausstellung “’Das hat's bei uns nicht gegeben’ - Antisemitismus in der DDR“ eröffnet und am Mittwoch, den 25. Juni um 18 Uhr findet der 11. Salon zugunsten der Amadeu Antonio Stiftung statt: Gezeigt werden Bilder, Zeichnungen und Objekte des bekannten Künstlers Jürgen Liefmann. Ich freue mich sehr, dass der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, Hans-Joachim Otto, in die Ausstellung einführt. Bitte melden Sie sich bei sebastian.brux(at)amadeu-antonio-stiftung.de an. Am 4.6. findet im ZEBEF in Ludwigslust um 19 Uhr ein Informationsabend mit Andrea Röpke zur „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) statt.



 

2. MUT GEGEN RECHTE GEWALT


RECHTSEXTREME GEWALT STEIGT IM FRÜHJAHR ERNEUT

Im März 2008 wurde die höchste Zahl rechtsextremer und fremdenfeindlicher Straftaten seit dem Beginn der neuen Zählweise nach dem Definitionssystem „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ gezählt. Auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Petra Pau gab die Bundesregierung bekannt, dass im März 2008 1.311 Straftaten registriert wurden. Im März 2007 waren es bereits 853. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der Tatsache, dass beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich von 2006 auf 2007 die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten sich fast vervierfacht hat und auch in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gestiegen ist, ist es schwer von wirklichen Erfolgen in der Bekämpfung des Rechtsextremismus zu sprechen. Dadurch wird deutlich, dass das leichte Absinken der rechtsextremen Straftaten, wie es der Verfassungsschutzbericht 2007 konstatiert, nur eine Momentaufnahme und keine Tendenz ist. Eine Tendenz ist aber, dass in den letzten Jahren die Zahl der Neonazis stetig steigt. Der Verfassungsschutz zählte 4.400 Neonazis im Jahr 2007, in 2006 waren es 4.200. „Weil noch keine positive Entwicklung zu sehen ist, müssen wir weiterhin lokale Initiativen unterstützten und fördern. Nur so können wir den erstarkenden Rechtsextremismus effektiv bekämpfen“, so Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, zur Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2007.

Mehr Informationen zum Verfassungsschutzbericht erhalten sie unter:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/verfassungsschutzbericht-2007/


DAS MUT-ABC IST DA

„Das MUT-ABC ist ein wichtiges Jugendprojekt in einer Zeit, wo es auffallend mehr junge Leute wieder cool finden, rechtsradikal und rassistisch zu sein“, so Holger Kulick, Herausgeber des Buches. Auf 330 Seiten geht das Schülerhandbuch alphabetisch geordnet und reich bebildert auf rund 140 Stichwörter ein - von ABC-Pößneck und Antisemitismus, über Demonstrationsrecht, Fundraising bis Kameradschaften und Zivilcourage. Am MUT-ABC mitgewirkt haben mehrere Jugendinitiativen aus der ganzen Bundesrepublik. Vorgestellt wurde das Buch am 8. Mai im Rahmen einer außergewöhnlichen Lesung - aus Flugblatt-Texten der "Weißen Rose" in der Sophie Scholl Oberschule in Berlin. Daran beteiligt waren neben Schülern Stefanie und Andreas von Silbermond und Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, Bundesbauminister Tiefensee diskutierte dabei mit Schülern über Zivilcourage und die Brothers Keepers spielten auf. Anlass war das fünfjährige Bestehen des Internetportals mut-gegen-rechte-gewalt.de. Das MUT-ABC kann für 5 Euro bei: mut (at) amadeu-antonio-stiftung.de bestellt werden.

Mehr Informationen zum MUT-ABC unter:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/buecher/mut-abc-fuer-zivilcourage/


 

3. PROJEKTE FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR


Rassismus und Ausgrenzung sind nicht nur in der rechtsextremen Szene zu finden. Menschenfeindliche Einstellungen sind auch weit in der Mitte der Gesellschaft verbreitet. Werden auch Sie ein Partner im Kampf gegen Menschenfeindlichkeit! Die Amadeu Antonio Stiftung fördert mit Ihren Spenden, zusammen mit der stern-Aktion „Mut gegen rechte Gewalt“, Projekte und Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Die Projekte nicht nur zu fördern, sondern auch zu ermutigen, Eigeninitiative vor Ort zu stärken und sie zu vernetzen, ist die wichtigste Aufgabe der Stiftung. Die Förderung reicht in der Regel von 100 bis 2.500 Euro. Spenden werden direkt an die Projekte weiter gegeben. Die Verwaltungskosten sind an den Gesamtausgaben mit 4 % beteiligt.


