Israelbezogener Antisemitismus schlägt in Gewalt um

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Israelbezogener Antisemitismus schägt in Gewalt um

© Ralf Fischer

 

Die Amadeu Antonio Stiftung beobachtet eine besorgniserregende Zunahme antisemitischer Vorfälle in den letzten Wochen. In Frankfurt und Dresden wurden in den letzten Tagen Synagogen beschmiert. In Berlin wurde ein Mann angegriffen, weil er einen Davidstern trug. In Hamburg und Bremen gab es antisemitische Übergriffe mit teils Schwerverletzten auf Demonstrationen mit Bezug zum Nahostkonflikt.

„Die Ereignisse der letzten Tage zeigen mal wieder deutlich, dass der israelbezogene Antisemitismus die derzeit gefährlichste Spielart des Judenhasses ist. Es kommt zu körperlichen Übergriffen, antisemitischen Sprechchören auf Demonstration, Angriffe auf Synagogen – und der gesellschaftliche Aufschrei bleibt aus. Dieses Schweigen verleitet diesem Antisemitismus erst seine gesellschaftliche Sprengkraft“, so die Vorsitzende der Stiftung, Anetta Kahane.

Rufe wie „Hamas, Hamas - Juden ins Gas!“ oder der Ausruf „Kindermörder Israel“ sind häufig auf Demonstrationen zu vernehmen. Diese Äußerungen zeigen, dass nicht die Politik Israels kritisiert wird, sondern dass der Staat mit dem Judentum gleichgesetzt wird. „Hier entlädt sich aggressiver Antisemitismus unter dem Deckmantel der Israelkritik“, erklärt Kahane.

„Seit mehr als 10 Jahren dokumentieren wir antisemitische Vorfälle. Die Chronik zeigt, dass antisemitische Einstellungen und Übergriffe immer genau dann zunehmen, wenn der Nahostkonflikt die Medien beherrscht.“ Das bestätigen regelmäßig auch Erhebungen zu menschenfeindlichen Einstellungen in der Gesellschaft. Antisemitismus ist nicht nur eine Ideologie der Rechtsextremen, sondern in der gesamten Gesellschaft verbreitet. „Wir brauchen ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür, wann Kritik an der Politik Israels in antisemitische Ressentiments umschlägt und warum Israel zur Projektionsfläche für aggressive Vorurteile wird“, fordert Kahane.

Handlungsbedarf sieht sie nicht zuletzt bei der Bundesregierung: „Eine erste Maßnahme muss die Wiedereinsetzung einer Expertenkommission des Bundestages sein, die jährlich einen Lagebericht zu Antisemitismus in Deutschland vorlegt“, fordert Kahane. Nur so könnten antisemitische Einstellungen zukünftig realitätsnaher abgebildet werden, um effektive Handlungsstrategien zu erarbeiten.

 

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