"Die Amadeu Antonio Stiftung wird in diesem Herbst zehn Jahre alt. Sie hat - dank der Großzügigkeit vieler Spenderinnen und Spender, Stifterinnen und Stifter - inzwischen mehrere hundert Projekte gefördert, beraten und ermutigt. Sie hat Themen auf die Agenda gesetzt und Öffentlichkeit hergestellt. Sie hat sich um die Opfer rechter Gewalt gekümmert und auch jenen Nazi-Tätern Unterstützung angeboten, die umkehren, die aussteigen wollen, die sich – warum auch immer – anders entschieden haben.
Zehn Jahre ist eine kurze Zeit, denn die Nazis hatten die Möglichkeit, sehr viel länger ihrer Tradition zu folgen als wir. Unter dem Schutz der Gleichgültigkeit, der Gewöhnung und geduldeter Aggressionen fanden sie genug Potential, sich zu entfalten. Die demokratische Staatsform in Deutschland verhält sich dazu wie die Schwalbe, die bekanntlich noch keinen Sommer macht. Und schon gar keinen, in dem vier Menschen von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt sterben mussten, weil Nazis sie ermordet haben. Bitte helfen Sie uns auch über die kommenden Jahreszeiten hinweg und durch das kommende Jahrzehnt, damit wir unter die Gewöhnung an Nazis und ihre Taten endlich einen Schlussstrich setzen können!"
Anetta Kahane