DEM FUßBALL IS’ EGAL WER IHN TRITT

Der Fußball ist wieder da. Im Juni findet die Fußball-Europameisterschaft der Männer statt. Neben den Freudentänzen und Jubel ist es auch die Phase des Nationalismus. Das schwarz-rot-goldene Fahnenmeer von der Weltmeisterschaft 2006 ist noch deutlich vor Augen. Fußball ist nicht nur ein Sportereignis, sondern auch Projektionsfläche für menschenfeindliche Einstellungen: „Eine U-Bahn, eine U-Bahn bauen wir von Mönchengladbach bis nach Auschwitz…“ Dieses abstoßend antisemitische Lied stimmen Fußballfans regelmäßig bei den An- und Abreisen zu den Spielen an, um die Fans der gegnerischen Mannschaft als Juden zu beschimpfen. Ausgehend von einer bisher fehlenden Auseinandersetzung mit den Inhalten des „Auschwitzliedes“ in den Fankreisen hat der in Nordrhein-Westfalen ansässige Verein „dem Ball is’egal wer ihn tritt“ ein Pilot-Projekt gestartet: Eine mehrtägige Fahrt zum ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz – mit Fans aus unterschiedlichen Vereinen. Zielgruppe sind junge Fans im Alter zwischen 14 und 26, die als Multiplikatoren in die eigene Fanszene hineinwirken sollen. Bodo Berg von „dem Ball is’ egal wer ihn tritt“ hält das Projekt für sehr einflussreich: „Die Botschaft ist angekommen. In Deutschland so wie in Polen. Es hat nicht nur die 25 Jugendlichen, die an der Fahrt teilgenommen haben, erreicht, sondern Dank der Multiplikatoren viele weitere Fans.“ Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt besonders die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rechtsextremismus im Anschluss der Fahrt in den lokalen Vereinen und in der Fanszene.

Mehr Informationen unter:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/fussball/


DIE ISOLATION DURCHBRECHEN


„Zurzeit proben wir einmal in der Woche und das Theaterstück macht gute Fortschritte“, so Sophie Hanses-Ketteler, Mitorganisatorin eines Theaterprojekts im Asylheim Leipzig-Grünau. Mit dem Theaterprojekt soll den Kindern eine Möglichkeit gegeben werden ihre Erlebnisse darzustellen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ihre Situation zu lenken. Inhalt des Stückes ist eine Reise durch die Heimatländer der Kinder, wie Iran, Irak, Syrien, Libyen. Es wird mit modernen Elementen, wie beispielsweise HipHop- und Rapmusik und Tanz, gearbeitet. Die Proben finden außerhalb des Heimes statt. Das Theaterstück und die dazugehörigen Proben bieten eine gute Abwechslung zum sonstigen eher tristen Alltag im Asylheim. Die Bewohner leben meist von der Außenwelt abgeschottet, nur wenige haben die Möglichkeit arbeiten zu gehen. Die Kinder fungieren oft als Übersetzer für ihre Eltern, da sie das Glück haben, die deutsche Sprache in der Schule zu erlernen. „Wir hoffen mit unserem Projekt zu einem antirassistischen, zivilrechtlichen Gesellschaftsentwurf beizutragen“, sagt Frau Hanses-Ketteler, „und unserer Utopie von einer Welt für alle mit gleichen Rechten ein Stück näher zu kommen“. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt das Projekt, um die Isolation der Kinder zu durchbrechen und Alltagsrassismus zu bekämpfen.

Mehr Informationen erhalten sie unter:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/mut-projekt-3/

 

4. AMADEU ANTONIO STIFTUNG AKTIV


JETZT BEWERBEN – SÄCHSISCHER FÖRDERPREIS 2008

In Sachsen versuchen rechtsextreme Gruppen gezielt ihre Kräfte zu bündeln. Bei den im Juni anstehenden Kommunalwahlen in Sachsen kann die NPD teilweise wieder mit zweistelligen Ergebnissen rechnen. Rechtsextreme Strukturen haben sich in vielen Kommunen etabliert. Doch Rechtsextremisten können mit Gegenwehr rechnen. In Sachsen gibt es zahlreiche Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus engagieren. Der Sächsische Förderpreis wurde ins Leben gerufen, um gute Praxisbeispiele und innovative Ansätze zu prämieren, zu unterstützen und zu befördern. Bewerben können sich Vereine, Netzwerke gegen Extremismus und Rassismus, Jugendinitiativen, Kirchengemeinden, Schulen, Schülerclubs, Bürgerinitiativen, Unternehmen, Betriebe und Kommunen aus Sachsen. Gesucht werden Projekte, die für ihre Durchführung finanzielle Unterstützung benötigen. Eine Jury mit prominenten Vertretern aus verschiedenen Bereichen entscheidet über die Preisträger. Der Einsendeschluss der Bewerbung ist der 14. Juli 2008. Verliehen wird der Preis am 9. November in der Dresdner Frauenkirche von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Stiftung Frauenkirche Dresden, der Freudenberg Stiftung und der Amadeu Antonio Stiftung.

