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NEWSLETTER DER AMADEU ANTONIO STIFTUNG


Ausgabe Nr. 66, September 2010
5.771 Abonnenten aus Zivilgesellschaft, Politik und Medien in Deutsch und 252 in Englisch


Dies ist der E-Mail-Newsletter der Amadeu Antonio Stiftung mit aktuellen Mitteilungen aus der Stiftung, vom Opferfonds CURA und den Internetportalen www.mut-gegen-rechte-gewalt.de und www.netz-gegen-nazis.de.

Die Amadeu Antonio Stiftung finden Sie im Web 2.0 auf Facebook und Twitter.

 

1. IN EIGENER SACHE

Anetta Kahane

Liebe Leserinnen und Leser,

will man Jugendlichen erklären, wie Verschwörungstheorien funktionieren, dann sollten sie selbst welche erfinden, mit Inbrunst vortragen und auf die Reaktionen des Publikums warten. Das Ergebnis: den Erfindern gefällt’s, die Leidenschaft wächst proportional mit dem Bizarren der eigenen Phantasien und das Publikum ist begeistert. Das Erstaunliche: obwohl sämtliche Anwesende wissen, dass alles reine Erfindung ist, mit Sinn für innere Logik zwar und dem Bedürfnis Schuld und Macht zu konstruieren, beginnt umgehend eine lebhafte Diskussion. Dieses Spiel am Ende aufzulösen, damit alle verstehen, wie viel irrationale Energie in Verschwörungstheorien steckt, kann allerdings mitunter als Spaßbremse wirken, sollte deshalb aber nicht weggelassen werden.

Ich habe nun überlegt, ob man nicht Jugendliche – vielleicht aus Sachsen - einfach mal selbst Rassetheorien erfinden lassen sollte, statt ständig den Versuch zu machen, sie mit Argumenten gegen Rechtsextremismus auszustatten und so auf Besserung zu hoffen. Die Idee ist gut, wenn wir davon ausgehen, dass sie in ihrem bisherigen Leben das notwendige Maß an Aufklärung und Moral angereichert haben, um selbst ein Gegenbild herstellen zu können. Doch seit Sarrazin bin ich da nicht mehr sicher. Gebildetere Menschen als unsere Jugendlichen, lebens- und geschichtserfahrenere scheinen dieses Gen nicht zu haben. Denn Aufklärung und Moral kann man offenbar nicht lernen – es muss angeboren sein. Manchen ist es halt gegeben und anderen nicht. Wie sollte man sonst verstehen, dass erwachsene Menschen ernsthaft über Sarrazins Biologismus und Rassismus diskutieren, als wäre Deutschland das erste und einzige Land, das je Einwanderung erlebt hätte? Als wäre Auschwitz nur das logische Ende grausiger Phantasien von spielenden Jugendlichen?

Nun lassen Sie uns mal schauen, wo unsere Jugendlichen herkommen, denen wir sagen sollen, dass Rechtsextremismus nur eine miese, kranke Ausnahme vom Normalen ist und man Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe oder anderen Gruppenmerkmalen beurteilen soll. Zum Beispiel Sachen. Dort gab es im Sommer ungewöhnlich viele Anschläge von Neonazis: Angriffe auf alternative Jugendzentren, Schmiererein, Brandstiftung gegen verschiedene Imbissbuden, die Schändung eines jüdischen Friedhofs und immer wieder Angriffe auf Personen. Im Internet werden Demokraten bedroht und nicht „nur“ alternative Jugendliche. Einige Projekte müssten unter Polizeischutz gestellt werden, so wie in Döbeln, Wurzen, Mügeln oder Mittweida, weil Rechtsextreme dort offenbar mit einem gewissem Vergnügen demonstrieren, wie ungehindert sie Gewalt ausüben können. Die wenigen Einwanderer in der Region haben um ihre Existenz zu fürchten, weil ihre Kinder bedroht und ihre Läden angezündet werden. Der Druck auf diejenigen, die sich dagegen engagieren ist ebenfalls groß. Denn die Dummheit der Provinz in der Gegnerschaft zum Rechtsextremismus gleich einen Linksextremismus zu sehen, stirbt offenbar auch nicht aus und so gibt es keine Moral und keine Aufklärung im „genetisch“ Normalen. Es sei denn, die Leute handeln einfach anders.

