ERMUTIGEN Nr. 16

Spenden gegen Rechtsextremismus

 
Stiftungszeitung
 

Die aktuelle ERMUTIGEN als PDF zum herunterladen!
Zweimal im Jahr bringen wir unsere Stiftungszeitung raus - mit Artikeln über die aktuelle Lage, Berichten aus unseren Projekten und Interviews mit Betroffenen und Engagierten. Hier das Editorial von Anetta Kahane, unserer Vorstandsvorsitzenden. Alles Weitere gibt's hier (PDF-Dokument, 1.9 MB)!

Wissen Sie was? Ich habe keine Lust mehr, über die Partei zu reden, deren Logo an ein Potenzmittel für ältere Herren erinnert. Die menschliche Natur dürstet nach Aufregung. Und nichts regt mehr auf als Skandale und schlechte Nachrichten. Darüber zu diskutieren ist wichtig, doch es kostet Energie – manchmal zu viel davon. Wenn wir keine Kraft mehr haben, in eine andere Richtung zu blicken als die, die uns die Aufregung vorschreibt, dann machen wir etwas ganz Entscheidendes falsch. Deshalb sollten wir uns für einen oder mehr Augenblicke einer ebenso aufregenden Bewegung zuwenden: Die Willkommenskultur lebt noch! Sie hat nie aufgehört zu leben, auch wenn sich viele tagtäglich bemühen, sie schlecht- oder wegzureden.
Gewiss ist die Gesellschaft gespalten: In diejenigen, denen das Schicksal der geflüchteten Menschen im besten Falle schnurzegal ist, und jenen, die sich praktisch gefordert fühlen, hier Solidarität zu zeigen. Diese Spaltung findet sich überall – geographisch und sozial – und es gibt immer beides gleichzeitig: das Helle und das Dunkle. Absurderweise denken wir alle, einschließlich der Medien, das Helle strahle von selbst und brauche deshalb keinen Spot, der es herausstellen würde. Stattdessen richtet sich alles Licht und alle Aufmerksamkeit auf das Dunkle, um es auszuleuchten und weil es so schön gruselig ist. Doch das ist unsinnig und falsch, denn es prägt und bestätigt eine einseitige Wahrnehmung – auch bei uns.
Die Stimmung in Deutschland ist nicht gekippt. In allen Berufszweigen engagieren sich Menschen für Flüchtlinge. Anwälte zum Beispiel stellen sich als Vormund für Minderjährige zur Verfügung, Betriebe richten Lehrstellen für junge Geflüchtete ein, Fußballvereine stellen Mannschaften für oder mit Flüchtlingen zusammen, junge Leute aus der Start-Up Szene bieten Onlinekurse an und Künstler arbeiten gemeinsam an Musik, Theater und Literatur. Und dann sind da noch die vielen, vielen, die einfach nur machen – freiwillig, manchmal spontan, ohne große Anbindung an Vereine oder Verbände: Menschen aus dem öffentlichen Dienst, Deutschlehrer, Kinderbetreuer, Hausaufgabenhelfer, Jugendtrainer, Clowns – sie alle machen einfach weiter, egal was die parteigewordenen Rechtspopulisten über ihre eigene Potenz sagen. Und es gibt viele von Flüchtlingen selbst organisierte Veranstaltungen und Aktivitäten. Überhaupt: Geflüchtete Menschen und Menschen, die selbst Migrationserfahrungen haben, sind die besten Experten, wenn es um Fragen und Probleme der Neuangekommenen geht.
Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt diese Bewegung so gut sie kann – mit Rat, Tat und Lebenshilfe sozusagen. Die von uns geförderten Projekte sowie alle, die in unseren Netzwerken wie bei der »Aktion Schutzschild« mitarbeiten, sind jedes für sich eindrucksvoll, gescheit, gut aufgestellt und die Leute voller Motivation und voll von guten Ideen für die Zukunft. Das einzige Problem: Sie bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Dabei stecken in ihnen so viel Energie und Lebensfreude, so viel Hoffnung und Kultur, so viele spannende und emotionale Geschichten wie sonst nirgends derzeit in Deutschland. Ich freue mich daher sehr, Ihnen hier einige dieser Projekte vorstellen zu dürfen.

 

 

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