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Wie will Eberswalde an Amadeu Antonio erinnern?

Gedenktafel für Amadeu Antonio in Eberswalde

 

Erinnerungskonzept an Todesopfer rechter Gewalt steht am 13. November 2012 im Kulturausschuss zur Diskussion.

„Mit der Vorlage eines Erinnerungskonzepts an Amadeu Antonio durch die Eberswalder Stadtverwaltung ist die Stadt einen entscheidenden Schritt in der Diskussion um ein würdiges Gedenken an den 1990 in Eberswalde ermordeten angolanischen Vertragsarbeiter vorangekommen“
, sagt Timo Reinfrank, Stiftungskoordinator der Amadeu Antonio Stiftung.

Eberswalde. 12. November 2012:
Monatelang war die Debatte um eine Umbenennung eines Teilstücks der Eberswalder Straße in Amadeu Antonio Straße, dem Tatort, von rassistischen Stereotypen geprägt. „Das erarbeitete Konzept zeigt, dass sich die Stadt dem Druck von Seiten einer Gegeninitiative mit den Namen ‚Das fünfte Gebot’ nicht gebeugt hat, die oftmals durch rassistische Aussagen auf sich aufmerksam machte“, sagt Timo Reinfrank über das Eberswalder Erinnerungskonzept. Deren Vorschlag eines „Garten der Erinnerung“ wird lediglich nur noch in einem Nebensatz erwähnt.

„Durch die Workshops haben die politischen Verantwortlichen der Stadt erkannt, dass es viele Eberswalderinnen und Eberswalder gibt, die ein würdiges Gedenken an Amadeu Antonio in ihrer Stadt wünschen und ausdrücklich fordern. Dass sich diese Erkenntnis auch in der Ausarbeitung des Konzepts wiederfindet, ist zu begrüßen“, so Timo Reinfrank weiter: „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der grausamen Mordserie des NSU, stehen die politischen Verantwortlichen in der Pflicht, Todesopfer rechter Gewalt im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Der jahrelang fehlenden Sensibilität den Opfern gegenüber muss endlich ein aktives Gedenken entgegengesetzt werden.“

Es ist zu hoffen, dass der Kulturausschuss die jeweiligen Vorschläge des Konzepts morgen noch einmal konstruktiv beleuchten wird, so dass die Stadtverordnetenversammlung im Dezember schließlich – über 20 Jahre nach dieser rassistischen Tat – eine würdige Form des Gedenkens findet: „Wenn sich Eberswalde für die Benennung des Bildungszentrums in der Puschkinstraße in ‚Amadeu Antonio Haus’ entscheidet, sollte jedoch der authentische Ort, der Tatort, nicht in Vergessenheit geraten. Hier ist die Tat geschehen. Seine Freunde und Angehörigen brachten den Vorschlag zu einer Straßenumbenennung mit ein. Dieses Anliegen kam somit von Menschen, die bis heute von Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit betroffen sind. Vielleicht findet die Stadt auch zukünftig einen Weg dieses Anliegen nicht unberücksichtigt zu lassen.“

Hintergrund:

Das Erinnerungskonzept an Amadeu Antonio ist das Ergebnis zweier öffentlicher Workshops im September, welches am 13. November 2012 im Kulturausschuss diskutiert und im Dezember durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll. Anlass für die Workshops war die kontrovers geführte Debatte in Eberswalde über ein angemessenes Erinnern an Amadeu Antonio, ausgelöst durch die Idee der Initiative „Light me Amadeu“ und des Vereins Palanca, einen Straßenabschnitt der Eberswalder Straße in Amadeu-Antonio-Straße umzubenennen. Amadeu Antonio war eines der ersten Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung.

erschienen am 12. November 2012

 

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