Ganz unabhängig davon, ob es nun Probleme mit jener Einwanderung gibt, die vor wenigen Jahren ja noch strikt verleugnet wurde, lassen wir uns doch nicht auf ein Gedanken- und Wertgebäude ein, das den freien Willen leugnet, Menschen ernsthaft die Gleichwertigkeit abspricht und jegliche zivilisatorische Kultur negiert. Vergessen Sie Sarrazin, machen Sie bei diesem Blödsinn nicht mit! Helfen Sie uns lieber dabei, mit sächsischen Jugendlichen zu arbeiten und die Betroffenen der Brandanschläge praktisch zu unterstützen. Das hebelt jede Verschwörungs- und Rassetheorie aus!

Ihre Anetta Kahane

 

2. MUT GEGEN RECHTE GEWALT

Plakat des Nationalen Widerstands Dortmund

Demonstration "Nationaler Widerstand Dortmund", Friedrich Kraft, c

Neonazis in Dortmund – Hochburg der „Autonomen Nationalisten"

Zum wiederholten Mal planen die „Autonomen Nationalisten“ für den 4. September einen „Antikriegstag“ in Dortmund. Dass die Neonazis am Jahrestag des Einmarsches der Wehrmacht in Polen eine Demonstration gegen Krieg abhalten, ist im Kern weder provokativ noch ironisch gemeint. Frei nach dem Motto: „Nie wieder Krieg - nach unserem Sieg“ versuchen sie ihre menschenverachtende Ideologie offen auf die Straße zu tragen. In der bundesdeutschen rechtsextremen Szene ist der Dortmunder „Antikriegstag“ bereits fest etabliert. Doch nicht nur die Veranstaltung an sich findet in der militanten Neonazi-Szene Deutschlands großen Zuspruch, auch die Organisation der Dortmunder „Autonomen Nationalisten“ genießt einen „guten“ Ruf. Wie gefährlich die Dortmunder Neonazi-Szene ist, kann spätestens seit dem gewalttätigen Überfall auf eine Demonstration des DGB am 1. Mai 2009 nicht mehr geleugnet werden. Mittlerweile sprechen auch Lokalpolitiker offen über die Problematik der Dortmunder Neonazi-Szene.

Mehr unter:
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/reportagen/neonazis-in-dortmund/

 

Mehr Respekt im Netz

Das Internet bietet uns viele Möglichkeiten unsere Meinung frei zu äußern. Leider ist es damit auch eine Plattform für die Neonazi-Szene und deren Anhängerinnen und Anhängern sich zu vernetzen und Foren mit rassistischen und diskriminierenden Äußerungen zu füllen. Jugendschutz.net zählte allein im letzten Jahr über 1.870 Seiten mit rechtsextremen Inhalten. Doch die Sperrung der Seiten oder der Ausschluss der Usern und Userinnen aus Internetforen ist keine nachhaltige Methode, um gegen Nazis im Netz vorzugehen. Auch in den Internet Communities ist zivilgesellschaftliche Engagement gefordert. Deswegen rufen Youtube, „Laut gegen Nazis“, „Mut gegen rechte Gewalt“ und die Amadeu Antonio Stiftung dieses Jahr wieder zum Wettbewerb „361 Grad Respekt“ auf. Bis zum 16. Oktober können Jugendliche Videos auf Youtube stellen, in denen sie sich mit den Themen Diskriminierung, Rassismus, Homophobie oder Cyber-Mobbing auseinandersetzen. Die Gewinner des Wettbewerbs werden die „Fantastischen Vier“ backstage treffen und ein Konzert live miterleben. Neben den „Fanta Vier“ unterstützen Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, „Culcha Candela“, „Silbermond“, der Schauspieler Daniel Brühl und der ehemalige Tagesthemenmoderator Ullrich Wickert den Wettbewerb.

