Bilanz 2010

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Bilanz 2010: 69 geförderte Initiativen

Über 60 Projekte hat die Amadeu Antonio Stiftung bereits im Jahr 2010 gefördert. Schwerpunkte waren dabei die Förderung nicht-rechter Jugendlicher, die Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit und mit Antisemitismus in der DDR.

Mit einer Fördersumme von bisher 125.609,71 Euro konnte die Amadeu Antonio Stiftung zum 09. Dezember 2010 bereits 69 Projekte, Initiativen, Organisationen und Opfer rechter Gewalt unterstützen und fördern, die sich für demokratische Kultur und gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung im Alltag einsetzen. Seit Bestehen der Stiftung (1998) konnten 462 Projekte mit 2,8 Millionen Euro gefördert werden. Alles dies wurde nur möglich durch die Unterstützung der Spenderinnen und Spender der Stiftung. Herzlichen Dank!

Förderung nicht-rechter Jugendlicher

Nach wie vor der Hauptförderschwerpunkt der Amadeu Antonio Stiftung: Engagierte demokratische Jugendliche. Gerade sie engagierten sich besonders gegen rechtsextreme Gewalt und deren Versuche lokale Räume zu dominieren. So hat die Stiftung viele kleinere Veranstaltungen von nicht-rechten Jugendlichen gefördert, wie beispielsweise die Alternative Jugend in Bernburg, die einem Workshop zum Thema „Autonome Nationalisten“ gemacht haben, ein Streetsoccer Turnier „United Colours“ des Jugendverein „Roter Baum“ e.V., eine Jugendkonferenz in Hamburg oder die Projektwoche „Couragiert für Demokratie, engagiert gegen Rassismus!“ des Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e.V.

 

Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit

Einen besonderen Schwerpunkt hat 2010 die Förderung von Projekten eingenommen, welche sich kritisch mit der kolonialen Vergangenheit Deutschland beschäftigen. Mit der Berliner Afrika Konferenz 1884/85 wurde auch das Deutsche Reich Kolonialmacht. Zwangsarbeit, Folter, Vergewaltigungen, Menschen- und Ressourcenraub und Völkermord kennzeichneten die deutsche Kolonialherrschaft in den Gebieten des heutigen Namibia, Togo, Kamerun, Tansania, Burundi und Ruanda. Allein während der blutigen Niederschlagung von Widerstandsbewegungen wurden mindestens 400.000 Menschen getötet. Um die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte zu fördern, hat die Stiftung in diesem Bereich beispielhafte Projekte gefördert. So wurde der Bau der Gedenktafel für May Ayims, am kürzlich umbenannten May-Ayim-Ufer von der Amadeu Antonio Stiftung unterstützt. Erwähnenswert ist, dass erstmals in Deutschland ein kolonialer Straßenname durch den Namen einer Person, die sich kritisch mit Kolonialismus und Rassismus beschäftigt hat ausgetauscht wird. Weiterhin wurde auch das Projekt „Freedom Roads“ des Berlin Postkolonial e.V. mitfinanziert. Der Verein realisierte mit Hilfe der Förderung eine Wanderausstellung zur Thematik kolonial-rassistischer Straßennamen in Europa.

Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus


Herauszuheben ist zudem die Förderung von Projekten, welche sich mit dem Antisemitismus in der DDR und deren Tradierung und Fortleben im vereinigten Deutschland auseinandersetzten. Dieses bislang kaum aufgearbeitete Thema wurde unter anderem von sächsischen Jugendlichen aufgegriffen, die eine Ausstellung in der Gedenkstätte Münchener Platz in Dresden unter dem Motto „Antisemitismus in der DDR, ein Mythos?“ zeigten und so eine Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung zum gleichen Thema lokal ergänzten . Die Naturfreundejugend Berlin beschäftigte sich in ihrer Aktionsgruppe „Stalin hat uns das Herz gebrochen“ mit der gleichen Thematik in Veranstaltungen und einer Broschüre.

 

Timo Reinfrank, Projektkoordinator der Amadeu Antonio Stiftung

 

Herzlichen Dank an alle Stifter und Spender

Der Dank für die vielen Jugendprojekte, Aufklärungsaktionen, Infoveranstaltungen, kommunalen Projekte, Flugblattverteilungen und bunten Kampagnen gebührt den Spenderinnen und Spendern, Stifterinnen und Stiftern der Stiftung: “Wir sagen auch in ihrem Namen noch mal herzlichen Dank und freuen uns über weitere Unterstützung im weiteren Verlauf des Jahres 2010“, so Timo Reinfrank.


