2006 luden das Aktionsbündnis Courage und die Amadeu Antonio Stiftung zum bundesweiten Treffen der Jugendinitiativen gegen Rechtsextremismus

Couragiertes Engagement in Thüringen


Auch in Thüringen gehört Rechtsextremismus zum Alltag und lokales Engagement dagegen eher zur Seltenheit. Doch das Beispiel Pößneck mit seinem "Aktionsbündnis Courage" zeigt: Wer wirklich etwas zum Positiven verändern will, der schafft es am Ende sogar, die lokalen Akteure für sich zu gewinnen.







Das Aktionsbündnis Courage (ABC) gründete sich spontan – nach den Vorfällen in der Nacht zum 2. April 2005. Gut 1.800 Neonazis nahmen an einem NPD-Landesparteitag mit anschließendem „Rechtsrock-Konzert“ im Pößnecker Schützenhaus teil, wo Rechtsextremisten den Ausbau eines nationalen Treffpunktes planten. Die Jugendinitiative wollte sich wehren gegen diese „Übermacht“ einer rechtsextremen Minderheit und gleichzeitig die Bürger ihres Ortes wachrütteln. Denn die Jugendlichen des Aktionsbündnisses mussten feststellen: bei vielen Pößneckern gibt es eine verharmlosende Einstellung und ein großes Informationsdefizit gegenüber rechtsextremen Tendenzen.

Das Aktionsbündnis Courage organisiert attraktive kulturelle Angebote, um Jugendlichen alternative Handlungsräume zu schaffen und eine kreative, weltzugewandte, tolerante Alltagskultur in Pößneck zu etablieren. Das Bündnis engagiert sich im Bereich der offenen Jugendarbeit und leistet gesellschaftspolitische Aufklärung gegen Rechtsextremismus. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Zivilcourage und Toleranz, Aufklärungs- und Bildungsarbeit sowie auf kulturellen Angeboten. Im Rahmen eines von der Amadeu Antonio Stiftung geförderten Schulprojektes wurden Banneraktionen zum Thema „Extremismus und Gewalt“ durchgeführt, Kurzfilme gedreht sowie Aufklärungsprojekte, Lesungen und Bildungsveranstaltungen organisiert.

Erstes bundesweites Jugendinitiativtreffen gegen Rechts

In Kooperation mit dem Aktionsbündnis veranstaltete die Amadeu Antonio Stiftung 2006 ein Seminartreffen für Jugendinitiativen aus ganz Deutschland. In der thüringischen Jugendbildungsstätte Hütten trafen sich Initiativen aus Pirna, Wurzen, Verden, Wunsiedel, Hütten, Potsdam und Berlin, um Probleme und Lösungsansätze auszutauschen und ein gemeinsames, bundesweites Netzwerk gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Antisemitismus aufzubauen.

Jan Schwab

 

 

Mehr über das Aktionsbündnis Courage erfahren Sie im Internet:

http://www.abc-poessneck.de/index.html

 

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