Mehr Informationen unter:
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/projekte/aktuelle-aktionen/361-grad-respekt/

 

3. PROJEKTE FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR

Die Kampagne vermögender US-Milliardäre, die mindestens die Hälfte ihres Vermögens für das Gemeinwohl geben wollen, hat auch in Deutschland eine große Debatte über das Spenden ausgelöst. Wir freuen uns auch über kleinere Spendensummen. Mit denen wir gemeinsam mit Ihnen viele tolle Projekte unterstützen können. Dafür bedanken wir uns herzlich!

 
Baron Convocatoria

The Working Party, c

Kreativer Umgang mit Unzufriedenheit

Zweistellige Wahlergebnisse bekam die NPD zur Kommunalwahl 2009 im Landkreis Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern. Mit vier Personen ist die NPD im Kreistag vertreten. Wo ganze Landstriche von politischen Akteurinnen und Akteuren allein gelassen werden, braucht man sich über hohe Ergebnisse für die NPD, die sich als Kummerkasten inszeniert, nicht zu wundern. Doch der „schloss bröllin e.V.“ will das ändern: „Wir möchten unterschiedliche Menschen zusammenführen und ihnen sowohl ein Forum für Austausch als auch eine Plattform für den eigenen Ausdruck ermöglichen“ – und wird deshalb von der Amadeu Antonio Stiftung im Rahmen der Kampagne „Kein Ort für Neonazis“ gefördert. Die „Landpartie“, das Projekt des „schloss bröllin“, wird ein breit angelegtes Theater- und Dorffest, das mit verschiedenen Aktionen zu einem kreativen Umgang mit Unzufriedenheit und scheinbar aussichtsloser Perspektivlosigkeit anregt. Demokratische Kultur erschöpft sich nicht im einmaligen Wahlgang – Partizipation, gegenseitiger Respekt und gemeinsame Suche nach Lösungswegen sind Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Apathie und Verdrossenheit im Alltag müssen aufgebrochen werden. Genau das will das „schloss bröllin“ mit der Veranstaltung am 25. und 26. September in Fahrenwalde erreichen.

Mehr Informationen unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/grenzen-ueberschreiten/

 

CURA hilft MittenDrin

"Verletzungen von Menschen wurden in Kauf genommen", sagt Oliver Leonhardt vom Jugendprojekt MittenDrin.Trotz häufiger Bedrohungen und Übergriffe engagieren sich die Jugendlichen seit vielen Jahren im brandenburgischen Neuruppin gegen Neonazis. Nach dem letzten schweren Anschlag half der Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung. Das Projekt will Jugendlichen Raum zur freien Selbstentfaltung und -verwirklichung bieten. Auch die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Neuruppin ist wichtig für sie. Doch das Projekt wird immer wieder Opfer von Anschlägen durch Neonazis - vor allem durch die sogenannten Freien Kräfte Neuruppin. Beim letzten Anschlag wurden 16 Scheiben durch Steinwürfe auf beleuchtete Fenster zerstört. Menschen hätten sich darin also aufhalten können. Die Stadt als Vermieterin weigert sich die Jugendlichen zu unterstützen. Deswegen hat der Opferfonds CURA in Kooperation mit der Opferberatungsstelle Opferperspektive finanzielle Hilfe und Unterstützung zugesichert. Entwarnung für die Zukunft kann Leonhardt aber nicht geben: "Die Nazis treten selbstbewusster in der Stadt auf. Sie haben wohl das Gefühl, dass es für sie keine Grenzen gibt."

