Weiter zum Inhalt

10. Organisieren Sie Solidarität und machen Sie sich klar: Sie haben nichts falsch gemacht

10. Organisieren Sie Solidarität und machen Sie sich klar: Sie haben nichts falsch gemacht

Es gehört zur täglichen Arbeit von Non-Profit-Organisationen und politischen Initiativen, gesellschaftlich umstrittene Themen aufzugreifen, Diskrepanzen zwischen dem demokratischen Gleichwertigkeitsideal und der ungleichen Realität zu kritisieren und sich auf diese Weise zu exponieren. Das macht sie natürlich zu lohnenden Angriffsobjekten für rechtsextreme Gruppen und ihre Sympathisant*innen im Internet. Aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass sich ein Shitstorm vermeiden ließe, indem Ihre Organisation in den Sozialen Netzwerken lediglich unkontroverse Themen aufgreift. „Die Auslöser von solchen Shitstorms sind einigermaßen beliebig“, berichtet die österreichische Rechtsextremismus-Expertin Natascha Strobl in ihrer Kolumne für das Magazin Moment.at. Sie wird selbst immer wieder auf Twitter für ihre Analysen zur extremen Rechten angegriffen wird. „Ein Shitstorm exponiert und lähmt. Er soll beschämen (‚Du hast etwas gravierend falsch gemacht!’) und vereinzeln.“

Das Gegenteil zu der Destruktivität eines Shitstorms ist Solidarität und Zusammenarbeit. Und die ist in so einem Fall gefordert: Bitten Sie Ihr Netzwerk, sich mit Ihnen solidarisch zu zeigen – ob nichtöffentlich durch einen Blumenstrauß, innerhalb einer Fachöffentlichkeit durch die Verbreitung einer Erklärung auf einer Mailingliste oder öffentlich in Sozialen Medien. Bitten Sie Forscher*innen und (Fach-)Journalist*innen, den vorliegenden Fall zu untersuchen: Finden sich Indizien oder Beweise dafür, dass der Shitstorm von rechtsextremen Strukturen gelenkt wird? Wenden Sie sich an die Initiative #ichbinhier: 45.000 Gruppenmitglieder engagieren sich hier auf Facebook für eine bessere Debattenkultur und stellen sich gegen toxische Kommentare. Sie unterstützen auch Personen des öffentlichen Lebens und Non-Profit-Organisationen, wenn sie von organisierten Hasskampagnen betroffen sind. Denken Sie auch daran: Der rechtsextreme Shitstorm tobt quasi dauerhaft. Wenn Sie gerade nicht davon betroffen sind, dann sind es sehr wahrscheinlich andere. Nutzen Sie die Accounts Ihrer Organisation mit großer Reichweite auch, um sich schützend vor gefährdete Gruppen und Menschen, die mit ihrem echten Namen im Netz unterwegs sind, zu stellen und ihnen bei Angriffen beizustehen.

Mitmachen stärkt Demokratie

Engagieren Sie sich mit einer Spende oder Zustiftung!

Neben einer Menge Mut und langem Atem brauchen die Aktiven eine verlässliche Finanzierung ihrer Projekte. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Arbeit der Stiftung für Demokratie und Gleichwertigkeit.