Alle geförderten Initiativen, Personen und Projekte durch die Amadeu Stiftung im Überblick:

  1. SBZ Südstadt/Biestow GmbH: Integratives Filmprojekt „Ausgrenzung“
  2. Verband Deutscher Sinti & Roma. Landesverband Baden-Württemberg: Projekt „Alltagsorientierung und Lebenswirklichkeit“
  3. Zukunft gestalten ohne zu vergessen e.V.: Aktionstage gegen Antisemitismus
  4. Medinetz Leipzig e.V.: Vernetzungstreffen
  5. Förderverein Tolerantes Sachsen: Tagung - Rassismus bekämpfen ohne Migrant/innen
  6. Förderverein "Dr. Magarete Blank" e.V.: Zeitzeugengespräche mit Mordechai Weinryb
  7. Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V.: Förderung des Gedenktafelprojekts am May-Ayim-Ufer
  8. Sächsische Jugendstiftung: Über Menschen, Politik und jüdisches Leben - Antisemitismus in der DDR, ein Mythos?
  9. Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V.: Fortbildung: "HERRschaftszeiten und Rechtsextremismus"
  10. Dietrich-Bonhoeffer-Schule Weinheim: Klassenprojekt "Mahnmahl für Weinheim"
  11. Naturfreundejugend Berlin: "Stalin hat uns das Herz gebrochen"
  12. Förderverein Nelson Mandela Schule Berlin: "Homestory Deutschland"
  13. Linksalternative Jugend Bernburg: Was sind „Autonome Nationalisten“?
  14. Volksschule Mittenwald: Gebirgsjäger ehren ohne Opfergedenken?
  15. Jüdische Gemeinde Cottbus e.V.: Jugendliche lernen Integration
  16. Lübecker Bündnis gegen Rassismus: Warum wurde Lübeck bombardiert?
  17. Diakonisches Werk Havelland e.V.: Zeitzeugenbegegnungen in westhavelländischen Grundschulen
  18. Jugendverein „Roter Baum“ e.V: Streetsoccer Turnier „United Colours“
  19. Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e.V.: Projekt „Couragiert für Demokratie, engagiert gegen Rassismus!“
  20. Bundesfachverband UMF e.V.: Jugendliche ohne Grenzen - Konferenz in Hamburg
  21. Jugendverein „Roter Baum“ e.V: Filmvorführung Shoah 2010
  22. Bildungswerk Blitz e.V.: Kinderdorf 2010
  23. Workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V.: Denkmal für Johann Trollmann
  24. Arbeitskreis Solidarische Welt e.V.: Förderung des Antifee-Festivals
  25. Stiftung Weingutmuseum Hoflößnitz: „Erinnerung + Verantwortung. Sächsischer Weinbau im Nationalsozialismus“
  26. Berlin Postkolonial e.V.: „Freedom Roads!“
  27. Schloss Bröllin e.V.: Veranstaltung „Landpartie – Was braucht das Land?“ im Rahmen der Kampagne „Kein Ort für Neonazis – Mecklenburg-Vorpommern 2010/2011“
  28. NPD-Blog: Dokumentation rechtsextremer NPD-Aktivitäten
  29. Calaca e.V.: Veranstaltungsreihe „Invisibles“
  30. Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg: Lokalgeschichtliches Ausstellungsprojekte über die Deportation nach Gurs 1940
  31. Stiftung Weingutmuseum Hoflößnitz: Öffentlichkeitsarbeit zur Ausstellung „Erinnerung + Verantwortung. Sächsischer Weinbau im Nationalsozialismus“
  32. Aktion Sühnezeichen Friedensdienst:„Alle bleiben – Keine Abschiebung von Roma aus Deutschland“
  33. Aktion Zivilcourage e.V. Pirna: Jugendliche machen Politik (MUT)
  34. ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH: Exit (MUT)
  35. Förderverein Handballfreunde der weiblichen Handballabteilung der Reinickendorfer Füchse e.V.: Unterstützung der Jugendarbeit (MUT)
  36. Diakonisches Werk Havelland e.V: "Laut & Bunt"-Festival in Rathenow (MUT)