Mehr unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/cura-hilft-mittendrin/

 

4. AMADEU ANTONIO STIFTUNG AKTIV

Kein Ort Bild 4

Plakat der Kampagne, AAS, c

Kein Ort für Neonazis in MV

Im September 2011 finden in Mecklenburg-Vorpommern Landtags- und Kommunalwahlen statt. Die seit 2006 im Landtag vertretene NPD hofft auf ihren Wiedereinzug ins Landesparlament und damit auf eine Stärkung ihrer Position im Land. Dies gilt es zu verhindern. Ein Jahr vor dem Wahltag startet die Amadeu Antonio Stiftung deswegen die Kampagne „Kein Ort für Neonazis“ in Mecklenburg-Vorpommern. Sie richtet sich an demokratisch eingestellte Jugendliche, Bürgerinnen und Bürger, die etwas vor Ort bewegen wollen! Dafür gibt es Fördermittel, fachliche Unterstützung durch Kooperationspartner vor Ort und öffentliche Anerkennung. „Ziel der Kampagne ist es, die Verankerung der Neonazi-Szene und den Einzug der NPD in die Land- und Kreistage zu verhindern“, so Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung. Um dies zu erreichen, lädt die Stiftung alle demokratischen Bürgerinnen und Bürger ein an der Kampagne mitzuwirken und sie vor Ort zu nutzen. Unbürokratisch und schnell will die Stiftung Jugendliche mit bis zu 250 Euro unterstützen. Diskussionsabende zum Thema Demokratie, CDs gegen Rechtsrock, Fotodokumentation von Orten rechter Übergriffe – die Amadeu Antonio Stiftung ermutigt Wählerinnen und Wähler, sich kreativ mit Rechtsextremismus auseinanderzusetzen und etwas dagegen zu tun.

Mehr zur Kampagne:
www.kein-ort-fuer-neonazis.de

 

Spanische Deportierte in NS-Lagern

Können die negativen Erfahrungen der Besatzung durch das NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs und die anderen Staatsverbrechen des 20. Jahrhunderts in eine europäische Erinnerungskultur einfließen, die gemeinsam ohne Relativierung zu bearbeiten sind? Wie umgehen mit einer Geschichte, die stets komplexer wird – mehr und mehr? Unter dem Titel „Spanische Deportierte in NS-Lagern. Geschichte und Erinnerung“ versucht sich eine Tagung am 7. September 2010 einer Antwort zu nähern. In einem breiten Programm werden die deutsch-spanischen Beziehungen während des Nationalsozialismus, die Deportation von oppositionellen Spanierinnen und Spaniern in deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager sowie mit aktuellem Bezug die neonazistische Strukturen im heutigen Spanien erläutert. Am Abend spricht Prof. Dr. Faulenbach über „Erinnerungskulturen in Europa heute“. Die öffentliche Tagung findet im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung u.a. mit dem Memorial Democràtic, der Katalanischen Regierung und der Stiftung Topographie des Terrors am 7. September in Berlin statt.

Weitere Informationen zur Tagung:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/spanische-deportierte/

 

5. BÜRGERSTIFTUNGEN FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR

Seiltanz

Seiltänzerin, Bürgerstiftung Barnim Uckermark, c

Kleine ganz groß

40 Mädchen und Jungen lernen in Bad Freienwalde am praktischen Beispiel die Grundzüge demokratischen Zusammenlebens kennen. Die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark mit Sitz in Eberswalde hatte zu einem Kinderrechte-Dorf eingeladen. Die Acht- bis Zwölfjährigen machten in dem zehntägigen Ferienlager der besonderen Art erste Erfahrungen mit Mitbestimmung, Demokratie und Kinderrechten. „Ich finde es gut, dass die Kinder hier selbst entscheiden dürfen, was sie machen wollen“, erklärt Samira Bonk, eine zwölfjährige Teilnehmerin aus Karlswerk bei Hohenfinow in Brandenburg. „In der Schule entscheiden die Lehrer“, sagt sie. In dem Feriencamp gefällt es ihr, dass sie direkten Einfluss auf Entscheidungen nehmen kann. Das Kinderrechte-Dorf schließt sich an das dreijährige Kinderrechte-Projekt an, dass die Bürgerstiftung zusammen mit der Amadeu Antonio Stiftung realisiert. „Kinder haben klare Vorstellungen von ihren Rechten. Da setzen wir an.“, so Helga Thomé vom Kinderrechte-Projekt.

