12.000 Teilnehmer bei GEH DENKEN

Spenden gegen Rechtsextremismus

 

12.500 Teilnehmer bei GEH DENKEN - 6.000 Neonazis in Dresden

12.500 Menschen setzten am 14. Februar ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus auf dem Dresdner Theaterplatz.

 

Über 12.500 Menschen hat das Bündnis GEH DENKEN mit der Amadeu Antonio Stiftung am 14. Februar mobilisiert, um gegen den größten Neonazi-Aufmarsch Europas zu demonstrieren.







Trotzdem konnten wieder 6.000 Rechtsextreme am Samstag ungestört in Dresden marschieren - ein Szenario, das sich nicht viele Städte mehr so leisten würden. Dresden hat sich in den vergangenen Jahren zum zentralen Aufmarschort für die europäische Neonaziszene entwickelt. Die Stadt hatte sich jahrelang nur halbherzig gegen die Instrumentalisierung durch die Nazis gewehrt, die Zivilgesellschaft war auf sich alleine gestellt. Nachdem durch Verschärfungen des Versammlungsrechts und jahrelangen zivilgesellschaftlichen Protesten Demonstrationsorte wie Halbe und Wunsiedel von den Neonazis nicht mehr missbraucht werden können, stellt die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 eine der letzten passenden Möglichkeiten zum geschichtsrevisionistischen Protest der europäischen Rechten dar.
 

Wolfgang Thierse, Anetta Kahane, Wolfgang Tiefensee

 

Das Ziel des überparteilichen Bündnisses GEH DENKEN an diesem Wochenende ist erreicht worden: „Der deutliche und friedliche Gegenprotest der vielen demokratischen Demonstranten hat ein klares und ermutigendes Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus in Dresden gesetzt“, so Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung. Auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz fand deutliche Worte gegen die rechtsextremen Versuche, das Gedenken an die Opfer zu "missbrauchen".

Dennoch lassen die gespenstischen Neonazidemonstrationen am Freitagabend und am Samstag mit prominenten Nazis wie NPD-Chef Udo Voigt und dem sächsischen Fraktionschef Holger Apfel keinen Zweifel, dass auch in Zukunft eine Auseinandersetzung notwendig sein wird. In der Bevölkerung treffen die rechtsextremen Aufmärsche teilweise auf positive Zustimmung. Nicht nur schlenderten viele Passanten auf ihrem Einkaufsbummel durch die Reihen der Neonazis, als seien rechtsextreme Massendemonstrationen das Normalste der Welt. Einige reihten sich auch spontan ein. Demokratische Gegendemonstranten ließ die Polizei nicht an die Rechtsextremen heran, sie wurden gut von jedem Protest abgeschirmt.

 

Stephanie und Wolfgang Stumph

 

Auf dem Theaterplatz hatte das breite Bündnis aus Zivilgesellschaft, Kirchen, Gewerkschaften, demokratischen Parteien und der Amadeu Antonio Stiftung mit der Kampagne "Laut gegen Nazis" eine große Bühne aufgebaut., vor der sich 12.000 Menschen versammelten. Vorher hatten sie auf einem sternförmigen Demonstrationszug gegen die Nazis demonstriert und morgens schon am offenen Shabbat-Gottesdienst der Jüdischen Gemeinde teilgenommen. Auf der Bühne traten u.a. Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, Franz Müntefering, Michael Sommer (DGB), Anetta Kahane und Wolfgang Stumph auf.

Timo Reinfrank


 

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