Ausgabe Nr. 121, August 2015

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

In eigener Sache

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das Schlimme im Leben hinterlässt immer mehr Eindrücke und Schmerzen als das Gute. Passiert etwas, ist die Aufregung groß - läuft etwas gut, kümmert es die Leute nicht sehr. Dieser Adrenalin-Logik folgen auch politische Beobachtungen und manchmal sogar die Politik selber. Nehmen wir das Thema Flüchtlinge, über das sich die Amadeu Antonio Stiftung schon seit Jahren sorgt. Momentan ist die öffentliche Wahrnehmung geprägt von Hass. Die Medien setzen sich mit dem rassistischen Hass auseinander: dem auf der Straße, in den sozialen Netzwerken, bei Gesprächen am Kaffeetisch. Das ist auch wichtig, denn ohne diese Wahrnehmung geschähe, was Anfang der 1990er passierte. Der Hass würde hingenommen von einer ganzen Gesellschaft, er würde für das Politikmachen missbraucht und die Hasser ermutigen immer und immer weiterzumachen. Es gab Jahre, in denen bis zu 17 Menschen aus Hass ermordet wurden. Die Lichterketten in München und einigen anderen Städten waren beeindruckend, konnten aber dagegen nicht furchtbar viel ausrichten.

Doch die Gesellschaft hat gelernt. Heute ist die Stimmung ganz anders und darüber darf auch der scheinbar allgegenwärtige Hass nicht hinwegtäuschen. Die meisten Menschen erschrecken sich vor dem Hass. Sie beginnen sich für Flüchtlinge zu engagieren oder, falls sie dies schon lange für selbstverständlich halten, bringen andere Leute dazu es ihnen gleichzutun. Es ist wichtig, das zur Kenntnis zu nehmen. Nicht etwa um die Situation schönzureden, denn das ist sie nun wirklich nicht, sondern um handlungsfähig zu bleiben. Nur den Hass zu sehen, sich dem hinzugeben und darüber zu verzweifeln macht handlungsunfähig.

Und genau das wollen die Rassisten. Sie wollen, dass wir nur die Lauten wahrnehmen, die Stresser, die Rassisten und die Zyniker. Denn schon über Jahre wird das Wort Gutmensch als Diffamierung benutzt und es gibt Leute, die sich deshalb tatsächlich mit ihrem Engagement zurückhalten. Aber wissen Sie was? Es ist verdammt egal, was Menschen sagen, deren Weltbild auf Neid, Zynismus und Hochmut beruht. Deshalb brauchen wir viel mehr die Geschichten von Haltung, Anstand und Bereitschaft wirklich etwas zu tun.

 

Im Fokus

Amadeu Antonio Preis erstmals ausgeschrieben

 

Die Amadeu Antonio Stiftung und die Stadt Eberswalde vergeben in diesem Jahr erstmalig den Amadeu Antonio Preis. Anlässlich des 25. Todestags von Amadeu Antonio würdigt der Preis Künstlerinnen und Künstler und soziokulturelle Projekte, deren Werke sich mit kreativen Mitteln mit den Themen Rassismus, Menschenrechten und Migration auseinandersetzen.

 

10 Punkte für eine kommunale Willkommensoffensive

 

Die steigenden Flüchtlingszahlen stellen Politik und Gesellschaft vor neue Herausforderungen: In Teilen der Bevölkerung finden sich immer wieder rassistische Ressentiments und Vorbehalte gegen die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften. Wenn es um die konkrete Lebenssituation der Flüchtlinge geht, sind in ganz praktischer Weise vor allem die Kommunen gefordert. Unser Projekt Aktion Schutzschild hat 10 Punkte für eine kommunale Willkommensoffensive erarbeitet.

 

Jugendliche engagieren sich gegen Nazis und Rassismus im Internet

Betagruppe
 

Das Projekt no-nazi.net bietet seit diesem Sommer Jugendlichen die Chance, sich in Sozialen Netzwerken zu engagieren, sich über Hatespeech auszutauschen und Gegenstrategien zu entwickeln.
Zusammen mit dem Team von no-nazi.net finden online- und offline-Treffen statt, auf denen die Teilnehmenden verschiedene Social Media Tools kennenlernen, ihr bestehendes Wissen dazu erweitern und sich mit verschiedenen Formen von Hatephänomen auseinandersetzen.

 

Geförderte Projekte

Bei all den schlechten Nachrichten, die wir jetzt täglich hören müssen, dürfen wir die guten nicht vergessen: Dass es jetzt so viele Menschen gibt, die ihre Unterstützung für Flüchtlinge anbieten, Anti-Nazi-Demos organisieren und bei rassistischen Debatten aufschreien, ist ein großer Verdienst der jahrelangen Arbeit von Projekten vor Ort. Mit Ihrer Spende unterstützen wir diese Initiativen in ihrem wichtigen Einsatz für eine demokratische Gesellschaft ohne Ungleichwertigkeit!

Spenden

 

Kleiner CSD – Große Wirkung

© CSD Pirna e.V.

 

In weit über 50 Städten Deutschlands findet mittlerweile der Christopher Street Day (CSD) statt. Mit Förderung der Amadeu Antonio Stiftung auch in Pirna. Was auf den ersten Blick als nichts Besonderes erscheint, ändert sich bei einem zweiten Blick auf die Landkarte. Denn die Sächsische Schweiz ist für Schwule und Lesben, Trans- und Bisexuelle kein leichtes Pflaster.

 

Klopf Klopf: Lübeck ist weltoffen

© Klaus Adler

 

In Lübeck organisierten Neonazis jahrelang geschichtsrevisionistische Demonstrationen. Ein Bündnis hat es geschafft, die Stadt mit vielfältigem Protest unattraktiv für die Rechtsextremen zu machen. Den Erfolg setzen die Engagierten mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stützung fort.

 

Termine

1. September
Bewerbungsschlus für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie
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20. September
Bewerbungsschlus für den Amadeu Antonio Preis
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16. Oktober, Berlin

Blogger_innen Event des Projekts no-nazi.net zu Antisemitismus im Netz
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22. Oktober, Berlin
Tagung "Wer hat hier das sagen? - Zivilgesellschaftliches Engagement 2.0"
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Impressum

Copyright (c) 2015
Redaktionsschluss: 06. August 2015

Amadeu Antonio Stiftung
Schirmherr: Wolfgang Thierse

info@amadeu-antonio-stiftung.de
www.amadeu-antonio-stiftung.de
Linienstraße 139
10115 Berlin
Tel.: 030. 240 886 10
Fax: 030. 240 886 22

 

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GLS Bank | BLZ 43060967 | Konto 6005000000
IBAN: DE32 4306 0967 6005 0000 00 | BIC: GENODEM1GLS

Spenden


Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Robert Lüdecke. Mitarbeit: Anetta Kahane, Timo Reinfrank (verantwortlich).

 
 

Kontakt

Amadeu Antonio Stiftung
Novalisstraße 12
10115 Berlin
 

info@amadeu-antonio-stiftung.de

Tel.:  ++49 (0)30. 240 886 10
Fax:  ++49 (0)30. 240 886 22

 

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