Mehr unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/kleine-ganz-gross/

 

Bürgerstiftungsforum Ost

Wie können Bürgerstiftungen Engagierte gewinnen? Welche aktuellen Strategien haben Bürgerstiftungen, um neue Stifter zu gewinnen und ältere bei der Stange zu halten? Das sind die Fragen, die das Bürgerstiftungsforum Ostdeutschland im Oktober in Berlin-Neukölln bewegen, zu dem die Amadeu Antonio Stiftung gemeinsam mit der Aktiven Bürgerschaft einlädt. Das Forum bietet jedes Jahr die Möglichkeit zum Erfahrungaustausch für ostdeutsche Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen. In bewährter Weise haben Bürgerstiftungen Gelegenheit zum Austausch über fachliche Fragen sowie zur spezifischen Situation ostdeutscher Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen. Dabei soll ausreichend Zeit für den Austausch von Praxistipps von Bürgerstiftungen für Bürgerstiftungen sein. Das Treffen findet am 15. Oktober 2010 von 13 bis 17.30 Uhr in den Räumen der Bürgerstiftung Neukölln in der Emser Straße 117 in Berlin-Neukölln statt. Bitte teilen Sie uns bis zum 8. Oktober 2010 per E-Mail mit, ob Sie am Forum teilnehmen möchten: bodo.wannow@aktive-buergerschaft.de

Mehr unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/forum-buergerstiftungen-ost-2010/

 

6. AUS DER ZIVILGESELLSCHAFT

Zeltlager, via flickr, cc

Singen, Wandern, Toben

Vor zwei Jahren räumte die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ein Sommercamp der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). Besonders markant waren Fotos auf denen Zelte mit Schildern wie „Führerbunker“ beschriftet waren. Die daraufhin entstandene Diskussion über rechtsextreme Organisationen führte im März 2009 zu einem Verbot der HDJ. Das Problem rechtsextremer Sommerlager hat sich damit allerdings nicht gelöst. Auch diesen Sommer wurden wieder etliche Zeltlager veranstaltet. In den Zeltlagern werden Kinder in der menschenverachtenden Tradition einer völkisch-nationalen Ideologie erzogen. Diese Sozialisation ist meist tiefer als man denkt. Welche Gefahr von solchen Zeltlagern ausgeht, zeigt die hohe Anzahl von heutigen NPD-Funktionären, die früher regelmäßig an Sommerlagern teilnahmen. Unter ihnen ist beispielsweise Udo Pastörs. Dass die HDJ verboten wurde, war ein wichtiger Schritt. Nur muss bedacht werden, dass die rechtsextreme Szene neue Wege gefunden hat, um derartige Zeltlager durchzuführen.

Mehr unter:
www.netz-gegen-nazis.de/artikel/singen-wandern-toben-rechtsextreme-zeltlager-gibt-es-auch-diesem-sommer-7243

 

Opfer rassistischer Brandanschläge in existentieller Not

Eine Serie von rassistischen Brandanschlägen hat in den vergangenen Wochen in Sachsen stattgefunden. Unter anderem wurden je zwei Imbisse in Eilenburg und Freiberg, die von Familien mit Migrationshintergrund betrieben wurden, in Brand gesteckt. In der Vergangenheit hatten die Betreiberinnen und Betreiber schon verbale Attacken über sich ergehen lassen und Neonazi-Aufkleber und Schmierereien an ihren Geschäften entfernen müssen. Die Brandanschläge stellen eine neue Qualität der Bedrohungen und Übergriffe dar, die letztlich auf die Vertreibung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund zielen. Nach der Zerstörung ihrer Erwerbsgrundlagen befinden sich die vier Familien in existentiellen Notlagen. Gemeinsam mit der RAA Sachsen unterstützt der Opferfonds CURA die Betroffenen der Brandanschläge.

Bitte helfen auch Sie den Familien in Ihrer existenziellen Not. Auch kleinere Spenden unterstützen die Betroffenen.

Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung
Kontonr.: 030 331 331, BLZ: 509 700 04
Verwendungszweck: Rassistische Brandanschläge

Mehr unter:
www.opferfonds-cura.de

 

7. AUSGEWÄHLTE TERMINE

Montag, 1. September bis Sonntag, 31. Oktober, Prora
Ausstellung „Das hat’s bei uns nicht gegeben!“ – Antisemitismus in der DDR, Eröffnung am 1. September, 18 Uhr Mukraner Straße 12 mit Heike Radvan.

Mittwoch, 1. September
Jetzt anmelden mit Veranstaltungen für die "Aktionswochen gegen Antisemitismus 2010", Schwerpunktthema: israelbezogener Antisemitismus
Anmeldung unter: jan.riebe@amadeu-antonio-stiftung.de

Dienstag, 7. September bis Mittwoch, 8. September, Berlin
Spanische Deportierte in NS-Lagern: Geschichte und Erinnerung, Konferenz der Amadeu Antonio Stiftung in der Stiftung Topographie des Terrors, Stresemannstrasse 111.
Anmeldung unter: andres.nader@amadeu-antonio-stiftung.de

Samstag, 11. September, Pößneck
Demonstration gegen das „Fest der Völker“.

Mittwoch, 15. September, Berlin
Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu „Antisemitismus heute“ mit Anetta Kahane, Amadeu Antonio Stiftung in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Oranienburger Str. 28-31.

Mittwoch, 22. September, Berlin
Vortrag und Podiumsdiskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung „Extrem populär?! Rechtspopulismus in Deutschland und Europa“ mit Timo Reinfrank, Amadeu Antonio Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Hiroshimastraße 17.

Samstag, 25. September bis Sonntag, 26. September, Fahrenwalde
Theater- und Dorffest „Landpartie – was braucht das Land?“, Schloss Bröllin, gefördert im Rahmen der Aktion "Kein Ort für Neonazis".

Samstag, 25. September bis Sonntag, 26. September, Frankfurt (Main)
„Zwischen ‚Action’ und ‚Arterhaltung’ – Feministische Analysen zur Bedeutung von Geschlecht in der extremen Rechten“, Werkstatt-Tagung mit Lola für Lulu.

Montag, 27.September bis Mittwoch, 29. September, Rehburg-Loccum
Tagung „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ mit Heike Radvan, Amadeu Antonio Stiftung.

Mittwoch, 29. September, 19 Uhr, Berlin
Vorträge und Streitgespräch im Rahmen der Ausstellung „Stolpersteine“ mit Andrés Nader, Amadeu Antonio Stiftung im Rathaus Schöneberg/Kinosaal, John-F.-Kennedy-Platz 1.

Freitag, 1. Oktober, bis Sonntag, 3.Oktober, Berlin
Kongress „Öffentlichkeit und Demokratie“: Panel „Nazi 2.0. Rechtsextreme im Internet als Herausforderung für die demokratische Web-Community“ gestaltet von netz-gegen-nazis.de, Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 17.
Anmeldung unter: www.oeffentlichkeit-und-demokratie.de/

Freitag, 15. Oktober 2010, Berlin
Bürgerstiftungsforum Ost der Aktiven Bürgerschaft und der Amadeu Antonio Stiftung von 13 bis 17.30 Uhr, Bürgerstiftung Neukölln, Emser Straße 117.

 

IMPRESSUM

Copyright (c) 2010
Redaktionsschluss: 30. August 2010

Amadeu Antonio Stiftung
Schirmherr: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse

info@amadeu-antonio-stiftung.de
www.amadeu-antonio-stiftung.de
Linienstrasse 139
10115 Berlin
Tel.: 030. 240 886 10
Fax: 030. 240 886 22

Konto der Amadeu Antonio Stiftung:
Deutsche Bank Bensheim, BLZ 50970004, Konto 030331300

Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Laura Frey Mitarbeit: Anetta Kahane, Dana Fuchs, Thomas Olsen, Philipp Wagner, Timo Reinfrank (verantwortlich)
 

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