Ausgabe Nr. 119, Mai 2015

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

In eigener Sache

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in einem Hit der Neuen Deutschen Welle der 1980er Jahre hieß es: „Hässlich, ich bin so hässlich, so grässlich hässlich: Ich bin der Hass! Hassen, ganz hässlich hassen, ich kann's nicht lassen: Ich bin der Hass!“ Wer die sozialen Netzwerke betritt, dem können diese Zeilen von damals heute als Ohrwurm in den Sinn kommen. Der ironische Song über die Leichtigkeit des Seins ist heute bitterer Ernst geworden: Hass wurde längst ein beständiges Gefühl im Netz und ein ständiger Begleiter, mit dessen Erscheinen wir immer und zuverlässig rechnen können. Hass ist ein heftiges Gefühl und zutiefst menschlich, denn kein anderes Lebewesen ist imstande zu hassen. Tiere mögen aggressiv sein, sogar wütend oder voller Angst - aber Hass kennen sie nicht. Nur der Mensch vermag mit tödlichem Hass auf andere Menschen zu reagieren. Nur in den seltensten Fällen trifft der Hass das, was ihn ausgelöst hat.

Das ist eine weitere Spezialität des Menschen, die ihn von Tieren unterscheidet: Er hasst wirr um sich herum. Dabei zieht er ganze Gruppen von Menschen in den Dreck, diffamiert, beschimpft und bedroht sie. Und weil Hass sich niemals verbraucht, nie aufhört oder von allein verschwindet, macht er immer so weiter, genau wie ein Tier, das zwar keinen Hass kennt, aber seinen Reflexen ausgeliefert ist. Menschen also, in denen ein tiefer Hass brennt, dessen eigentliche Ursache sie aber nicht verstehen wollen, sind am Ende dieser Kette eher animalisch als human.

Seit der Erfindung der Sozialen Netzwerke erfahren wir mehr über den Hass unserer Mitmenschen, als uns lieb ist. Vorurteile zu haben oder zu hassen ist schon ein Unterschied. Im Netz sehen wir beides. Er findet sich in Kommentarfunktionen der Zeitungen, in Auseinandersetzungen bei Facebook, Twitter oder anderen Netzwerken und er kommt auch als persönliche Mitteilung an Personen, deren Herkunft oder Ansicht den Hass von der Leine lässt. Zudem wirkt Hass ansteckend, wenn er geduldet wird oder gar Beifall bekommt. Die Hemmschwelle dafür sinkt in der Anonymität und vor dem Bildschirm, denn der Hasser muss niemandem dabei ins Gesicht schauen. Ob grob oder subtil vorgetragen: In der Masse von Einschlägen des Hasses in Foren oder Kommentaren ziehen sich die Nicht- Hasser bald zurück. Was sollen sie auch tun?

 

Im Fokus

Brandstiftung beginnt im Netz - Neue Handreichung zu Hate Speech im Netz

 

Spätestens seit der organisierten Hetze gegen Flüchtlingsheime und PEGIDA ist klar geworden: Die hasserfüllte Debatte im Netz wirkt als Katalysator für reale Gewalt. Die Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht eine neue Handreichung über Hate Speech.

 

Respekt statt Ressentiment - Strategien gegen die neue Welle von Homo- und Transphobie

 

Für eine demokratische Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, Lesben, Schwule und Transgender als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft anzuerkennen. Doch die erreichten Fortschritte bei der rechtlichen Anerkennung und gesellschaftlichen Akzeptanz werden brüchig. Der Kongress „Respekt statt Ressentiment: Strategien gegen die neue Welle von Homo- und Transphobie“ erarbeitet Möglichkeiten der gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung und Intervention.

 

Birlikte 2015: Seid wieder mit dabei!

 

14. Juni 2015: Das Kunst- und Kulturfest in Köln-Mülheim geht in die Neuauflage. Unter dem Motto "Birlikte" - dem türkischen Wort für "Zusammen" - setzen vielfältige Aktionen, Kunst und Musik wieder ein starkes Signal gegen Rechtsextremismus und gedenken der Opfer des Nagelbombenanschlags durch den NSU.

 

Geförderte Projekte

Die Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Und die Sprache des Hasses gegen Menschen macht sich im Internet breit. Doch auch Journalistinnen und Journalisten, deren Handwerkszeug das geschriebene Wort ist, nutzen oft diskriminierende Bezeichnungen. Meist geschieht das unbewusst, aber mit weitreichenden Folgen. Damit diskriminierende Sprache nicht zum Normalzustand wird, haben die Neuen Deutschen Medienmacher ein Glossar mit Formulierungshilfen für die Berichterstattung zusammengestellt. Ihr Projekt ist eines von bereits 42, die die Amadeu Antonio Stiftung allein in diesem Jahr gefördert hat. Und das verdanken wir allein unseren Spenderinnen und Spendern. Mit Ihrer Unterstützung machen Sie Projekte für eine demokratische Kultur überall in Deutschland möglich!

Spenden

 

Von A wie Aleviten bis Z wie Zuwanderer

Glossar NdM
 

Ausländer, Migrant, Zuwanderer oder Einwanderer? Sind das nicht alles Bezeichnungen für ein und dasselbe? Das Glossar der Neuen deutschen Medienmacher bietet Formulierungshilfen für die journalistische Berichterstattung und bringt Licht in den Dschungel des Begriffs-Wirrwarr. Die Amadeu Antonio Stiftung hat das Glossar gefördert.

 

Pankownale: Raum für Begegnung und Austausch

Bei der Pankownale II kamen Menschen zusammen.
 

Der Stadtteil Buch im Berliner Bezirk Pankow ist für Geflüchtete kein leichtes Pflaster. Regelmäßig demonstreiren hier Neonazis und bedrohen die angekommenen Flüchtlinge. Darauf reagiert die Pankownale, mit Förderung druch die Amadeu Antonio Stiftung. Mit einem kunterbunten Programm bringt sie Menschen aus der Nachbarschaft mit den Geflüchteten zusammen. So entstehen Tandempartnerschaften und viele neue Projektideen.

 
 

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Am 9. Mai wollen Rechtsextreme in Berlin demonstrieren, sie planen einen "Sturm auf den Reichstag". Mit dabei sind neben anderen auch die "Reichsbürger". Sie propagieren die Fortexistenz eines Deutschen Reichs und stützen ihre Gedankenwelt auf antisemitische und geschichtsrevisionistische Elemente. Eine Handreichung der Amadeu Antonio Stiftung klärt über die Hintergründe auf und zeigt Gegenstrategien.

 

Termine

12. Mai, Lübeck
Nazis 2.0 – Rechten Netzaktivismus angehen mit Simone Rafael (Amadeu Antonio Stiftung)  >mehr

16. Mai, Hattingen
"Hogesa, Pegida & Kein Ende in Sicht?", Gefördert durch und unter Mitwirkung von der Amadeu Antonio Stiftung >mehr

10. Juni, Berlin
Kongress "Respekt statt Ressentiment - Strategien gegen die neue Welle von Homo- und Transphobie", Veranstaltung von Amadeu Antonio Stiftung & Lesben- und Schwulenverband in Deutschland >mehr


14. Juni, Köln

Kunst- und Kulturfest "Birlikte" >mehr

 

Impressum

Copyright (c) 2015
Redaktionsschluss: 05. Mai 2015

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Spenden


Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Robert Lüdecke. Mitarbeit: Anna Brausam, Anetta Kahane, Karsten Stöber, Timo Reinfrank (verantwortlich).

 
 

Kontakt

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10115 Berlin
 

info@amadeu-antonio-stiftung.de

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