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33. Too long; didn’t read?

33. tl; dr? – Verzichten Sie auf Textwüsten

Die Lesegewohnheiten haben sich durch Online-Angebote und Soziale Medien verändert. Als Autor*innen sollten Sie darauf reagieren:

Setzen Sie strukturierende Überschriften, Absätze oder Hervorhebungen. Dennoch heißt dies nicht, dass alle User*innen nur noch knappe Texte lesen. Im Gegenteil: Es gibt viele Menschen, die an gut recherchierten Texten interessiert sind. Formulieren und verarbeiten Sie im Post zu einem Artikel oder einem griffigen Sharepic die zentralen Thesen.

Wie lesen User*innen im Netz unsere mühevoll aufbereiteten, liebevoll durchdachten und sorgfältig recherchierten Texte?

Eine Untersuchung des dänischen Schriftstellers und Informatikers Jakob Nielsen zum Leseverhalten auf Websites zeichnet ein ernüchterndes Ergebnis. 79 Prozent aller User*innen nutzen Online-Texte nur kursorisch: Sie lesen die strukturierenden Überschriften, suchen nach Listen und Hervorhebungen, springen kurz in das Bildmaterial oder ziehen Kern-Informationen aus der Infografik. Lediglich 16 Prozent der User*innen lesen einen Text vollständig zu Ende.

Für Ihre Social Media Arbeit vergegenwärtigen Sie sich am besten beide Aspekte:

Hier entscheiden die User*innen – ähnlich wie in Online-Texten – ob der weiterführende Text für sie selbst interessant ist. Sie können den relevanten Kern kommentieren, griffig Ihre Position in einer Debatte zusammenfassen oder Ihre Haltung zu einem gesellschaftlichen Missstand herausstellen. In ausklappbaren Longreads verarbeiten Sie tiefergehende Informationen, weiterführende Quellen, Einordnungen und Analysen. Auf Facebook und Instagram können Sie beispielsweise Zusatztexte zu einem Sharepic oder Video posten. Die Idee von Twitter basiert auf kurzen knackigen Tweets. Aber auch hier erhalten eigens für Twitter angefertigte, thematische Threads (also mehrere Posts, die aufeinander Bezug nehmen), viel Aufmerksamkeit.

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