Mehr Informationen zum Sächsischen Förderpreis:
http://www.demokratiepreis-sachsen.de


GLEICHWERTIGKEIT FÖRDERN

Mitte Mai fand das dritte Projekttreffen des Projektverbundes Living Equality mit den Praktikern aus der Amadeu Antonio Stiftung, der Bundesgemeinschaft der RAA, des Zentrums Demokratische Kultur und des Landesverbands der Sinti und Roma Baden-Württemberg statt. Wissenschaftlich begleitet wird „Living Equality“ von Prof. Dr. Andreas Zick vom Bielefelder Institut für interdisziplinäre Gewaltforschung. Die Projekte basieren auf den Forschungen des Wissenschaftlers Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer und seiner Kollegen, dass Feindseligkeiten gegen schwache Gruppen und Minderheiten wie Rassismus, Homophobie oder das Beharren auf Etabliertenvorrechten miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig verstärken. Das Projektnetzwerk ist dabei herauszufinden ob sich alle Aspekte der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ bekämpfen lassen, wenn Projekte eine Facette des Syndroms bearbeiten. Andreas Zick hat noch einmal die Einzigartigkeit des Praxisprojektes hervorgehoben. Es reagiert auf die in der Welt längste, umfassendste und empirischste Untersuchung zu Vorurteilen, weil „wir haben nicht nur Querschnittsdaten, sondern auch Längsschnittsdaten.“ Er betonte auch, wie wichtig die Vernetzung der Projekte ist. Zentrale Fragen wie „Wie realisieren wir durch das Projekt eine Verhinderung von Menschenfeindlichkeit und wie schaffen wir Bedingungen unter denen Menschenfeindlichkeit sich nicht ausbilden kann?“ wurden bearbeitet. In Planung ist die Zusammenstellung eines Buches, in dem alle Projekte ihre Ansätze gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erläutern.

Mehr Informationen zu Living Equality unter:
http://www.living-equality.org


 

5. BÜRGERSTIFTUNGEN FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR


DEUTSCHER STIFTUNGSTAG 2008 IN MÜNCHEN

„Öffentlichkeitsarbeit in Bürgerstiftungen“ war das Thema beim Treffen des Arbeitskreises „Bürgerstiftungen“. Dieses wurde in Kooperation mit der „Initiative Bürgerstiftungen“ organisiert und fand Anfang April in Frankfurt statt. In drei Workshops konnte theoretisch erworbenes Wissen praktisch erprobt und vertieft werden. Die Themen waren „Grundlagen der Kommunikation für Bürgerstiftungen“, „Die Pressemitteilung“ und „Veranstaltungsmanagement“. Mehr als 80 Teilnehmer nutzten diese Möglichkeit. Der Arbeitskreis „Bürgerstiftungen“ trifft sich das nächste Mal am 26. Juni auf dem Deutschen Stiftungstag 2008 in München. Thema des Treffens „Bürgerstiftung in Deutschland – Integration von Menschen mit Geld, Zeit und Ideen, Internationale Erfahrungen und nationale Umsetzung“. In Workshops, Foren und Arbeitskreissitzungen soll informiert und diskutiert werden. Das Programm ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Der Deutsche Stiftungstag 2008, auf dem auch der 60. Geburtstag des Bundesverbandes deutscher Stiftungen gefeiert wird, steht unter dem Motto: „Den Zusammenhalt stärken – die Bürgergesellschaft entwickeln“.

Mehr Informationen zum Deutschen Stiftungstag 2008 erhalten Sie unter:
http://www.stiftungen.org/index.php?strg=2_289_685&baseID=1741&


UNTERSTÜTZUNG FÜR OSTDEUTSCHE BÜRGERSTIFTUNGEN

Ein Aufschwung ist erkennbar. Die Zahl der Bürgerstiftungen nimmt zu. In Deutschland gibt es ca. 200 Bürgerstiftungen. Deutlich langsamer steigt die Zahl der gegründeten Bürgerstiftungen im Osten an. Ca. 20 Bürgerstiftungen gibt es im Osten Deutschlands, inklusive Berlin. Um den Aufschwung zu unterstützen, startete die „Initiative Bürgerstiftung“ das Projekt „Bürger- und Gemeinschaftsstiftung Ost“. Bürger- und Gemeinschaftsstiftungen, eine gute Form des gesellschaftlichen Engagements, sollen im Rahmen dieses Projektes gefördert werden. Im Vordergrund dabei stehen die Ausprägung von demokratischem Bewusstsein und Gemeinschaftlichkeit. Mit vielen unterschiedlichen Partnern soll es verschiedene lokale Veranstaltungen und Treffen geben. Dabei soll über die Möglichkeit einer Stiftung als gesellschaftliches Engagement informiert und eine Vernetzung untereinander gefördert werden. Das Projekt findet im Rahmen der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufenen Initiative ZivilEngagement „Miteinander – Füreinander“ statt. Ziel dieser Initiative ist es, zivilgesellschaftliches Engagement anzuerkennen, weiterzuentwickeln und zu stärken.

