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Spenden gegen Rechtsextremismus

 

Kriminalität im Grenzraum Vorpommerns

 


Das RAA-Projekt „perspektywa“ gegen Polenfeindlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern hat ein neues Faltblatt herausgegeben. Es liefert Antworten auf alltägliche Stereotype gegen „die Polen“ und will damit die von Ressentiments aufgeladene Debatte versachlichen.

Entspricht das Bild vom polnischen Autodieb der heutigen Realität? Steigt die Zahl der Einbrüche und Diebstähle auch in Mecklenburg-Vorpommern? Viele Bewohner der vorpommerschen Grenzregion, ob aus Ahlbeck, Ueckermünde oder Pasewalk stellen sich diese Fragen. Sie fühlen sich zum Teil mit ihren Ängsten durch die Politik und Polizei allein gelassen. Alte Vorurteile gegenüber Polen werden außerdem verstärkt und sogar politisch instrumentalisiert, vor allem durch die rechtsextreme NPD. Deshalb hat die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern e. V. zu dieser Thematik ein Infoblatt erstellt. „Thematisiert wird kurz und bündig, welche dieser Meinungen über ‚Grenzkriminalität‘ sich durch Fakten stützen lassen und wo es sich um Vorurteile handelt“, informiert Christian Utpatel, Geschäftsführer der RAA.

Mit dem Faltblatt sollen Antworten auf Schlagwörter, wie „Vorpommern wird von Kriminellen überrollt“, „die Täter kommen größtenteils aus Polen“, „die Polizei in Polen tut zu wenig“ oder „die Polizei ist im Grenzraum nicht präsent“ gegeben werden. So betont die RAA in ihrem Infoblatt beispielsweise, dass die Zahl der Diebstähle und Wohnungseinbrüche zwar seit 2009 leicht zugenommen hat, jedoch weit unter den Werten der 1990er Jahre liegt, oder informiert, dass der überwiegende Teil der Tatverdächtigen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Beleuchtet werden auch Erfolge der polnischen Polizei, die mit Präventionsmaßnahmen die Kriminalitätsraten reduzieren konnte oder der Ausbau der deutsch-polnischen Polizeizusammenarbeit. „In Wirklichkeit ist die Frage nach der Staatsbürgerschaft der Tatverdächtigen angesichts einer voranschreitenden Globalisierung, auch im Bereich der Kriminalität wenig zielführend“ ergänzt Niels Gatzke, Leiter des RAA-Projektes perspektywa gegen polenbezogene Ressentiments und Polenfeindlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern.

„Uns ist bewusst, dass man gegen die Wirkung von einfachen Schlagwörtern schwer ankommt. Dennoch ist es unser Ziel, die oft auf ‚Hörensagen‘ beruhende Debatte zu versachlichen“, meint Gatzke weiter. Und Christian Utpatel ergänzt: „Die meisten Menschen in der Grenzregion sind sich bewusst, dass es nicht immer nur ‚die Polen‘ sind und die rechtsextreme Propaganda auch bei diesem Thema oft reine Stimmungsmache ist, aber sind unsicher, wenn es um konkrete Fakten und Argumente geht. Hier wollen wir unterstützen.“

Das Infoblatt wird in diesen Tagen in einer Auflage von 2.500 Stück in der Grenzregion Vorpommerns verteilt. perspektywa wird von der RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V. in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung durchgeführt und durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ sowie die Freudenberg Stiftung gefördert.

Das Infoblatt, sowie ein ausführlicheres Arbeitspapier, stehen unter www.perspektywa.de zum Download zur Verfügung oder können per E-Mail unter perspektywa@raa-mv.de in gedruckter Form unter Angabe der Postanschrift bestellt werden.

 

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