  37. Friedenskreis Halle e.V.: Informationskampagne zu rechtsextremen Kleidermarken (MUT)
  38. Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V.: Entwicklung des Projektes „Heimat, bittersüße Heimat“ (MUT)
  39. Aktiv e.V.: Open Air Veranstaltung „Musik für Toleranz und Weltoffenheit“ (MUT)
  40. Verein für demokratische Kultur in Berlin – Initiative für urbane Demokratieentwicklung e.V.: Berliner Webportal für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in kommunalen Gremien (MUT)
  41. Jugendclub Courage Köln e.V.: Projekt „Wanderausstellung zum Thema Rechtsextremismus“ (MUT)
  42. Bildungsbanden e.V.: Projekt „Aktionswochen gegen Rechts“ (MUT)
  43. Eberswalder Zentrum für demokratische Kultur, Jugendarbeit und Schule e.V.: Brandenburgtour des Theaterstücks „Heimat, bittersüße Heimat“ (MUT)
  44. Joliba – interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V.: „Black Art & History Forum“ (MUT)
  45. AUFANDHALT - Netz von Betroffenen rechtsextremer Gewalt und rassistischer Diskriminierung e.V.: Projektförderung (CURA)
  46. RAA Sachsen e.V.: Unterstützung Betroffener rechter Gewalt (CURA)
  47. RAA Leipzig e.V.: Opferfonds CURA: Unterstützung Betroffener rechter Gewalt (CURA)
  48. Jugendprojekt „MittenDrin“: Fensterreparatur nach Übergriff (CURA)
  49. Antidiskriminierungsbüro e.V.: Nachdruck der Broschüre „Rassismus in Sachsen. Aktuelle Perspektiven 2010“ (CURA)
  50. Netz von Betroffenen rechtsextremer Gewalt und rassistischer Diskriminierung e.V.: Projektförderung (CURA)
  51. Cagintua e.V.: „Netzwerk und Dialog gegen Diskriminierung“ (CURA)
  52. Jessenitzer Aus- und Weiterbildung e.V.: Lehrpfad für Demokratie (Lola für Lulu)
  53. AWO Kreisverband Ludwigslust e.V.: Tanzgruppen für Mädchen im Jugendtreff HAI (Lola für Lulu)
  54. Kreissportbund Ludwigslust e.V.: Fußball-Lichter 2010 (Lola für Lulu)
  55. Evangelische Jugend Schwerin: „Volx Mobil“ (Lola für Lulu)
  56. Lohmeyer: Festival „Jamel rockt den Förster“ ("Kein Ort für Neonazis", MV)
  57. WIR. Erfolg braucht Vielfalt: Förderung der Plakatdrucke für das 4te Lindenfest in Lübtheen ("Kein Ort für Neonazis", MV)
  58. Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.: Ausstellung über den Grabert-/Hohenrain-Verlag
  59. Evang-Lutherische Kirchengemeinde Kaufbeuren: Förderung der Internationalen Jugendbegegnung in Deutschland
  60. Hamburger Studienbibliothek e.V.: Filmvorführung "Uniform, Panzer, Kokon - Militärsdienst in Israel"
  61. Initiative in Gedenken an Oury Jalloh: finanzielle Unterstüzung für die Begleitung im Revisionsverfahren (CURA)
  62. Bürgerstiftung Barnim Uckermark: Ideenwettbewerb "2000 Mäuse winken"
  63. Opferperspektive: Finanzierung der Prozesskosten der Opfer des antiziganistischen Überfalls in Milmersdorf (CURA)
  64. Exil e.V.: Dauerausstellung am Ort des ehemaligen Außenlagers des KZ-Ravemsbrück
  65. KUSO e.V.: Förderung des Festivals Jamel rockt den Förster 2011
  66. Opferperspektive: Finanzielle Hilfe für ein Opfer rechter Gewalt (CURA)
  67. Opferperspektive: Hausprojekt "Zelle 79" (CURA)
  68. Nachbarschaftstreff Blumenau: Heimat Blumenau
  69. Finanzielle Hilfe für die Soziale und politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V. nach dem Brandanschlag (CURA)
 

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