Mehr Informationen für Bürgerstiftungen:
http://www.community-foundations.de

 

6. AUS DER ZIVILGESELLSCHAFT


KAMPF GEGEN ANGSTRÄUME IN BERLIN-MITTE

Die Container stehen. Nach mehreren Monaten der Vorbereitung, der Planung, der Organisation, des Werbens um Fördermittel und Mitstreiter war es am 31. Mai endlich soweit. Drei Container mit Informationen über die neuen Erscheinungsformen rechtsextremistischer Ideologie und über die Geschichte des ehemals von Menschen jüdischen Glaubens geprägten Scheunenviertels in Berlin-Mitte. An dem Gespräch zur Präsentation der Container nahmen die Initiative „Mitte gegen Rechts“, der Berliner Integrationsbeauftragte Günther Piening, die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin, das Bezirksamt Mitte und Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung teil. Hintergrund der Aktion ist das im Februar dieses Jahres eröffnete Geschäft Tønsberg. Dieses bietet u.a. die bei Rechtsextremisten beliebte Modemarke „Thor Steinar“ an. Anwohner und Gewerbetreibende befürchten, dass sich aufgrund rechtsextremer Kundschaft ein „Angstraum“ etabliert. Die Initiative „Mitte gegen Rechts“ will ein Gegengewicht zu rechtsextremen Strukturen schaffen. Die Containeraufstellung ist der Beginn mehrerer Aktionen im Kiez. Die Amadeu Antonio Stiftung fördert das Projekt mit 1.000€ und sammelte 4.570€ von 31 Spenderinnen und Spendern, darunter Prominente wie Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D., Wolfgang Thierse, Bundestagsvizepräsident, Clara Hermann, MdL von Berlin, der Verein der Bundestagsfraktion 'Die Linke', vertreten durch Dr. Barbara Höll, MdB, sowie der Förderverein Blindes Vertrauen e.V. und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RAA Berlin e.V.

Mehr Informationen zum Thema unter:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/mitte


ROCK THE RACE: HINGUCKEN IN SACHSEN-ANHALT!

Am Freitag, den 6. Juni, findet in Oschersleben bei Magdeburg im Rahmen des Festivals "Rock the Race" ein überregionaler Info- und Jugendtag der Landeskampagne "Hingucken! Für ein demokratisches und tolerantes Sachsen-Anhalt" statt. Ein beeindruckendes Aufgebot an bekannten Bands wie Revolverheld, H-Block X, Down Below und Down to April wird erwartet. Auch der begnadete Komiker Serdar Somuncu tritt auf. Um 15 Uhr wird durch Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz der Jugendtag eröffnet. "Auf dieser Veranstaltung haben Schülerinnen und Schüler eine gute Gelegenheit, sich auf ihre jugendliche Weise mit den Werten von Demokratie, Zivilcourage und bürgerschaftlichem Engagement auseinanderzusetzen", sagt Minister Olbertz. Der Jugendtag ist zuallererst ein cooles Konzert, Motorsportambiente und eine Prise politischer Bildung.
Die Amadeu Antonio Stiftung wird zusammen mit der Kampagne „Laut gegen Nazis“ und dem Verein Miteinander e.V. mit einem Infostand, beispielhaften Projekten gegen Rechtsextremismus und einem großen Quiz-Spiel: "Bist Du fit gegen Nazis" vor Ort sein.

Mehr erfahren Sie unter:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/projekte/aktuelle-aktionen/rock-the-race/

 

IMPRESSUM

Copyright (c) 2008
Redaktionsschluss: 31. Mai 2008

Wenn Sie den E-Mail-Newsletter (nicht mehr) beziehen möchten, tragen Sie sich doch bitte auf der Website www.amadeu-antonio-stiftung.de ein (aus).

Amadeu Antonio Stiftung
Schirmherr: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse

info@amadeu-antonio-stiftung.de
www.amadeu-antonio-stiftung.de
Linienstrasse 139
10115 Berlin
Tel. 030. 240 886 10
Fax 030. 240 886 22

Konto der Amadeu Antonio Stiftung:
Deutsche Bank Bensheim, BLZ 50970004, Konto 030331300

Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Antonia Oettingen & Sebastian Dolsdorf; Mitarbeit: Jan Schwab, Sebastian Brux, Anetta Kahane, Holger Kulick, Abisara Machold, Andrés Nader, Heike Radvan und Timo Reinfrank (verantwortlich).

Herzlichen Dank an Barbara Schweigkofler und Virgina Schildhauer für Korrektur und Übersetzung.


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